Handball: Rücktritte der Sportlichen Leitung des VfB Homberg

Handball : Sportliche Leitung des VfB Homberg wirft hin

Trainer Achim Schürmann und die Sportlichen Leiter Mirko Szymanowicz und Sven Upietz gehen beim Regionalliga-Absteiger von Bord. Durch die Rücktritte kann der Verein eine Finanzierungslücke schließen.

Auf den Abstieg aus der Handball-Regionalliga folgte beim VfB Homberg das große Beben. Trainer Achim Schürmann sowie die Sportlichen Leiter Mirko Szymanowicz und Sven Upietz boten in einer Krisensitzung des künftigen Oberligisten ihre Rücktritte an. Die Vereinsführung wehrte sich offenbar nicht lange. „Mit dem Geld, das wir durch die Rücktritte einsparen, können wir die kommende Saison in der Oberliga finanzieren“, sagt Günter Denzig, Geschäftsführer der Homberger Handballer.

Durch das Scheitern des MTV Rheinwacht Dinslaken in der Aufstiegsrunde zur Dritten Liga besteht erst seit dem vergangenen Wochenende Gewissheit, dass die Homberger in der kommenden Spielzeit nur in der Oberliga auflaufen dürfen. Für den Neustart in der fünfthöchsten Klasse war der VfB aber finanziell nicht aufgestellt.

Mirko Szymanowicz (links) geht auch als Spieler. Foto: Jochen Emde

In einer Pressemitteilung vom Donnerstag heißt es: „Der noch nicht komplett durchfinanzierte Etat machte einen Strich durch die Rechnung.“

Dabei hatte sich der VfB nach dem Rückzug von Bülent Aksen im Winter neu aufgestellt. Die Spieler Mirko Szymanowicz und Sven Upietz – auch in dieser Rolle verlassen sie nun den VfB – übernahmen die sportliche Leitung. Das Trio verpflichtete Neuzugänge, der Kader für die nächste Saison war weitgehend komplett. Zudem hatte es immer geheißen, dass der Verein zweigleisig plane. Auf dem Oberliga-Gleis tauchte nun aber ein Prellbock auf. Am 9. Juli wollte Achim Schürmann mit seiner Mannschaft das Training aufnehmen. Daraus wird nun nichts.

„Nach dem Abstieg sind uns Sponsoren weggebrochen“, sagt Günter Denzig. Die Variante, mit der sportlichen Leitung weiterzumachen und stattdessen am Kader zu sparen, sei auch diskutiert, aber nicht weiter verfolgt worden. Denzig: „Das ist eine traurige und unglückliche Geschichte.“

Der Funktionär hofft, dass der Kader trotz der überraschenden Rücktritte zusammen bleibt. Ob alle Neuzugänge tatsächlich kommen, ist aber offen. Der Aldekerker Matome Rampyapedi entschied sich beispielsweise aufgrund seiner Kontakte zu seinem früheren Trainer Achim Schürmann für einen Wechsel nach Duisburg.

Günter Denzig will nun zeitnah einen Nachfolger für Achim Schürmann, der seit zwei Jahren beim VfB tätig war, präsentieren und dem Team vorstellen. Wechselwilligen Spielern wollen die Homberger keine Steine in den Weg legen. Denzig hofft aber, dass die Akteure bei der Stange bleiben. „Dann sollte es möglich sein, in der Oberliga oben mitzumischen“, sagt er. Mit Mirko Szymanowicz und Sven Upietz stehen aber zumindest zwei Spieler nicht mehr zur Verfügung.

Dass sich die Mitglieder des VfB Homberg erst kürzlich gegen eine Spiel-Gemeinschaft mit dem Liga-Gefährten HC Wölfe Nordrhein ausgesprochen haben, ist für Günter Denzig auch mit Blick auf die neue Situation kein Grund, einer verpassten Gelegenheit nachzutrauern. „Das Votum der Mitglieder war eindeutig“, sagt er.

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