Leichtathletik: Winterlaufserie des ASV Duisburg droht das Aus

Leichtathletik: Die Winterlaufserie des ASV Duisburg steht auf der Kippe

Weil Fußball-Drittligist KFC Uerdingen zeitgleich in der Arena gegen die Würzburger Kickers spielt, ist die Ausrichtung des ersten Laufes am 26. Januar für den ASV Duisburg nicht möglich. Der zweite Etappe am 23. Februar ist gefährdet. Die Organisatoren hoffen jetzt, dass der DFB noch einlenkt und Begegnungen des KFC verlegt.

Leichte Angstpickel nennt Friedhelm Abel das, was sich bei ihm und seinen Kollegen vom ASV Duisburg im Frühjahr breit machte. Da war dem Mitorganisator der Duisburger Winterlaufserie die Meldung begegnet, dass der KFC Uerdingen seine Heimspiele nach dem Aufstieg in die Dritte Fußball-Liga während des Umbaus der heimischen Grotenburg in der Schauinsland-Reisen-Arena des MSV Duisburg austragen wird.

Dass aus den kleinen Angstpickeln ausgewachsene Furunkel werden könnten, hätte die ASV-Crew nach 33 Jahren Erfahrung mit der Serie, die stets auch das Zusammenspiel beim Terminabgleich mit dem MSV Duisburg einschloss, nicht gedacht. Doch gut zwei Monate vor dem geplanten Start der 34. Ausgabe drohen die Furunkel sogar schon zu platzen – wie die mit über 4600 Teilnehmern bereits fast ausgebuchte Serie selbst.

Der geplante Auftakt am 26. Januar ist nach jetzigem Stand nicht durchführbar. Die zweite Etappe am 23. Februar steht auf der Kippe. Einzig der Termin für das Finale am 23. März ist aufgrund einer Länderspielpause im Fußball nicht in Gefahr. Es ist eingetreten, was der ASV im Frühjahr fürchtete, aber nicht für möglich gehalten hatte: Der Deutsche Fußball-Bund hat das Heimspiel des KFC Uerdingen gegen die Würzburger Kickers an dem Wochenende, an dem der ASV mit der Serie beginnen möchte, auf den Samstag gelegt. Der Anstoß wäre zeitgleich mit dem Startschuss, der um 14 Uhr vor der Arena den Lauf der Kleinen Serie einläuten sollte.

„Aber eine Parallelveranstaltung ist nicht durchführbar“, stellt Friedhelm Abel klar. Und genau das hatte der Mitorganisator der Serie dem DFB bereits im Juni mitgeteilt, als er in einer E-Mail darum bat, bei der Terminierung der KFC-Heimspiele die für die Stadt Duisburg bedeutsame Winterlauf-Serie des ASV zu berücksichtigen, die an drei Samstagen eine fünfstellige Besucherzahl ins Umfeld der Arena ziehe.

Fußball-Drittligist KFC Uerdingen trägt seine Heimspiele voraussichtlich bis 2020 in der Duisburger Arena aus. Foto: firo Sportphoto/Michael Dahlke

Wie immer hatte der ASV den Zweitliga- Spielplan des MSV Duisburg abgewartet und dem DFB dann in einer weiteren Mail im Juli mitgeteilt, die Serie am 26. Januar, 23. Februar und 23. März abzuhalten. „Gegen KFC-Heimspiele an einem Freitag, Sonntag oder Montag spricht aus unserer Sicht nichts“, schreibt Friedhelm Abel in der Mail – auf die er Ende November eine Antwort erhält: „Leider konnten wir Ihren Ansetzungswunsch bei den Ansetzungen des 21. Spieltags in der 3. Liga nicht umsetzen.“

In den Vorjahren sei es dem DFB stets gelungen, eine Überschneidung der Serie mit dem Ligabetrieb zu vermeiden. Doch dies sei aufgrund „zwingender Sicherheitsvorgaben zu diesem Spieltag sowie den Vereinbarungen mit den Rechtepartnern und den Klubs der 3. Liga dieses Mal leider nicht möglich“, schreibt Frank Diel vom DFB – in der Hoffnung, dass der ASV „gemeinsam mit der Stadt Duisburg eine Lösung findet, die beiden Veranstaltungen parallel durchführen zu können““

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Eine Aussage, die beim ASV Duisburg Empörung auslöst: „Der DFB hat sich bislang nie nach uns richten müssen. Immer waren wir es, die den Spielterminen des MSV Duisburg von vornherein ausgewichen sind.“ Dass eine Parallelveranstaltung nicht umsetzbar ist, hat der DFB zudem nicht nur vom ASV erfahren. Bei einer Sitzung des städtischen Arbeitsausschusses „Sport und Sicherheit“ sprach der ASV Ende Juni im Beisein der zugehörigen Amtsvertreter, Sicherheitskräfte sowie auch MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt die mögliche Terminproblematik an. Sämtliche Parteien versicherten dem ASV ihre Unterstützung, worauf sie den DFB auch hinwiesen.

Der Duisburger Sport-Betriebsleiter Jürgen Dietz richtete kürzlich noch einmal schriftlich den Appell an den Deutschen Fußball-Bund, den Spieltermin am 26. Januar zu verschieben und sich dafür stark zu machen, dass die KFC-Heimpartie gegen Preußen Münster nicht für den 23. Februar terminiert wird. Die genauen Ansetzungen für diesen 25. Spieltag könnten jedoch noch bis zur 51. Kalenderwoche auf sich warten lassen, wie der DFB bereits mitteilte. Diese Hängepartie bezüglich der Planung der zweiten Serien-Etappe macht es den Organisatoren des ASV freilich nicht leichter – wenngleich Frank Diel vom DFB ankündigt, den Termin „vorrangig berücksichtigen“ zu wollen.

Dass dies am 23. Februar zur freien Bahn für erwartete 5000 Läufer samt Anhang in Wedau führt, dafür will sich auch Sören Link stark machen. Und auch bezüglich des 26. Januars hat Duisburgs Oberbürgermeister noch Redebedarf mit dem DFB.

Der KFC, der mindestens noch bis Sommer 2020 in der Arena spielt, da die heimische Grotenburg nicht ligatauglich ist, ist ebenfalls auf der Seite der Duisburger. Und für die kann es nur ein Fazit geben, wie es Friedhelm Abel ausdrückt: „Es kann doch nicht sein, dass der Stadt Duisburg durch die Bereitschaft, einem Verein aus einer Nachbarstadt hier seine Heimspiele zu ermöglichen, eine Veranstaltung verloren geht, die seit 33 Jahren zu Duisburg gehört und Tausende Menschen in die Stadt holt.“

Ein Szenario, dass keine leichten Angstpickel mehr verursacht, sondern ein Geschwür. Und das nicht nur bei den Machern der Serie.

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