Lokalsport: MSV will die Trendwende einleiten

Lokalsport : MSV will die Trendwende einleiten

Fußball: Nach vier Niederlagen in Folge reist der Zweitligist heute zu Union Berlin. Auch der Gastgeber steht unter Druck. Stanislav Iljutcenko und Andreas Wiegel sollen Kingsley Onuegbu und Enis Hajri in der Startelf ersetzen.

Vor zwei Jahren startete Fußball-Zweitligist MSV Duisburg am 29. Spieltag mit einem 2:1-Sieg in Nürnberg seine spektakuläre Aufholjagd, an deren Ende die Zebras noch den Relegationsrang erreichten. Nun ist die Not der Meidericher aktuell nicht so groß wie im Frühjahr 2016, doch Trainer Ilia Gruev hätte nichts dagegen, wenn sein Team einmal mehr den 29. Spieltag für eine Trendwende nutzen könnte. Dazu besteht heute um 13 Uhr die Gelegenheit im Auswärtsspiel beim 1. FC Union Berlin.

In Köpenick haben die Meidericher Nachholbedarf. Zuletzt siegte der MSV im März 2010 bei den Eisernen. Björn Schlicke traf damals für das Team von Trainer Milan Sasic zum 1:0-Sieg. Beim letzten Auftritt in der Wuhlheide im September 2015 verlor der MSV nach einem 0:3-Rückstand mit 2:3. Die Tore von Victor Obinna und Kingsley Onuegbu halfen den Zebras seinerzeit nicht mehr.

Die Union ist seit vier Spielen ohne Sieg, der MSV seit vier Partien ohne Punkt. Beide Teams hoffen auf eine Wende. "Wir wollen in Berlin den Bock umstoßen. Wir wissen, worauf es jetzt ankommt", sagt MSV-Vizekapitän Fabian Schnellhardt. Der 24-Jährige weiß, dass er als Mittelfeldregisseur in der Pflicht steht, entsprechend abzuliefern. Aus der 1:4-Niederlage gegen Kaiserslautern hat Schnellhardt seine Lehren gezogen: "Ich weiß, dass ich kein gutes Spiel gemacht habe. Ich hätte besser spielen müssen." In der Scorerliste hat der Mittelfeldmann Luft nach oben. Schnellhardt wartet noch auf sein erstes Saisontor. Zudem steht erst eine Vorlage zu Buche. Doch MSV-Trainer Ilia Gruev macht die Qualität eines Spielers nicht nur an diesen Werten fest. "Ich brauche ihn", sagt er. Nach vier Niederlagen in Folge sehnt sich Gruev nach Kompaktheit und Stabilität. Mehr Konzentration bei gegnerischen Standards, mehr Übersicht bei eigenen Ballverlusten im Angriff. Auf ein Offensivfeuerwerk dürfen die Fans somit heute kaum hoffen. Da auch der Gastgeber auf Sicherheit bedacht sein wird, könnte es auf eine für den Zuschauer mühsame Angelegenheit hinauslaufen.

In der Startaufstellung läuft es auf Veränderungen hinaus. Im Sturm wird Stanislav Iljutcenko für Kingsley Onuegbu in die Startelf zurückkehren. Der Deutsch-Russe sorgte mit seinem Anschlusstreffer gegen Kaiserslautern für einen Lichtblick an einem trüben Nachmittag.

Außenverteidiger Enis Hajri konnte aufgrund einer Knieprellung die Reise nicht mitmachen. Andreas Wiegel steht derweil für sein Rückrundendebüt bereit. Im Hinspiel beackerte der gelernte Mittelfeldmann die rechte Abwehrseite erfolgreich. Wenige Tage später zog sich Wiegel im Training die Knieverletzung zu, die ihn mehrere Monate aus dem Rennen warf. Die fehlende Spielpraxis spricht gegen den 26-Jährigen, Ilia Gruev wird das in Kauf nehmen müssen. Klar ist indes, dass einzelne Umstellungen allein nicht ausreichen werden, um der Defensive mehr Halt zu geben. Insgesamt wird es auf deutliche Leistungssteigerungen ankommen.

Das gilt auch für Torwart Mark Flekken, der zuletzt mit einigen Unsicherheiten aufwartete. Der Niederländer sehnt sich auch nach mehr Stabilität. Zuletzt blieb er im Januar beim 2:0-Sieg in Bochum ohne Gegentreffer. Auch Tim Albutat ist in Berlin nicht dabei. Der Mittelfeldmann zog sich im Training erneut eine Verletzung am bereits betroffenen Sprunggelenk zu. Die Diagnose steht noch aus. Ein längerer Ausfall ist aber zu befürchten.

(RP)
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