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Kanu: Kamera-Schienenbahn ist schrottreif

Kanu : Kamera-Schienenbahn ist schrottreif

Die millionenteure Anlage an der Regattabahn wird auch bei den Westdeutschen Kanumeisterschaften nicht laufen.

Am Wochenende paddeln die Kanuten auf der Regattabahn im Sportpark um die Westdeutsche Meisterschaft. Bilder von den Rennen wird man auf der Videowand gegenüber der Haupttribüne sehen. Was dagegen einmal mehr nicht funktioniert, das ist die aufwändig sanierte Kamera-Schienenbahn. 2007 wurde sie installiert und für unzureichend befunden. Alle Versuche der Nachbesserung scheiterten. Inzwischen steht fest: Die Anlage ist Schrott. Mehr als Ideen für eine "Ertüchtigung" gibt es nicht. Jürgen Dietz vom Eigenbetrieb "DuisburgSport" sagt: "Wir haben noch ein Ass im Ärmel, aber es stehen weitere Gespräche aus."

Die Kamera-Schienenbahn bleibt eine unendliche Geschichte. 2007 wurde sie für 1,8 Millionen Euro als erste ihrer Art zur Kanu-WM fertiggestellt. Freilich, die Anlage erwies sich als unbrauchbar. Die Kamera produzierte Wackelbilder. Zu ihrem eigentlichen Zweck der Trainingsanalyse taugte sie nichts. 2010 fand sie Erwähnung im Schwarzbuch, mit dem der Bund der Steuerzahler die Verschwendung öffentlicher Gelder anprangert.

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Da war die Stadt schon im Rechtsstreit mit den Herstellern. Im September 2012, also fünf Jahre nach der Feststellung der Mängel, gab es nach wie vor kein Urteil, doch immerhin ein Gutachten. Das stellte fest: "vollständig gebrauchsuntüchtig". Eine Reparatur käme vermutlich teurer als ein Neubau. Mithin ein wirtschaftlicher Totalschaden. Der Generalplaner und der Fachplaner haben Fehler gemacht: "In ihrem Handeln werden insoweit Pflichtverletzungen gesehen", hieß es damals in einem Bericht des Eigenbetriebs.

Die beteiligten Unternehmen wollten dann nachweisen, dass sie die Bahn ans Laufen bringen können. Die Stadt ließ sich darauf ein, weil man so schneller zu einem positiven Ergebnis kommen wollte. Nach fast zwei Jahren und einigen Versuchen steht fest: Es wird nichts mit der Reparatur. Jürgen Dietz bestätigt: "Diese Bemühungen, die Bahn ans Laufen zu bringen, sind gescheitert. Die Bilder entsprechen nicht den Anforderungen."

Ob man sich nun vor Gericht wieder sieht oder eine andere Lösung findet, all das ist offen. Jürgen Dietz sagt aber: "Ich habe nach wie vor Hoffnung, dass wir die Bahn ertüchtigen können." Er ist mit dem Rechtsamt der Stadt Duisburg im Gespräch.

Inzwischen fanden auch die Kanu-Weltmeisterschaften 2013 ohne Schienenbahn statt. Erst für die kommende WM 2019 will Duisburg wieder eine Bewerbung abgeben.

(kew)