Lokalsport: "Gegen Essen kann man verlieren"

Lokalsport : "Gegen Essen kann man verlieren"

MSV Duisburg: Der Saisonstart der MSV-Frauen geht im PCC-Stadion daneben. Der Bundesliga-Wiederaufsteiger unterliegt der SGS Essen mit 0:3. Nur mit der erstzen Halbzeit ist MSV-Kapitänin Linda Bresonik zufrieden.

Linda Bresonik weiß, was sie als Kapitänin zu tun hat. "Wir werden in der Trainingswoche schon etwas Aufbauarbeit leisten müssen", sagte die Spielführerin des Frauenfußball-Bundesligisten MSV Duisburg. "Für einige ist diese Liga neu. Da ist eine kleine Welt zusammengebrochen", so Bresonik, die das Wort "Welt" durch jeweils zwei Finger rechts und links mit Anführungszeichen markiert. Denn sie weiß auch: "Gegen Essen kann man verlieren. Das ist nur eine Niederlage. Wir sind ja nicht abgestiegen", schiebt sie mit einem Zwinkern hinterher. Doch das 0:3 (0:1) zum Saisonauftakt im Derby gegen die SGS Essen tut halt schon weh. "Wir müssen auf der ersten Halbzeit aufbauen."

Da liegt die Frau, die selbst vier Jahre nicht mehr in der Bundesliga gespielt hat - nach drei Spielzeiten in Paris und einer mit dem MSV in der zweiten Liga - gar nicht so falsch. Denn von der Anfangsnervosität abgesehen, die einige Ungenauigkeiten in Abspiel und Ballverarbeitung begünstigte, lief es in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit für die Zebras vor 1027 Zuschauern schon ganz gut. Denn abgesehen von einem Essener Pfostenknaller nach einem Freistoß von Irini Ioannidou (14.) - eine von sechs Ex-Duisburgerinnen in der Essener Startelf - wurden die guten Chancen auf Duisburger Seite markiert.

MSV-Trainerin Inka Grings hatte sich ein besseres Ergebnis erhofft. Foto: Stephan Eickershoff

Zwei scharfe Flanken von Bresonik (21., 26.) fanden um Haaresbreite ihren Abnehmer nicht; und in der 30. Minute stupste Essens Keeperin Lisa Weiß einen Heber von Kathleen Radtke so gerade noch über die Latte. Ansonsten stand der MSV - gegen den Ball mit einer Spitze (Lee Falkon) defensiv ausgerichtet, offensiv mit Ball, weil die Außenspielerinnen Yvonne Zielinski und Anna-Sophie Fliege aufrückten - gut. Bis auf die Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Ein kollektiver Tiefschlaf der Duisburger Abwehr sorgte dafür, dass Lea Schüller sehenswert zur Gästeführung abschloss.

So etwas tut weh. Noch mehr schmerzte das 0:2, als Linda Dallmann abstaubte (49.); zuvor scheiterte die erneut über rechts durchgebrochene Lea Schüller noch an MSV-Keeperin Meike Kämper, die beim dann schon belanglosen 0:3 von Jacqueline Klasen nicht ganz auf der Höhe war (63.). Doch schon nach dem 0:2 war die Partie praktisch entschieden, weil die Köpfe nach unten gingen. Und das wurmte Trainerin Inka Grings: "Denn nach dem zweiten Gegentor hatten wir noch viel Zeit. Da hätten wir noch etwas machen können." So aber wurden die zweiten 45 Minuten zum Beispiel dafür, wie es nicht geht. Grings gewann aber sofort ihr Kämpferherz zurück: "Dann machen wir es in Freiburg besser."

Allerdings musste sie sich nach dem Spiel um Lara Heß sorgen. Die junge Duisburger Spielerin wurde aus kürzester Distanz am Kopf getroffen, sodass sie mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht wurde. Für sie kam Zsófia Rácz, "die bei mir noch nie als Außenverteidigerin spielen musste", so Grings.

Die Trainerin wollte am Ende - auch der Moral wegen - nicht mehr alles wagen und verzichtete darauf, Stürmerin Sofia Nati einzuwechseln. "Ich wollte nicht, dass wir ins offene Messer laufen."

(RP)
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