Wasserball: Jocks trainiert den DSV 98

Wasserball : Jocks trainiert den DSV 98

Der Wasserball-Bundesligist stellte Carsten Jocks als Nachfolger von Christian Koke vor. Der 38-Jährige war einst ein Center gehobener Klasse und schnürte zuletzt als Spielertrainer für den Zweitligisten PSV Duisburg die Kappe.

Die Wasserballer des DSV 98 sind immer mal wieder für eine Überraschung gut. Gestern ging das so. Um viertel vor zwölf rief Trainer Christian Koke an und lud höchstselbst für den Nachmittag zu einer Pressekonferenz. Thema: Vorstellung des neuen Trainers. Fünf Stunden später stand Koke am Rand des Vereinsbeckens neben seinem Nachfolger, lächelte nett in die Kameras und beantwortete anschließend gewohnt eloquent die Fragen, die auf der Hand lagen.

"Papa, ich will dich öfter sehen"

Warum hört er auf? "Ich habe in der letzten Saison gemerkt, wie schwierig es ist, alles unter einen Hut zu bekommen." Koke ist Abteilungsleiter der "Sportstadt Düsseldorf", außerdem Wasserball-verrückt, vor allem aber stolzer Vater. Ehefrau Anke und die Kinder Moritz (4) und Amelie (1) mussten zuletzt viel zu oft auf das Familienoberhaupt verzichten. "Wenn der eigene Sohn zu einem sagt: ,Papa, ich will dich öfter sehen', macht man sich schon so seine Gedanken", sagte Koke, dem es schwer fiel sein sportliches Baby in die Obhut eines anderen zu geben: "Wir haben in den letzten drei Jahren eine Menge aufgebaut, den Wiederaufstieg geschafft und uns in der Bundesliga etabliert. Das lässt man nicht einfach los." Deshalb bleibt der 38-Jährige den 98ern in anderer Funktion erhalten. Ihm schwebt die Rolle des beratenden "Co-Co-Trainers" vor.

Kokes Nachfolger ist in Wasserball-Duisburg bestens bekannt. Carsten Jocks, langjähriger Vorzeige-Center des ASCD und des DSV 98, wechselt vom Zweitligisten PSV Duisburg an den Bertasee. Bei den "Polizisten" agierte der 38-Jährige seit 2008 als Spielertrainer, zuvor stand er bei der A-Jugend und der Reserve des ASCD am Beckenrand.

Noch einige Baustellen im Kader

Der neuen Herausforderung blickt Jocks, der als Teamleiter bei einer Bank angestellt ist, zuversichtlich entgegen: "Als die Anfrage kam, habe ich kurz überlegt, aber im Prinzip war die Entscheidung klar. Bei 98 stimmt das Umfeld, und ich bin guter Dinge, dass wir den eingeschlagenen Weg unter meiner Regie fortsetzen können." Will heißen: Auch in der nächsten Saison peilt der DSV den Bundesliga-internen Aufstieg in die Hauptrunde A an.

In punkto Kader sind freilich noch einige Baustellen abzuarbeiten. Daniel Grohs geht zum "work and travel" nach Australien. Ob Tim Focke weitermacht, ist mehr als fraglich. Und Marek Debski, bei dem die 98er ebenfalls mal nachfragten, ob er nicht das Traineramt übernehmen wolle, bleibt lediglich Stand-by-Spieler. Der erste "echte" Neuzugang ist seit Donnerstagabend unter Dach und Fach, wie er heißt, will der DSV aber erst Anfang nächster Woche öffentlich machen. Aus dem ASCD-Nachwuchs kommt Tom Graue. Ob der 18-Jährige den Sprung ins Bundesliga-Team schafft, wird sich zeigen.

(RP)