Handball : Launische "Löwen"

Furios starteten die Spfr. Hamborn 07 in die vergangene Spielzeit – und machten damit die schmerzlichen Abgänge vergessen. Am Ende war der Glanz aber verblasst. Den vierten Platz wertete der Vorstand als Erfolg.

Es war das Jahr des Umbruchs für den Oberligisten Spfr. Hamborn 07. Nach zwei gescheiterten Versuchen den Sprung in die Regionalliga zu schaffen, folgten einschneidende personelle Veränderungen. Mit Mirko Szymanowicz verließ das Gesicht der Löwen den Verein in Richtung des Zweitligisten OSC Rheinhausen, weitere Leistungsträger zog es zu anderen Vereinen. Der Ersatz kam überwiegend aus unteren Spielklassen oder dem Jugendbereich, schlug aber zunächst ein wie eine Bombe.

Sieben Siege in Folge, darunter gegen klar favorisierte Teams wie Borussia Mönchengladbach und den späteren Meister HG Remscheid ließen das Umfeld in Hamborn bereits wieder von besseren Tagen träumen. Doch vielleicht war es auch genau dieser Druck, der das junge Team – der Altersschnitt zu Saisonbeginn lag bei 22,7 Jahren – immer mehr vom Kurs abkommen ließ. Zwar betonte Trainer Werner Enders, dass nicht die erste Niederlage bei der Reserve des TuSEM Essen ausschlaggebend für die Trendwende gewesen sei, doch spätestens ab diesem Spiel war kaum noch etwas zu sehen vom Hamborner Spaß- und Tempohandball, der das Team zuvor so stark gemacht hat. Auch die mannschaftliche Geschlossenheit schien zwischenzeitlich etwas verloren zu gehen – was weitere Niederlagen nach sich zog.

Trotz der blassen Rückrunde, in der die Löwen allenfalls Durchschnitt waren, wertete der Vorstand die Saison als vollen Erfolg. Verständlich, lautete das Saisonziel für die runderneuerte Truppe doch Platz sechs. Und diese Vorgabe übertrafen Max Krönung und Co. mit Rang vier souverän. Verärgert war Enders hingegen über die vielen leichtfertig verschenkten unkte. "Platz zwei wäre sicher möglich gewesen, aber wir haben eine Zeit lang zu viele Schwächen gezeigt, die wir trotz intensiven Trainings nicht abstellen konnten", resümierte Co-Trainer Sebastian Mühleis stellvertretend für seinen Chef.

Äußerst positiv fiel die individuelle Entwicklung der jungen Kräfte ins Auge. Arthur Groß passte sich schnell an die Oberliga an, Max Krönung und Gerrit Heger übernahmen sofort Führungsrollen. Während die Mannschaft in der Rückrunde etwas schwächelte, drehte Kreisläufer-Hüne Sebastian Bartmann speziell im Angriff immer weiter auf, weshalb er sich bis in die Notizbücher des Zweitligisten TV Korschenbroich spielte.

Nicht zu kompensieren waren hingegen die Langzeit-Ausfälle von Gerrit Heger (Meniskusriss) und Kapitän Nikolai Hellmich (sechsfacher Handbruch). Zu hoch ist die Qualität dieser Akteure, als dass der übrige Kader ihr Fehlen problemlos hätte auffangen können. Daher sind die Löwen auch auf der Suche nach Neuzugängen, um die Qualität des Kaders weiter aufzuwerten – und Ersatz für Hellmich zu finden, der künftig den Posten des Teammanagers bekleidet.

(RP)