Hockey_ Club Raffelberg vor dem Saisonstart

Hockey : Der Club Raffelberg hat wieder Spaß

Die erfolgreiche Vorbereitungsphase sorgt für viel Zuversicht beim Frauen-Zweitligisten. Der Wiederaufstieg ist denkbar, das Ziel wird aber nicht formuliert. Zum Auftakt gibt’s gleich das Top-Spiel gegen den Großflottbecker THGC.

Allzu gut verlaufende Vorbereitungen sorgen mitunter für einen kuriosen Effekt bei den verantwortlichen Trainern: Sie trauen dem Braten nicht. Sie sorgen sich, dass ausgerechnet dann der Einbruch kommt, wenn es um Punkte geht. Susi Wollschläger ist da anders. „Ich sorge mich überhaupt nicht. Die Vorbereitung macht richtig Mut“, sagt die Trainerin des Frauen-Hockey-Zweitligisten Club Raffelberg. Nach dem direkten Wiederabstieg aus der Ersten  Bundesliga sorgen die Ergebnisse in den Testspielen dafür, dass die Duisburgerinnen der natürliche Aufstiegsfavorit sind. So direkt will es Wollschläger aber doch nicht formulieren – da der andere Erstliga-Absteiger, der Großflottbeker THGC, nun einmal ebenfalls in der Nord-Gruppe des Unterhauses aufläuft.

„Wir wollen oben mitspielen“, heißt die defensivst möglich Formulierung. „Und natürlich möchten wir gerne aufsteigen, wenn die Chance sich bietet.“ Trotz zahlreicher teils starker Gegner kamen die Raffelbergerinnen mit nur einer Niederlage durch die 13 Vorbereitungsspiele. Die einzige Pleite gab es gegen einen Erstligisten; andere Teams aus dem Oberhaus wurden besiegt, Zweitligisten, vor allem jene aus der erheblich schwächeren Süd-Gruppe, vom Platz gefegt.

Dass Selbstüberschätzung die Folge sein könnte, glaubt Wollschläger nicht. „Wir haben auch viele Partien gewonnen, in denen wir spielerisch nicht besonders gut waren“, sagt sie. Die Spielerinnen wissen, dass es noch genügend Arbeit gibt. Aber eben auch, dass der CR dank seiner breiten Leistungsstärke in der Lage ist, auch jene Partien zu gewinnen, in denen es mal nicht so gut läuft. „Dafür ist die individuelle Stärke eben gut genug“, sagt Wollschläger. Der nächste positive Effekt: „Die Mädels haben endlich wieder Spaß am Hockey.“ Gerade die frustrierende Rückrunde in Liga eins hatte den Raffelbergerinnen die Freude genommen. Die vielen Erfolge in der Vorbereitung haben das nun gedreht. Wollschläger: „Das ist wieder ein bisschen mehr meine Mannschaft.“

Diese Mannschaft ist auch größer geworden. Zwar fallen Johanna von dem Borne und Karo Küskes wegen ihres Studiums in den USA für ein Jahr aus. Aber zum einen kehrt Berit Liebenehm nach einem Auslandsaufenthalt zurück, zum anderen gibt es mit Alica Wahl, Lisa Bartkowiak (beide HTC Uhlenhorst Mülheim), Birthe und Maren Hülser (beide ETuF Essen) sowie Carla Mink (Rot-Weiß Köln) gleich fünf Neuzugänge.

„Was gibt es Schöneres, als dass ein Eigengewächs wieder zurückkehrt und daran richtig viel Spaß hat?“ sagt die Trainerin über Alica Wahl. „Und Lisa Bartkowiak ist ein richtig lustiger Typ als Torwart. Etwas verrückt, aber das sagt man Torhütern ja unverständlicherweise nach“, sagt die einstige Weltklasse-Keeperin Wollschläger lachend – die 1992 olympisches Silber gewonnen hat. „Carla Mink ist ebenfalls eine tolle Bereicherung. Und die Hülser-Schwestern haben sich auch hervorragend integriert.“

Die Saison beginnt mit einem Top-Spiel. Am Sonntag um 12 Uhr ist Flottbek am Kalkweg zu Gast. Wer den Absteigern am gefährlichsten werden kann? Am ehesten Eintracht Braunschweig und der Klipper THC Hamburg. Und viel angenehmer werden die Partien gegen Blau-Weiß Köln, den Bonner THV sowie die Neulinge Club zur Vahr und Crefelder THC auch nicht.

(the)
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