Hamborn 07 trennt sich von Reserve-Coach Armin Dimmel

Fußball : Hamborn 07 trennt sich von Reserve-Coach Armin Dimmel

Die Verantwortlichen führen die fehlende Einheit des A-Liga-Teams als Grund an. Liga-Konkurrent SC Hertha Hamborn wird drei Punkte am Grünen Tisch erhalten.

Warum Christian Birken so gut gelaunt sei? Der Vorsitzende des SC Hertha Hamborn entgegnet immer noch lachend: „Ja, wer hätte denn gedacht, dass wir nach vier Spieltagen einen Punkt vor Hamborn 07 stehen?“ Da stutzt man erst einmal kurz, denn in der am Dienstagvormittag noch aktuellen Tabelle der Fußball-Kreisliga A nimmt der Aufsteiger aus Neumühl ohne einen einzigen Zähler den letzten Platz ein – und die aus der Bezirksliga abgestiegene Löwen-Reserve rangiert mit zwei Punkten nur unwesentlich davor. Doch inzwischen steht fest, dass sich dies merklich ändert: Denn die Herthaner bekommen die Punkte aus dem 0:15-Debakel am vergangenen Sonntag beim TV Jahn Hiesfeld II zugesprochen. Damit steht das Team nun tatsächlich vor dem Lokalrivalen, der wenige Stunden zuvor die Trennung von Trainer Armin Dimmel vollzogen hatte.

Für beide Hamborner Clubs war der Sonntag ein bitterer. Während Hertha sich chancenlos gegen eine mit mehreren Oberligaspielern aufgefüllte Hiesfelder Mannschaft wehrte, handelte sich 07 ein 0:6 beim TV Voerde ein. Die erhoffte Rückkehr in die Bezirksliga rückte in weite Ferne, woraufhin sich der Vorstand und die Verantwortlichen der Reserve entschlossen, Armin Dimmel von seinen Aufgaben zu entbinden. Der ehemalige Coach der ersten Mannschaft hatte erst vor der Saison die Nachfolge von Hans Herr angetreten. „Das Team stellt sich nicht mehr als Einheit dar, das hat man in Voerde deutlich gesehen. Da mussten wir handeln“, sagte Teammanager Angelo Antonica, der bis zum Sommer Sportlicher Leiter bei Hertha war und dann mit mehreren Spielern zum Holtkamp gewechselt war. Die Co-Trainer Murad Taheri und Marcel Antonica werden nun erst einmal kommissarisch die Verantwortung übernehmen.

Ein Trainerwechsel ist nebenan im Iltispark kein Thema – schließlich wusste der vor Saisonbeginn verpflichtete Marcus Autret ebenso wie Christian Birken, wo die Reise mit einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft hingehen würde. „Für die Hinserie habe ich null Punkte einkalkuliert, jetzt haben wir schon drei. Und in der Rückrunde rollen wir das Feld von hinten auf“, sagt der Klubchef augenzwinkernd. Die Herthaner, bei denen der letztjährige Keeper von Handball-Regionalligist HC Wölfe Nordrhein, Calvin Wilm, zwischen den nun etwas größeren Pfosten steht, waren gegen Hiesfeld erwartungsgemäß chancenlos, profitierten nun aber von einer schlechten Abstimmung beim Gegner. Der ehemalige Oberhausener Profi Danijel Gataric hätte nämlich nicht mitwirken dürfen, weil er in dieser Saison schon für das Oberligateam des TV Jahn gekickt hatte. Hertha legte beim Kreis Protest ein und bekam unmittelbar darauf signalisiert, Recht zu erhalten. Die Hiesfelder räumten zwischenzeitlich auch schon ihren Fehler ein, sodass mit einem Einspruch nicht zu rechnen sein dürfte.

(T.K.)
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