MSV Duisburg: Die Zeit der Bewährung läuft ab sofort

MSV Duisburg: Die Zeit der Bewährung läuft ab sofort

Wenn sich ein 51-Jähriger für jede Menge Fehlverhalten entschuldigt, kommt das einer späten Einsicht gleich. Zu spät? Normalerweise sollte man glauben, dass sich ein altersmäßig gestandener Trainer ordentlich benehmen kann. Dass er einen Profi-Trupp vernünftig führen kann. Dieser Qualität ist Milan Sasic nicht gerecht geworden.

Vielleicht lag es daran, dass ihm erstmals so richtig der Gegenwind ins Gesicht blies und seinen bis dahin streng autoritären Stil des Diktators stoppte. Das Aufbegehren der Spieler und die eindeutigen Stellungnahmen der Medien waren für einen wie ihn ungewohnt. In den fünf Jahren Koblenz war Sasic der Alleinherrscher.

In Kaiserslautern scheiterte der Kroate mit seiner Art, Menschen zu führen. Bis es Stefan Kuntz zu bunt wurde. Beim MSV wurde ihm durch Präsident Walter Hellmich und Sportdirektor Bruno Hübner auch in der Krise der Rücken gestärkt. Das hätte fatale Folgen haben können. Schließlich muss der Verein nach vorne schauen , weil es in der nächsten Saison mit einem empfindlich abgespeckten Etat eine holprige Wegstrecke geben wird. Um aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen, bedarf es enorm viel Feingefühl. 16 Verträge laufen aus. Ein Heer neuer Spieler rückt an. Hübner und Sasic haben beide Vertrag für die neue Spielzeit unter anderen Vorzeichen. Das Führungs-Duo ist bis jetzt den Beweis von Klasse in seinen Positionen schuldig geblieben.

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Ob eine Entschuldigung ausreicht, um die Wogen zu glätten? Die Bewährungszeit läuft ab sofort.

Feststeht: Viel Porzellan ist zerbrochen. In der Branche hat sich herum gesprochen, dass es Unruhe gibt beim MSV. Dieses "Image" muss schnellstens abgebaut werden. Die nahe Zukunft wird es zeigen, ob das gelingt.

(RP)