Lokalsport: Lettieri will nichts von einer Krise wissen

Lokalsport : Lettieri will nichts von einer Krise wissen

Nach vier Spielen ohne Sieg und 326 Minuten ohne Torerfolg erwartet der Duisburger Coach heute im Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt eine Reaktion auf das schwache Spiel in Münster.

Eine Krise? Gino Lettieri hat da seine feste Meinung. "Ich erkenne keine Krise, da soll man auf andere Vereine schauen", sagt der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg vor dem heutigen Heimspiel gegen den Tabellendritten Rot-Weiß Erfurt (14 Uhr, Schauinslandreisen-Arena. Seit vier Ligaspielen ist der MSV sieglos, seit 326 Minuten gab es keinen Duisburger Torjubel mehr. "Ich finde es lustig, dass die Leute gleich über eine Krise reden. Wir sind gerade einmal vier Punkte von der Tabellenspitze entfernt", wehrt sich Lettieri.

Aber wie so oft im Leben: Oft bleibt vor allem der letzte Eindruck hängen - und der ist aus Duisburger Sicht nicht gut. In Münster legten die Zebras am vergangenen Sonntag ein schlechtes Spiel hin. "Nach Regensburg das zweitschlechteste Match", gibt Lettieri zu, fügt aber hinzu: "Das waren aber auch die beiden einzigen richtig schlechten Partien."

Die endgültige Festlegung auf eine Abwehrreihe dürfte derweil noch etwas auf sich warten lassen. Ohnehin muss sich der Coach derzeit keine großen Sorgen um seinen Abwehrverbund machen. Der Schuh drückt in der Offensive. Gerade in Münster waren die Duisburger an Harmlosigkeit kaum zu unterbieten. Kingsley Onuegbu, der gegen die Preußen für den gelb-rot gesperrten Kevin Scheidhauer auflief, konnte kein Bewerbungsschreiben für weitere Auftritte ausfüllen. "King hat nicht so agiert, wie ich mir das vorstelle", analysierte der Coach noch recht dezent. Heute wird Scheidhauer wieder die Duisburger Speerspitze bilden, er ist allerdings bislang auch kein Heilsbringer. Der 22-Jährige traf zuletzt beim 2:1 über die Reserve von Borussia Dortmund am 24. September. Lettieri: "Man darf nicht vergessen, dass Kevin zum ersten Mal in der 3. Liga spielt. Er war vorher nur in der Regionalliga am Ball. Hier muss er reinkommen und sich in der neuen Umgebung messen."

Allerdings hapert es derzeit nicht nur an vorderster Front. "Unsere Außenspieler sind nicht mehr so wirkungsvoll wie noch in der Anfangsphase der Saison", stellt Lettieri fest. Sowohl Michael Gardawski und Nico Klotz auf der rechten Seite als auch Dennis Grote auf links konnten in den letzten Spielen kaum Impulse setzen. Ob es mit den ersehnten Toren und dem Heimsieg heute klappt, hängt naturgemäß auch vom Gegner ab. Rot-Weiß Erfurt hatten vor der Saison nicht viele als Aufstiegsaspiranten auf dem Zettel.

Lettieri erwartet heute einen aggressiven und konterstarken Gegner.Und von seiner Mannschaft erwartet der Trainer eine Reaktion auf das Münster-Spiel: "Ich will gegen Erfurt sehen, dass diese schwache Leistung nur eine einmalige Geschichte war. Das ist das Entscheidende." Und wenn nicht - dann wäre eine Krise auch nicht mehr so weit weg.

(RP)