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Leichtathletik: Marathon: Magnus Kreth ist der Favorit

Leichtathletik : Marathon: Magnus Kreth ist der Favorit

Der Weg zur Pressekonferenz für den 28. Rhein-Ruhr-Marathon führt vorbei an zusammengerollten Werbebannern, ein Stapel T-Shirts im knalligen Rot für die Finisher ist ebenfalls zu passieren. Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbundes (SSB), der gemeinsam mit LC Duisburg den Lauf auf die Beine stellt, lächelt fröhlich durchs Chaos: "Für uns hat der Marathon eigentlich schon gestern begonnen."

Aufbauarbeiten sind zu tätigen, mit der Polizei zu sprechen, weil ja alles ganz sicher sein soll, Startlisten gilt es ständig zu aktualisieren. Ja, und mit den Journalisten will man auch gern reden, denn es soll ja was los sein entlang der 42.195 Kilometer langen Strecke. Von der Kruppstraße im Sportpark durch zwölf Stadtteile über Rhein und Ruhr bis zurück zur Schauinsland-Reisen-Arena. Mit 40 000 Zuschauern rechnet der SSB. So steht es im Sicherheitskonzept, das dick zu sein scheint wie eine Luxus-Ausgabe von Don Quichote. Jedenfalls lässt sich das aus der Geste von Franz Hering, dem SSB-Vorsitzenden, so herauslesen. Ohne so etwas läuft heute nichts mehr. Auch wenn der Marathon Jubiläum feiert. 1981 ging es zum ersten Mal auf die Piste. Einer, der vor 30 Jahren bei der Premiere dabei war, dient als Zeitzeuge beim Pressegespräch. Der Rheinhauser Wolfgang Ettwig hat auch gleich die Startnummer von damals mitgebracht, sorgsam eingeklebt in einem Album, das sein Leben als Läufer dokumentiert. Duisburg nimmt darin ein umfangreiches Kapitel ein, denn ebenso wie Heinz-Alois Federhen vom TSF Bracht hat Ettwig alle 27 Rennen bisher mitgemacht. Das beschert ihm (und dem zweiten Ewigen) nun seit Jahren einen Freistart. Sozusagen als Treuebonus.

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Krulls Bestzeit lässt aufhorchen

Magnus Kreth vom ASV und die Vereinskameradin Antje Möller sind ebenfalls kostenlos dabei. Als Sieger des Vorjahres. Für Platz eins gibt es beim Rhein-Ruhr-Marathon bekanntlich kein Geld. "Wir investieren lieber in eine gute Organisation für alle als in afrikanische Sololäufer", merkt Jörg Bunert dazu an. Als Gewinner aber darf man und frau immerhin kostenlos wiederkommen. Magnus Kreth muss für die Auflage 2012 vorläufig kein Geld zur Seite legen. Die Analyse des Teilnehmerfelds weist ihn als Favoriten für den Sonntag aus. "Magnus läuft nicht auf Zeit, sondern auf Sieg", sagt Bunert. So ein Homerun ist eben besonders schön, wenn er ganz vorn beendet werden kann.

Antje Möller muss ihre Vorfreude auf den vierten Sieg zähmen. Bernd Düngen vom LC Duisburg weiß zu berichten, dass eine gewisse Silvia Krull nachgemeldet hat. Die Bestzeit der Bonnerin liegt bei 2:38 Stunden. Diese Vornote muss selbst Magnus Kreth, der es in 2:30 schaffen will, ans Fürchten bringen. Die Frau aus Detmold, Gewinnerin des Post-Marathons in Bonn, ist die Favoritin und wird manch einem gut durchtrainierten männlichen Ego einen Knacks versetzen.

Die wirklichen Raser auf der Strecke sind am Sonntag aber die Handbiker, die in ihren bis zu 8000 Euro teuren Rollis, ganz früh auf die Strecke gehen. Vico Merklein, der sich einmal mehr mit Vorjahressieger Bernd Jeffre einen Kampf um den Sieg im Rahmen der Handbike Marathon Trophy liefern wird, hält den Weltrekord mit einer Stunde und drei Sekunden. Auf 42 Kilometer umgerechnet, kommt man da auf einen Schnitt von mehr als 40 km/h. Gut, dass noch keine Starenkästen in Duisburg installiert worden sind. Es wird ein langer Marathon-Sonntag in Duisburg. Bis der inzwischen 86-jährige Serienletzte Karl Pavanen ins Ziel kommt, können schon mal gut mehr als sechs Stunden vergehen.

Die Startzeiten 7.55 Uhr Handbiker 8 Uhr Inliner 9 Uhr Halbmarathon 9.18 Uhr Ekiden-Staffeln 9.20 Uhr Marathon 9.40 Uhr Staffeln Start ist an der Kruppstraße, Zieleinlauf in der Schauinsland-Reisen-Arena. Der Eintritt ist frei.

(RP)