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Lokalsport: MSV: Testspielsieg oder Abschiedsspiel

Lokalsport : MSV: Testspielsieg oder Abschiedsspiel

Vor dem Tag der Entscheidung hat der MSV Duisburg gestern mit 2:0 im Testspiel beim KFC Uerdingen gewonnen.

Für den MSV Duisburg könnte der 2:0 (1:0)-Erfolg im Testspiel beim KFC Uerdingen ein Abschiedsspiel gewesen sein. Heute entscheidet das Schiedsgericht.

Subtropische Temperaturen herrschten gestern nicht nur im Vogelhaus des Krefelder Zoos. Das wärmeverwöhnte Federvieh hätte sich beim gestrigen Testspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem KFC Uerdingen auch im Grotenburg-Stadion wie zu Hause gefühlt. Bei Temperaturen um 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit gewann der MSV gestern sein letztes Testspiel vor der Entscheidung des unabhängigen Schiedsgericht in Frankfurt, das in letzter Instanz und damit verbindlich über die Zukunft der Meidericher entscheiden wird, mit 2:0 (1:0).

Ob schwül-warme Hitze oder die Anspannung vor der richtungweisenden Entscheidung, die ganz Duisburg entgegenfiebert, all das konnte gestern rund 1500 Anhänger der Zebras nicht davon abhalten, die kurze Fahrt in die Nachbarstadt anzutreten. Dass damit gerechnet werden muss, dass der 2:0-Erfolg das vorerst letzte Spiel einer Duisburger Profimannschaft war, daran wollte gestern keiner denken. Dennoch war die Anspannung allgegenwärtig. "Meidericher SV, Meidericher SV, Meidericher SV", hallte es ab 19:02 Uhr denoch gewohnt lautstark durch die Ränge des traditionsreichen Stadions.

Das Spiel, in dem der MSV durch Ranisav Jovanovic in Führung ging (34.), verkam in Anbetracht der nahenden Entscheidung zur Nebensache. Es wurde aber von beiden Parteien professionell heruntergespielt. Besonders am häufig ruppigen Einsteigen der Uerdinger war zu erkennen: Mitleid gab es für den Klub aus der Nachbarstadt keins. Für einen Tritt von hinten in die Beine (26.) revanchierte sich Ranisav Jovanovic mit dem Tor zur 1:0-Führung, dem ein schöner Pass von Danny Latza auf Sören Brandy vorangegangen war, der den Ball wiederum nur noch quer legen musste. Sieben Minuten später traf der Uerdinger Moses Lamidi den Pfosten, kurz darauf war Pause.

Zur zweiten Hälfte stellte Trainer Kosta Runjaic um. Unter anderem kam Sturmkollege Emil Jula für Jovanovic in die Partie, Andreas Ibertsberger wich für Kevin Wolze, dafür rückte Sascha Dum auf die Position des Linksverteidigers. Und eben Kevin Wolze war der zweite Treffer des Tages vergönnt. Aus einem Strafraumgetümmel heraus kullerte der Ball über die Linie (55.). Der ebenso eingewechselte Emil Jula zeigte sich indes weniger treffsicher. Nach 80 Minuten vergab der Stürmer eine Großchance freistehend vor dem Uerdinger Tor. Auf Uerdinger Seite kam in Hälfte zwei Klaus Gjasula, der noch in der vergangenen Spielzeit für die Reseve des MSV aktiv war, ins Spiel.

Die Mannschaft war beim gestrigen Test geschlossen angetreten. Die angeschlagenen Branimir Bajic, Timo Perthel und Anthony Jung folgten, wie auch Sportdirektor Ivica Grlic, dem Spiel von der Tribüne aus.

Auch morgen wird die Mannschaft bei der Urteilsverkündung, die gegen Nachmittag erfolgen soll, beisammen sein. Dann wird sich herausstellen, ob der gestrige Kick ein historischer war. MSV-Trainer Kosta Runjaic lobte die Unterstützung der Fans: "Ich glaube, beide Fanseiten haben ein unterhaltsames Spiel gesehen, das war eine tolle Atmosphäre. Wir waren ein wenig ersatzgeschwächt, haben uns aber gut bewegt und gut kombiniert." Nach dem Schlusspfiff ließ sich die gesamte MSV-Mannschaft minutenlang feiern. Sie waren sich bewusst, dass es ein möglicher Abschied gewesen sein könnte.

(RP)