MSV Duisburg: Björn Schlickes Siegtreffer

MSV Duisburg: Björn Schlickes Siegtreffer

Der Verteidiger zielte endlich mal wieder ins Schwarze. Nach dem achten Saison-Auswärtssieg ist der MSV wieder im Geschäft. Trainer Milan Sasic kündigte eine Systemänderung für das nächste Heimspiel an.

Fremdgehen lohnt sich. Durch den achten Auswärtssieg vermied der MSV, den Rest der Saison als Freundschaftsspiel-Tournee durchleiden zu müssen. Mit dem 1:0 (0:0) über Aufsteiger Union Berlin vor 13 357 Zuschauern in der Alten Försterei schossen sich die Zebras in die Nähe der aussichtsreichen Plätzen. Von frischen Hoffnungen auf den Relegationsrang mag man noch nicht sprechen. Zu schwer tut sich die Elf bei ihren Heimspielen in der Arena.

Starke bester Mann

Tom Starke, einmal mehr bester Duisburger, hofft, dass seine Vorderleute gegen 1860 nachlegen. Milan Sasic sprach gar von einer unerträglichen "Dissbalance", die er ins Gleichgewicht bringen will. Der Coach verkündete gleich, nachdem er den Sieg als verdient eingeordnet hatte, dass er das System für die nächste Heimarbeit ändern wird. Der Schlüssel zum Erfolg sei die Abwehrarbeit, so Sasic.

Wie passend, dass dann auch ein Abwehrspieler die Entscheidung herbeiführte. Björn Schlicke, der mit seinem Treffer in der 56. Minute die Partie entschied und sich vom Mauerblümchen zum Ballkönig kickte, fuhr mit seinem Rechtsschuss nach einem Freistoß von Ivo Grlic den Dreier ein. Sasic hatte den "verlorenen Sohn" von Beginn an gebracht und auf die rechte Abwehrseite beordert. Tiago nahm nach abgebrummter Gelb-Rot-Sperre wieder seinen Platz in der Innenverteidigung ein.

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Das funktionierte gegen eine zwar sehr engagierte, aber mäßig effiziente Union-Elf recht ordentlich. Hohe Bälle, die planlos zwischen die Duisburger Viererkette geschlagen waren, sorgten einzig im ersten Durchgang für ernste Gefahr. Erst rettete Tom Starke mit seiner wer-weiß-wie–vielten guten Tat gegen John Jeira Mosquera und Benyamina. Dann stolperte der Berliner Stürmer selbsttätig den Ball aus bester Position übers Tor.

Die Zebras kontrollierten das Spiel und hätten schon vor der Pause alles klar machen können. Freistehend das leere Tor vor Augen verwandelte Srdjan Baljak, der derzeit sicherste MSV-Stürmer, eine glänzende Vorlage in eine klägliche Rückgabe an einen Keeper, der sein Glück kaum fassen konnte. Lag es am Platz, der in fußballloser Zeit als Anbaufläche für Bauern im Nebenerwerb dienen könnte – oder daran, dass der Serbe vergessen hatte, einen guten Schluck Zielwasser zu trinken? Wohl eher Letzteres, denn Baljak scheiterte auch im zweiten Durchgang gleich mehrfach in aussichtsreicher Lage.

Die wirklich großen Taten des Wintertages gelangen jedoch Tom Starke, als er einen Kopfball von Mosquera parierte und dann gegen Benyamina per Fußabwehr rettete. Da musste man schon mal eine tüchtige Portion kalte Luft in die Lungen atmen. Weitaus entspannter hätten die Fans diese Momente durchlebt, häten Tiffert und Sahan ihre erstklassige Konterchance nicht zweitklassig zu Ende gespielt. Es reichte dennoch – dank etwas Glück und solidem Abwehrgeschick. Bei der Heimreise bekamen die MSV-Fans dann auch gleich wieder Fernweh.

(RP)
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