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Lokalsport: Gewalt auf Duisburger Fußballplätzen

Lokalsport : Gewalt auf Duisburger Fußballplätzen

Jüngst wurde eine Tätlichkeit eines Amateur-Fußballers vor dem Landgericht verurteilt. In zweiter Instanz hatte das Landgericht Duisburg einen 27-jährigen Moerser wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1200 Euro - 40 Tagessätze zu je 30 Euro – und einem Schmerzensgeld von 1800 Euro verurteilt, weil er seinem Gegner mit dem Ellenbogen die Nase brach. Sein Gegenüber war ein Spieler vom Rumelner TV – die Partie fand in der Kreisliga A statt.

Jüngst wurde eine Tätlichkeit eines Amateur-Fußballers vor dem Landgericht verurteilt. In zweiter Instanz hatte das Landgericht Duisburg einen 27-jährigen Moerser wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1200 Euro - 40 Tagessätze zu je 30 Euro — und einem Schmerzensgeld von 1800 Euro verurteilt, weil er seinem Gegner mit dem Ellenbogen die Nase brach. Sein Gegenüber war ein Spieler vom Rumelner TV — die Partie fand in der Kreisliga A statt.

Eine Ausnahme? Mitnichten. Auf drei Fußballplätzen in Duisburg ist es in wenigen Tagen zu unsportlichen und wenig schönen Szenen gekommen. Einer der Vorfälle ereignete sich während des Kreispokalspiels zwischen dem B-Ligisten ETuS Bissingheim und dem 1. FC Dersimspor. Dort kam es am Mittwoch zu einer handfesten Schlägerei, die sogar einen Polizeieinsatz zur Folge hatte. Gestern verschickten die neutralen Ordnungshüter dazu sogar eine offizielle Meldung.

Mehrere Zuschauer und Spieler des Gastvereins vom 1. FC Dersimspor gerieten mit einem Spieler des ETuS und dessen Vater aneinander. Sowohl der Spieler als auch der Vater erlitten durch Schläge leichte Verletzungen. Auch ein Linienrichter soll involviert gewesen sein. Die Polizei, die mit fünf Streifenwagen und einem Diensthundeführer einschritt, soll schlichtend eingegriffen haben.

Im ebenfalls am Mittwoch ausgetragenen Kreispokal-Duell zwischen Post SV Blau-Weiß und dem FC Hagenshof (3:2) an der Aakerfährstraße kam es nach dem Abpfiff zu Auseinandersetzungen zwischen mehreren Spielern. Und auch im Jugendfußball kam es zuletzt zu Gewaltausbrüchen auf beziehungsweise neben dem Rasen. Im Spiel der U 19 zwischen dem TSV Bruckhausen und dem DSV 1900 soll der TSV-Kapitän einen Zuschauer geschlagen haben. Diese Attacke löste einen Sturm des Spielfeldes aus.

Zuvor vermeldete die Polizei einen Einsatz nach einem A-Jugend-Spiel, nach dem ein 16-jähriger Kamp-Lintforter und ein 18-jähriger Duisburger bei einer Schlägerei verletzt wurden. Erst Ende des vergangenen Jahres beklagten die Schiedsrichter im hiesigen Fußballkreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken die zunehmende Gewaltbereitschaft auf den Fußballplätzen. Diese artete teils derart aus, dass die Schiedsrichter, die damals Opfer von Attacken wurden, einige Mannschaften boykottierten und zeitweise nicht mehr pfiffen.

Der Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt aber, dass solche Gewaltausbrüche keine Probleme sind, die nur der Fußballkreis 9 in diesen Ausmaßen kennt. Die Gewaltbereitschaft der Gesellschaft ist generell größer geworden. Der Sport — und in diesem Fall der Fußball — ist auch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Der Fußballkreis reagierte auf die Vorfälle im vergangenen Jahr und führte beispielsweise härtere Strafen für Beleidigungen ein.

Die Sonderberichte eines Schiedsrichters landen bei der Staatsanwaltschaft, die dann entscheidet, ob gegebenenfalls straf- oder zivilrechtlich ermittelt wird. Gewaltforscher und Fanforscher wie Gunther A. Pilz raten zu mehr Prävention und dem gemeinsamen Dialog. "Fußballvereine müssen über die Thematik Gewalt reden und klarmachen, wo der Verein Grenzen sieht. Werden diese überschritten, müssen auch Konsequenzen folgen."

(RP)