Lokalsport: Hamborn 07 lässt Hönnepels Acker beben: 3:0-Auswärtssieg

Lokalsport : Hamborn 07 lässt Hönnepels Acker beben: 3:0-Auswärtssieg

Landesliga: Viel Musik im Spiel des Duisburger SV beim Sieg über Niederwenigern. Buchholz überrascht mit 2:2 in Scherpenberg.

Endlich einmal so ein Spieltag nach Maß für die Duisburger Fußball-Landesligisten: Der FSV siegte - wenn auch durch Begleitumstände getrübt (siehe Text unten) - ebenso wie der DSV 1900 und Hamborn 07, doch die eigentliche Überraschung des Tages war der Buchholzer Punktgewinn beim SV Scherpenberg.

Duisburger SV 1900 - Sportfreunde Niederwenigern 2:1 (2:0). Es war Musik drin in diesem Spiel. Hitzige Aktionen auf dem Platz, viel Gemecker und Geschimpfe daneben — und am Ende ein Sieg der Wanheimerorter gegen ein Team, das die letzten sechs Spiele in Folge mit einer Bilanz von 15:1 Toren gewonnen hatte. Dieser Umstand und der Anblick seines auf ihn zulaufenden Enkels Lias ließen DSV-Coach Ralf Kessen nach Spielschluss lächeln.

Doch es gab auch Gründe, um ernst zu schauen. "Ich weiß gar nicht, warum diese ganze Hektik sein muss", kritisierte er diverse Aktionen nach dem Wechsel. Da taten sich vor allem die Gäste hervor, die das spielerisch im Grunde genommen gar nicht nötig gehabt hätten. Fast schon peinlich war eine vermeintliche Tätlichkeit gegen SFN-Akteur Dominik Enz, der nach einem vom schwachen Schiedsrichter Jan Hülsemann nicht geahndeten Foul an Außenverteidiger Kevin Kessen vorgab, von diesem im Gesicht getroffen worden zu sein. Da lag der Unparteiische zumindest insofern richtig, dass er Kessen nicht auch noch des Feldes verwies.

Kurz zuvor hatte Enz für ein fußballerisches Highlight gesorgt, als er mit einem satten Distanzschuss das DSV-Netz ausbeulte und die Hattinger so wieder auf Schlagdistanz brachte. Die Führung der Kessen-Elf stand nun endgültig auf tönernen Füßen. Herausgeschossen hatten sie Ryuka Hirata und Murat Kara per Doppelschlag in der 31. und 34. Minute, jeweils nach starker Vorarbeit über die linke Seite. Im zweiten Durchgang bekam der DSV dann offensiv nahezu gar nichts mehr auf die Reihe, doch es reichte letztlich für den Dreier.

SV Scherpenberg - Viktoria Buchholz 2:2 (2:1). Die Viktoria landete beim Aufstiegsaspiranten aus Moers eine faustdicke Überraschung. "Ich bin mächtig stolz auf diese Mannschaft. Alle haben bis zum Umfallen gekämpft", so Trainer Michael Roß. Nach zuletzt heftigen Auswärtsschlappen bestanden die Grün-Schwarze die Aufgabe auf dem Aschenplatz im Wäldchen mit Bravour.

Kurios: Die Nachspielzeit der ersten Halbzeit betrug 15 Minuten, da ein Linienrichter krankheitsbedingt nicht mehr weitermachen konnte und die Partie deswegen entsprechend lange unterbrochen war. Die Buchholzer, die in der dritten Minute durch Tim Ramroth in Führung gingen, kamen aus dem Tritt. Gegentreffer in der ersten und der zehnten Minute der Nachspielzeit durch Maximilian Stellmach und den Ex-Homberger Ercan Aydogmus waren die Folge. Nach der zweiten, diesmal regulären, Pause präsentierte sich das Gästeteam wieder besser. Tim Ramroth glich in der 62. Minute zum 2:2 aus. Scherpenberg erhöhte den Druck, doch die Buchholzer Abwehr mit einem überragenden Linksverteidiger Jerry Mvunuku und einem erneut starken Schlussmann Maik Hoppe verteidigte das Remis.

SV Hönnepel-Niedermörmter — Hamborn 07 0:3 (0:1). Da hat der Kalkarer Acker mal so richtig gebebt. Erstmals in dieser Saison feierte der Aufsteiger zwei Punktspielsiege nacheinander. "Das fühlt sich super an", sagte Trainer Armin Dimmel freudestrahlend. Auch der Umstand, dass ihm Linksverteidiger Nils Bothe am Sonntagmorgen abgesagt hatte, brachte ihn nicht aus dem Konzept. Dafür stand Kai Neul wieder zur Verfügung und nahm die zentrale Position im 4-1-4-1-System ein. "Vor allem in den ersten 15 Minuten haben wir super gespielt und den Ball laufen lassen", so Dimmel. Zur Führung brauchte es dann nach Foul an André Meier einen Elfmeter, den Rafael Schütz verwandelte (12.). Danach zog sich Hamborn etwas zurück und musste zu Beginn der zweiten Hälfte eine Druckphase von Hö-Nie überstehen, legte dann aber entscheidend nach. Sommer-Zugang Schütz, der sich als Defensivmann inzwischen zum Toptorjäger entwickelt hat, stellte mit einem 20-Meter-Schuss zum 2:0 in der 69. Minute die Weichen. "Damit war die Messe im Prinzip gelesen", so Dimmel, der sich dann noch über das vollends beruhigende 3:0 durch David Gehle (85.) freuen durfte: "Und das mit dem linken Fuß, den er nur zum Stehen hat."

(RP)