Lokalsport: HSG hofft weiter auf die Bundesliga

Lokalsport : HSG hofft weiter auf die Bundesliga

Jugendhandball: Die neue HSG Homberg-Rheinhausen ist mit einem Sieg und drei Niederlagen in die Bundesliga-Qualifikation gestartet. Die Tür zum Oberhaus ist aber weiter offen. Dafür braucht es Punkte.

David Breuer saß in seinem VW Polo und war bereit für das Formel-1-Rennen. Diesen Vergleich hatte er benutzt, ehe es für den Trainer und das A-Junioren-Team der HSG Homberg-Rheinhausen ins erste Qualifikationsturnier zur Handball-Bundesliga ging. "Wenn ein Rennwagen der Formel 1 einen Getriebeschaden hat, kann auch der Polo gewinnen." Das war auf jeden Fall beim 27:17 (16:5)-Sieg gegen den ASV Senden der Fall. Zwar war das der einzige Erfolg in den vier Partien am Samstag und Sonntag in eigener Halle - doch er hält die Tür zur Bundesliga weiter offen. "Wenn wir am 2. Juni in Nettelstedt unsere Spiele gewinnen, haben wir eine Chance", so Breuer. Platz fünf oder sechs im Siebenerfeld, was die bundesweite Zusatzqualifikation in Baunatal bedeuten würde, ist aber drin.

Los ging es allerdings mit einem Schwergewicht. Gleich im ersten der auf 50 Minuten reduzierten Spiele traf die HSG auf den Bergischen HC, der als Bundesligist der vergangenen Saison nur knapp die direkte Qualifikation verpasst hatte - und auf ein eingespieltes Team zurückgreifen kann. Und tatsächlich ging diese Partie mit 16:38 (5:19) überdeutlich verloren. Davon ließen sich die Duisburger aber nicht schocken. "Wir haben natürlich mit einer ganz anderen Taktik als danach gegen Senden gespielt", sagte Breuers Trainerkollege bei der HSG, Burkhard Heesen. "Außerdem sollte man sich bei einem Turnier die Kräfte einteilen." Heißt: Im ohnehin verlorenen Spiel gegen den BHC gab der Gastgeber nicht auf "Teufel komm raus" Gas. Das war clever, denn gegen Senden war die HSG die tonangebende Mannschaft und sicherte sich den wichtigen Erfolg. Das wiederum gab dem Team das nötige Selbstvertrauen für die folgende schwere Aufgabe.

Am Sonntagmorgen ging es gegen die JSG NSM-Nettelstedt weiter - und der Bundesliga-Nachwuchs platzierte sich in der vergangenen Saison sogar einen Zähler vor dem BHC. In dieser Partie konnten die Duisburger das Spiel zwar lange Zeit offen halten, verloren aber mit 19:26 (9:12). "Es war durchaus unser Ziel, unsere Angriffe lange auszuspielen, auf den richtigen Moment zu warten und den Gegner im Rhythmus zu stören", sagte Breuer. Dennoch spielte Nettelstedt stringent nach vorne und kam bei Gegenangriffen regelmäßig zu schnellen Treffern. Zudem stand die erfahrene NSM-Deckung sicher und bekam lediglich Tolis Schoofs, den kräftigsten HSG-Spieler, nicht in den Griff. "Gut war, dass sich die Jungs bis wenige Minuten vor dem Ende nicht aufgegeben hatten", lobte Breuer.

Das sah im abschließenden Spiel beim doch sehr deutlichen 13:27 (8:11) gegen Westfalia Herne anders aus. "Das fanden wir nicht so gut", sagte Breuer. Die HSG steht auf Rang sechs, zwei Punkte hinter Platz vier, der die Qualifikation ohne "Nachsitzen" bedeuten würde. Am 2. Juni trifft das Homberg-Rheinhauser Team in Nettelstedt auf die SG Menden Sauerland Wölfe (5.) und Eintracht Hagen (4.).

(RP)