Lokalsport: Genug Chancen, zu wenig Tore

Lokalsport : Genug Chancen, zu wenig Tore

Landesliga: Das ist das Leid des FSV Duisburg, der auch beim 1:2 gegen den VfB Speldorf wieder Möglichkeiten in Hülle und Fülle auslässt. Allein Ibrahim Bayraktar trifft gegen seinen Ex-Club.

Nach dem Schlusspfiff schimpfte Vereinschef Erol Ayar auf Schiedsrichter Sebastian Bollmann: "Nur zwei Minuten nachspielen zu lassen, das geht doch überhaupt nicht." Es ist allerdings die Frage, ob noch zehn Minuten mehr dem FSV Duisburg geholfen hätten, noch den Ausgleich gegen den VfB Speldorf zu erzielen. Die Chancenverwertung aus dem Spiel heraus war bei der 1:2 (0:1)-Heimniederlage des Fußball-Landesligisten das ins Auge fallende Problem.

"Das ist bei uns derzeit leider brutal", hielt FSV-Trainer Denis Tahirovic fest. Vor der Pause war es vor allem Kapitän Bora Karadag, der mehrfach die Chance ausließ, sein Team entweder in Führung zu schießen oder den Ausgleich zu erzielen. Letzteres wurde notwendig, weil Speldorfs André Panz schon nach sechs Minuten mit einem Sonntagsschuss aus schätzungsweise 35 Metern Keeper Martin Hauffe überwand.

Danach ging es vor 400 Zuschauern an der Warbruckstraße zeitweise übertrieben hektisch zur Sache. Das lag zu einem großen Teil an Gästecoach Christian Mikolajczak, der nicht nur gefühlt alle 60 Sekunden Anweisungen auf den Platz rief, was ihm aus dem Publikum den Kommentar einbrachte, er solle seine Spieler nicht wie Bambini behandeln. Der ehemalige Schalker Profi kommentierte auch ein Meckern von Bora Karadag in seine Richtung mit den Worten: "Hab ich Dich so weit, Junge? Freut mich." Das fand nicht nur Denis Tahirovic "grenzwertig", der seinen Kollegen zu mehr Ruhe ermahnte. Kurz vor der Pause gab's dann nochmal Unruhe, als Routinier Musa Celik mit VfB-Akteur Maximilian Fritzsche aneinander geriet. "Der spuckt mich an, das ist das Allerletzte", beschwerte sich Celik. Schiedsrichter Bollmann zeigte beiden Gelb.

In der 54. Minute griff der Schiedsrichter wieder ein. Innenverteidiger Stavros Tsormpatzidis stoppte den Ex-Homberger Dennis Terwiel per unübersehbarem Griff an die Schulter - den fälligen Elfmeter verwandelte erneut Panz zum 0:2. Danach brauchte der FSV einige Zeit, um wieder in Tritt zu kommen, weil es Speldorf nun defensiv auch sehr gut machte. Den Schlussspurt läutete dann einmal mehr Bora Karadag ein, dem das Pech aber weiterhin am Schuh klebte: Sein 17-Meter-Freistoß landete am Pfosten (80.).

Als Michael Siminenko nach einem Foul von Harun Can zu Boden ging, gab es wiederum Elfmeter - nun für den FSV. Ibrahim Bayraktar erzielte gegen seinen Ex-Klub (und gleichzeitig auch gegen den mehrfachen Duisburger Tennis-Stadtmeister Kai Gröger, der das Speldorfer Tor hütet) das 1:2, doch zum Ausgleich wollte es in der Folge nicht mehr reichen.

(RP)