Leichtathletik: Anneke Vortmeier vom ASV Duisburg hat ehrgeizige Ziele

Leichtathletik : Anneke Vortmeier – ein Talent auf dem Sprung

Die 17-jährige Läuferin des ASV Duisburg hat schon einige Erfolge erzielt. Ihr nächstes Ziel ist die U-20-Europameisterschaft in Schweden. Ihr Trainer Theo Plück traut ihr noch einiges zu.

Anneke Vortmeier reist gerne. „Beim Urlaub mit der Familie geht’s aber nicht immer allzu weit weg“, sagt die 17-Jährige. Da trifft es sich gut, dass ihr Weg mit dem ASV Duisburg quer durch Deutschland und auch über die Grenzen des Landes hinaus führt. Vor vier Jahren entdeckte die Schülerin des Steinbart-Gymnasiums den Ausdauer-Laufsport für sich – oder auch der Ausdauer-Sport-Verein das Talent der jungen Duisburgerin. Seitdem führt der gemeinsame Weg nicht nur an viele Orte, sondern vor allem auch steil bergauf. Annekes Weg ist ein wahrer Erfolgsweg.

Im letzten Sommer führte ihr Weg zur Deutschen Jugend-Meisterschaft nach Rostock, wo sie mit erst 16 Jahren den Meistertitel über 3000 Meter gegen teilweise fast drei Jahre ältere Konkurrentinnen holte. Und erst im März noch kam sie ebenfalls in der Altersklasse U 18 mit dem zweiten Platz von der Deutschen Cross-Meisterschaft aus Ingolstadt zurück – wenige Tage vor ihrem 17. Geburtstag.

„Damals spielte sie Hockey“, erinnert sich ihr Trainer Theo Plück an die Anfänge der Zusammenarbeit, als er das Talent der jungen Schülerin bei einer Sport-AG am Steinbart-Gymnasium entdeckte. „Nach den Sommerferien ist sie bis Mai dann jeden Mittwoch zum Training gekommen – außer an ihrem Geburtstag“, sagt der Trainer, der um den Ehrgeiz seines Schützlings weiß. „Ich konnte sie in dieser Zeit aber nie zu einem Wettkampf überreden. Dann hat sie aber endlich doch mal an einem Wettbewerb über 2000 Meter teilgenommen – und direkt gewonnen. Von da an hatte sie Blut geleckt.“

Im August 2017 feierte Anneke Vortmeier dann den Erfolg, der ihr bis heute am meisten hängen geblieben ist. „Die Deutsche Meisterschaft in Bremen war schon ein tolles Erlebnis. Ich hätte ein Jahr zuvor noch nicht einmal gedacht, dass ich es überhaupt dorthin schaffe.“ Doch Anneke Vortmeier nahm nicht nur an den Titelkämpfen teil – sie wurde auch deutsche U-16-Meisterin über 3000 Meter.

Was ihr Geheimnis ist? „Weiß ich nicht“, sagt die begabte Läuferin, „irgendwas scheine ich richtig zu machen. Wichtig ist, Spaß an der Sache zu haben, dann kommt der Erfolg von allein. Etwas Ausdauer in den Genen braucht es aber wohl auch.“

In ihrer noch jungen Laufbahn hat Anneke Vortmeier bereits einige Erfolge erzielt – allen voran den deutschen Meistertitel in der U-16-Altersklasse über 3000 Meter. Foto: DANIEL ELKE

Und davon hat die 17-Jährige einige. „Sprinten ist nicht ihr Ding“, stellt ihr Trainer fest. „Die langen Distanzen liegen mir deutlich besser“, sagt die Läuferin. Zwar wurde Anneke Vortmeier auch über 1500 Meter (4:41,95 Minuten) erst im Januar noch Nordrhein-Meisterin – und zwar in die U-20-Konkurrenz. Der Blick geht aber auf die 5000-Meter-Distanz, die Anneke auch bei der nächsten Deutschen Meisterschaft anpeilt und den 3000 Metern vorziehen würde. Und dies, obwohl die Konkurrenz auf der kürzeren Distanz jünger wäre, da die ASV-Athletin dort in im Gegensatz zu den 5000 Metern noch in der U-18-Klasse starten könnte.

Dass sie sich gegen Ältere durchsetzen kann, hat Anneke Vortmeier aber schon oft bewiesen – auch auf internationaler Ebene. Seit eineinhalb Jahren gehört sie dem Landeskader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an, was sie schon stolz mache, wie die 17-Jährige sagt. „Das gibt noch einmal Extra-Motivation.“

Mit dieser Extra-Motivation führte ihr Erfolgsweg im Juli 2018 bis nach Ungarn. Bei der Jugend-Europameisterschaft der Altersklasse U18 in Györ wurde die Duisburgerin mit ihrer Bestzeit von 9:38 Minuten über 3000 Meter Achte. Im November qualifizierte sie sich beim Crosslauf in Pforzheim als Zweite für den nächsten internationalen Auftritt. Die Duisburgerin nahm im Dezember an der Europameisterschaft im Crosslauf im niederländischen Tilburg teil, bei der sie unter 100 – teilweise deutlich älteren – Starterinnen in der U-20-Klasse den 34. Platz belegte.

Dass ihr Weg vielleicht sogar mal bis auf die ganz große Bühne führt, will ihr Trainer nicht ausschließen. „Wenn sie fokussiert bleibt, kann sie einiges schaffen“, sagt Theo Plück. „Aber das kann man bei Mädels in dem Alter ja nie wissen.“

Nach Partys & Co. stünde ihr aber nicht der Sinn, versichert Anneke. „In meinem Freundeskreis treiben alle Sport, das macht es einfach“, sagt die Läuferin, die hofft, dass ihr Weg noch an viele weitere Orte führt. Die kommende U-20-Europameisterschaft im schwedischen Borås hat sie bereits im Visier. Und ihr Trainer hat auch noch etwas vor. „Die nächste Crosslsauf-Europameisterschaft ist in Lissabon“, sagt Theo Plück. „Da würde ich gern hin.“

Anneke Vortmeier wirkt etwas überrascht. „Aber warum auch nicht?“, sagt die 17-Jährige dann. Sie reist ja gern.

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