1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg
  4. Sport

Lokalsport: Georg Koch: "Der MSV gehört in die 2. Liga"

Lokalsport : Georg Koch: "Der MSV gehört in die 2. Liga"

Fußball Ex-Zebra-Torwart Georg Koch trifft am Samstag als Torwart-Trainer der SG Sonnenhof Großaspach auf seinen alten Verein. Mit Sven Beuckert verbindet ihn noch immer eine Freundschaft.

Sven Beuckert schmunzelt. Die Frage, welcher Klub den besseren Torwarttrainer hat, beantwortet er nicht, sondern sagt: "Schorschi war der bessere Torwart." Beim MSV Duisburg waren Sven Beuckert und Georg Koch von 2004 bis 2007 in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga ein starkes Torwartduo. Koch die unumstrittene Nummer eins, Beuckert sein verlässlicher Vertreter. Morgen treffen sich die beiden Keeper als Torwarttrainer im Drittliga-Auswärtsspiel der Zebras bei der SG Sonnenhof Großaspach wieder. Koch steht beim Aufsteiger seit Saisonbeginn unter Vertrag ."Der Kontakt zu Beucke ist immer noch sehr intensiv. Wir telefonieren oft miteinander", sagt Koch.

Beide Ex-Profis verbindet nicht nur die gemeinsame Zeit beim MSV. Beide Spieler mussten ihre Spieler-Karriere aufgrund eines außergewöhnlichen Zwischenfalls beenden. Beuckert verlor bei einem Unfall mit einem Pferd auf dem heimischen Gestüt einen Daumen. Die Ärzte konnten den Daumen zwar wieder annähen, Beuckert musste die Handschuhe trotzdem an den Nagel hängen.

Koch wurde als Keeper von Rapid Wien im Lokalderby gegen Austria Opfer einer aus dem Austria-Fanblock abgefeuerten Rakete . "Ich habe noch immer hin und wieder ein Pfeifen im Ohr, komme aber damit zurecht", so der 42-Jährige. Koch freut sich auf das Gastspiel des MSV in Großaspach: "Für unseren Verein ist das eine große Sache, wenn eine Mannschaft dieses Kalibers kommt." Sein Engagement beim MSV liegt nun schon sieben Jahre zurück. Entsprechend distanziert blickt der ehemalige Kapitän zurück. Kein Nachkarten - auch wenn die entsprechenden Themen in der Schublade liegen. Die Spannungen mit Ex-MSV-Chef Walter Hellmich etwa, die die Trennung im Jahr 2007 nach sich zogen.

Die Schnittmengen zur damaligen Zeit sind ohnehin begrenzt: Neben Sven Beuckert sind der heutige Sportdirektor Ivica Grlic und die Zeugwarte Manni Piwonski und Peter Lindner noch im Zebrastall aktiv. Koch, der auf 213 Bundesliga-Einsätze kommt und sechsmal in der Champions League am Ball war, konzentriert sich nach seiner aktiven Laufbahn auf den Job des Torwarttrainers: "Das ist das, was ich kann."

In der Saison 2012/13 durfte er sein Können sogar in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter Beweis stellen. Als Torwarttrainer des SC Dubai war ein Scheich der Vorgesetzte des ehemaligen Torhüters. Der Scheich nahm laut Koch zwar viel Einfluss auf das sportliche Geschen, er selbst konnte aber in Ruhe arbeiten. Nach einem Jahr zog es Koch dann doch wieder in die Heimat: "Es ist nicht leicht, dauerhaft von der Familie getrennt zu sein." Seinen privaten Lebensmittelpunkt hat Koch weiterhin in Bielefeld, immer wenn es Trainings- und Spielplan erlauben, fährt Koch nun von Großaspach nach Hause. Beim Aufsteiger will er seinen Teil dazu beitragen, dass der Klub den Klassenerhalt in der 3. Liga schafft. Davon könnte auch abhängen, ob er bei den Süddeutschen seinen Vertrag verlängert. Während die SG Sonnenhof Großaspach derzeit den Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte erlebt, sind Klubs wie der MSV Duisburg in der Liga unterwegs, um sie schleunigst wieder zu verlassen. Entsprechend stuft Koch seine Ex-Klubs auch ein: "Vereine wie Arminia Bielefeld und der MSV Duisburg gehören in die 2. Liga."

(RP)