Eishockey: Huebscher will EVD zum Aufstieg führen

Eishockey : Huebscher will EVD zum Aufstieg führen

Der erfahrene Eishockey-Stürmer hat seine monatelange Verletzungspause überstanden. Morgen geht es gegen Kassel.

Rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase schnürt André Huebscher wieder seine Schlittschuhe. Der Stürmer mit Erfahrung aus über 270 Spielen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kann morgen im vorentscheidenden Heimspiel des Oberligisten EV Duisburg gegen die Kassel Huskies den Unterschied ausmachen. Nach langer Verletzungspause will Huebscher dazu beitragen, die Füchse in die Spiele um den Aufstieg in die DEL 2 zu führen.

Beim 3:1 gegen Herne konnte der 25-Jährige vom Niederrhein, der jetzt in Krefeld lebt, bereits ein bisschen üben. "Das hat gut getan, wieder dabei sein zu können. Aber es war auch anstrengend. Du kannst Fahrradfahren und Laufen so viel du willst, die Belastung eines Spiels ist einfach eine andere", sagt er.

Gut gelaunt war der Sympathieträger trotz der schweren Beine nach dem Spiel. Eine ziemlich nervige Leidenszeit ist nun hoffentlich vorbei. Im Testspiel gegen Frankfurt vor der Saison zog sich der Angreifer, der von den Dresdner Eislöwen kam und gleich eine Leader im jungen Fuchs-Team werden sollte, einen Handbruch zu. Erst im Januar konnte er zurück aufs Eis. Und wieder winkten ihn die Ärzte aus der Kurve. Eine Entzündung im Ellbogen zwang erneut zu einer mehrwöchigen Pause. Huebscher: "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das hat mich nicht belastet. So etwas hatte ich in meiner Karriere noch nicht erlebt. Da stellt man sich schon die Frage: Warum muss gerade mir das passieren?"

Und warum gerade jetzt? Die persönliche Saisonplanung verfolgte ganz andere Ziele. Huebscher, der für Krefeld, Ingolstadt und Wolfsburg in der DEL gespielt hatte und dann in die Zweite Liga nach Dresden gegangen war, wollte den Zwischenschritt in der Dritten Liga für die Rückkehr ins Oberhaus nutzen. Das klappt häufiger: Adam Courchaine ist nach seinem Workout bei den Füchsen im Vorjahr inzwischen einer der Stars der Krefeld Pinguine. Adrian Grygiel schnappte sich nach kurzem Aufenthalt in Duisburg einen Vertrag bei den Augsburger Panthern. So oder so ähnlich hatte sich das auch Huebscher vorgestellt. Denn, das hat sich inzwischen herumgesprochen: Wer das beinharte Programm, das Trainer Franz Fritzmeier fährt, mit guten Leistungen auf dem Eis zurückzahlt, rückt in den Fokus. Die Nähe zu den Kooperationspartnern aus der DEL, Iserlohn, Köln und Krefeld, öffnet die Türen schneller. Zudem bot ihm der EVD eine Lehrstelle. Denn Zukunft ist das, was stets ungewiss ist. Wie sich bald zeigte. Die Verletzungen bremsten die Ambitionen.

Der Stürmer hat ein wenig umgeplant. Der Vertrag mit dem EVD läuft noch ein Jahr. Er will ihn erfüllen. Außerdem besteht die Chance, gleich mit dem ganzen Team aufzusteigen. "Ja, wir sind jung. Aber wir haben das Potenzial. Warum sollen wir uns nicht die Erfahrung, die uns fehlt, gleich jetzt und heute holen", sagt er. Auf das vorentscheidende Spiel gegen Kassel freut er sich: "Gegen die Huskies haben wir immer unser bestes Eishockey gezeigt." Aber allzu hoch hängt er die Partie nicht. "Es ist nicht nur das eine Spiel wichtig. Wir müssen jeden Gegner schlagen, wenn wir in die Finalrunde wollen", ergänzt Huebscher.

Solche Sätze bestätigen, dass Fritzmeier die richtige Wahl getroffen hat, als er ihm die Rolle des Führungsspielers zudachte. Das gilt auch für eine weitere Einschätzung. Ursprünglich sollte Huebscher mit den Importspielern Jack Paul und Scott Wasden eine schlagkräftige erste Reihe bilden. Gegen Herne spielte der Rückkehrer mit den Talenten Fabio Pfohl und Dominik Lascheit zusammen. "Kein Problem. Es macht Spaß mit den jungen Leuten, und sie haben mir bei meinem Start sehr geholfen", sagt Huebscher. Dass es auf ihn im Topspiel morgen besonders ankommt, weiß er. Aufhebens macht er nicht davon.

(kew)
Mehr von RP ONLINE