3. Liga MSV Duisburg verpasst den Sprung auf Platz drei

Duisburg · Der Fußball-Drittligist kommt gegen den couragierten Aufsteiger VfB Oldenburg nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Kurz nach der Pause fangen sich die Zebras das Gegentor, Neuzugang Benjamin Girth kann nur noch ausgleichen.

Fans von MSV Duisburg.

Fans von MSV Duisburg.

Foto: FuPa/Marcel Eichholz

Der MSV Duisburg hat es verpasst, sich vorerst in der Spitzengruppe der Dritten Fußball-Liga festzusetzen. Gegen den Aufsteiger VfB Oldenburg gelang den Zebras nur ein 1:1 (0:0)-Unentschieden – aus dem fünften Pflichtspielsieg in Folge wurde dadurch nichts.

Dass Platz drei nach den Wochenend-Ergebnissen der Konkurrenz zu erreichen war, war selbstverständlich auch dem Team von Torsten Ziegner nicht entgangen. Der zog im Vorfeld der Partie aber ein wenig die Handbremse an. „Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass es erst der sechste Spieltag ist. Wir müssen weiter stabil bleiben, aber ich erkenne auch keine Nachlässigkeiten im Team“, so Ziegner im Interview mit Magenta-TV.

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Doch beinahe hätte die Mannschaft Ziegners Aussagen früh konterkariert. Denn die erste Chance der Partie gehörte dem Aufsteiger aus Niedersachsen. Manfred Starke setzte sich in der sechsten Minute im Luftkampf am Fünfmeterraum durch. Doch MSV-Torwart Vincent Müller – der am vergangenen Spieltag in Meppen noch als Torschütze aufgefallen war – kam diesmal wieder seinem eigentlich Job nach und stellte mit einer ersten Großtat seine aktuelle Topform unter Beweis.

Das sollte allerdings die einzige Duftmarke bleiben, die der VfB zunächst setzen konnte. Denn die Zebras konnten durch konsequentes Pressing einige Ballgewinne verbuchen. Nach einem solchen kam Chinedu Ekene in der zwölften Minute aus rund 20 Metern zum Abschluss und verpasste den Führungstreffer nur knapp. Nur zwei Minuten später tauchte dann Aziz Bouhaddouz frei vor dem Oldenburger Tor auf, stand zuvor allerdings im Abseits. Nach rund einer Viertelstunde hatten die Gäste dann zu ihrer defensiven Grundformation gefunden und lauerten auf Konterchancen.

Das zeigte Wirkung beim MSV. Die Leichtigkeit in den eigenen Aktionen ging ein wenig verloren, Oldenburg wurde mutiger. Nach rund einer halben Stunde kam Kebba Badjie im Sechzehner plötzlich frei zum Abschluss, zwei Minuten platzierte Starke einen Distanzschuss zu zentral, um Vincent Müller in Verlegenheit zu bringen. Symptomatisch für die zunehmende Harmlosigkeit der Zebras: Ein Freistoß von Moritz Stoppelkamp aus viel vesprechender Position blieb in der Mauer hängen.

Aufregend wurde es dann erst wieder kurz vor der Halbzeit. Nach einer gelungenen Kombination über Bouhaddouz und Jander kam Marvin Ajani halbrechts im Strafraum zum Abschluss, sein strammer Schuss aufs kurze Eck klatschte allerdings ans Lattenkreuz (41.). Und zwei Minuten später klärte Ex-Zebra Oliver Steurer einen Stoppelkamp-Schuss per Kopf für seinen schon geschlagenen Keeper.

Der MSV ging also mit ordentlich Rückenwind in die Kabine – der ihm aber nur rund eine Minute nach der Pause jäh aus den Segeln genommen wurde. Im Sechzehner verpasste es die MSV-Abwehr, Kamer Krasniqi unter Druck zu setzen, der sich den Ball zurechtlegte und mit einem präzisen Schuss im langen Eck versenkte.

Danach folgten wütende Angriffe der Hausherren. Doch die Chancen hatten weiterhin die Gäste, die sich die vermehrt bietenden Räume nun konsequent für Konter nutzten. In Minute 56 musste Vincent Müller gegen Badjie mit einer Fußabwehr das 0:2 verhindern, wenig später verpasste Brand den zweiten Oldenburger Treffer.

Torsten Ziegner reagierte, brachte nach rund einer Stunde Marlon Frey für Ekene und Benjamin Girth für den insgesamt blassen Aziz Bouhaddouz. Und damit machte er alles richtig: Nur knapp zehn Minuten später waren beide Joker an der Entstehung des – zu diesem Zeitpunkt recht schmeichelhaften – Ausgleichs beteiligt. Kölle trieb den Ball über die linke Seite nach vorne, dessen Flanke verlängerte Marlon Frey per Kopfball-Bogenlampe in den Fünfmeterraum. Der dort lauernde Neuzugang Girth ließ sich auch von einem Gegenspieler nicht irritieren und traf gekonnt per Volley. Sein drittes Tor im zweiten Einsatz für die Zebras.

Im Anschluss drängten die Hausherren auf den Siegtreffer, doch viele Wechsel und Verletzungen – unter anderem knickte Caspar Jander böse weg und musste ausgewechselt werden – zerstörten ein wenig den Spielfluss. Entsprechend hektisch wurde es in der Schlussphase. Marvin Bakalorz suchte durch den Mitte den Weg zum Tor, sein Steckpass geriet aber ein kleines Stück zu lang für den mitgelaufenen Kolja Pusch.

Und auch in der Nachspielzeit gelang dem MSV nicht mehr der Siegtreffer, denn in der 97 .Minute wurde ein Kopfball von Marvin Bakalorz kurz vor der Linie geklärt. Auf einen Siegtreffer hofft man im Duisburger Lager nun am Samstag, wenn die Zebras um 14 Uhr beim bislang noch ungeschlagenen Tabellenführer TSV 1860 München antreten müssen.

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