Kanu-Weltcup auf der Regattabahn in Duisburg

Kanu : Kanuten kämpfen in Duisburg um die WM-Tickets

Von Freitag bis Sonntag steht auf der Regattabahn der Weltcup an. Die deutsche Mannschaft will sich steigern. Die Ausrichter sehen den Standort langfristig gesichert und wünschen sich weitere Modernisierungen

Der Dortmunder Kabarettist Torsten Sträter fragt in seiner Sendung seine Talkgäste zum Einstieg immer: „Was ist für Dich Heimat?“ Kanu-Olympiasiegerin Franziska John beantwortete diese Frage am Mittwoch bei der Pressekonferenz zum Kanu-Weltcup, der von Freitag bis Sonntag auf der Duisburger Regattabahn über die Bühne geht, auf ihre Weise. Sie war am vergangenen Wochenende beim Weltcup im polnischen Posen am Start. Das ist von ihrer Heimatstadt Potsdam nun nicht so weit entfernt wie Duisburg.

Doch Franziska John, die vor ihrer Hochzeit im April noch Weber hieß, antwortete am Mittwoch: „Das ist eine meiner Lieblingsstrecken. In Duisburg zu starten, ist ein Stück weit nach Hause zu kommen.“ Sie kenne die Mitarbeiter an der Regattastrecke, sie fühle sich einfach wohl, unterstrich die 30-Jährige. Herr Sträter kann Frau John also ruhigen Gewissens in seine Sendung einladen.

Auch Jens Kahl, Chef-Bundestrainer und Sportdirektor des Deutschen Kanu-Verbandes, fühlt sich in Duisburg wohl – und das nicht nur, weil die Geschäftsstelle seines Verbandes mittlerweile in einem schmucken Neubau im Sportpark beheimatet ist. „Duisburg ist als Trainingsstandort unverzichtbar und bietet als Regattastrecke faire Wettkampf-Bedingungen“, sagt Kahl.

Für die deutschen Kanuten steht in Duisburg einiges auf dem Spiel. Nach der Regatta wird der Verband das Aufgebot für die Weltmeisterschaft im ungarischen Szeged in August benennen. Die Freude über die Resultate in Polen hielt sich beim DKV in Grenzen, in Duisburg soll nun eine deutliche Leistungssteigerung her. „Ich erwarte keinen Platzregen an Medaillen, es wird wohl eher ein Landregen sein“, sagt Jens Kahl zur Zielsetzung.

65 Nationen mit 671 Sportlern sind am Start. Für den ausrichtenden und ehrenamtlich tätigen Kanu-Regatta-Verein mit Jürgen Joachim an der Spitze steht wieder eine Mammutaufgabe an – zumal Regatten im vorolympischen Jahr ohnehin eine noch größere Beachtung finden. Die aktuelle Weltcup-Regatta ist für Duisburg nur eine Zwischenetappe im langfristigen Rennkalender. In den nächsten Jahren geht es Schlag auf Schlag.

Im nächsten Jahr steigt in Duisburg die Para-Weltmeisterschaft, 2021 folgt die Europameisterschaft, und 2023 geht es im Sportpark um die Weltmeistertitel. Der vor kur­zem erfolgte Zuschlag für die Ausrichtung der WM in vier Jahren ist für Jürgen Joachim ein Meilenstein. „Das ist für Duisburg eine langfristige Standortgarantie“, sagt der Funktionär, der hofft, dass mittelfristig auch noch die Tribünenseite der Regattabahn erneuert wird. Den „Charme der 70er“ würden die Kanuten gerne los werden. Das wird indes nur mit öffentlichen Geldern funktionieren.

Am Freitag und Samstag starten die Rennen jeweils um 8 Uhr, am Sonntag geht’s um 8.30 Uhr los. Am Samstag und Sonntag stehen jeweils zwischen 11.30 und 13.30 Uhr die Finalrennen an. Der Eintritt ist frei.

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