Lokalsport: "Geduldig? Über den Punkt bin ich hinweg"

Lokalsport : "Geduldig? Über den Punkt bin ich hinweg"

Pierre De Wit vom MSV steht nach wochenlanger Ausfallzeit in den Startlöchern. Behandlung beim BVB-Doc.

Wenn es um schwere Verletzungen geht, kann Pierre De Wit aus dem Nähkästchen plaudern. In den Jahren 2007, 2009 und 2010 schleuderten ihn Kreuzbandrisse bei seinen Stationen Osnabrück und Kaiserslautern aus der Bahn. Der Mittelfeldspieler kämpfte sich immer wieder zurück, schuftete sich durch die Rehaprogramm und schaffte immer das Comeback.In der vergangenen Saison zählte "Piero" beim MSV Duisburg zum unverzichtbaren Stammpersonal in der 3. Liga. 35 Einsätze spulte der Blondschopf für die Zebras ab, legte zehn Treffer auf und erzielte zwei Tore selbst. Zum Ende der Saison zwickte das Knie - für De Wit angesichts der Vorgeschichte und hohen Belastungen allerdings keine Überraschung.

In der aktuellen Serie kam der 27-Jährige noch nicht in Fahrt. Beim 1:3 in Regensburg wurde De Wit nach 24 Minuten für Matthias Kühne eingewechselt. Beim 1:1 gegen Aufsteiger Sonnenhof Großaspach spielte der ehemalige Leverkusener 78 Minuten. Seit Anfang August steht wegen seiner anhaltenden Leistenbeschwerden kein weiterer Einsatz des Routiniers zu Buche. "Ich musste in meiner Laufbahn wegen der ganzen Verletzungen schon oft zuschauen. Es ist nach wie vor ein ekliges Gefühl, weil man natürlich auf dem Platz helfen möchte."

Um Abhilfe zu schaffen, reagierte De Wit reagierte und ließ sich bei der Münchner Spezialistin Dr. Ulriche Muschaweck operieren. Gleich an beiden Leisten wurden Eingriffe vorgenommen. Doch Besserung stellte sich beim Standardspezialisten nicht ein. De Wit: "Die Operation in München hätte ich mir ersparen können. Wenn man die Zeit zusammenrechnet, die ich jetzt deswegen pausiert habe, wäre ich wahrscheinlich längst wieder fit gewesen."

Mittlerweile haben die Duisburger Mannschaftsärzte Christian Schoepp und Falk Ullerich den Kontakt zu Borussia Dortmunds Teamdoc Markus Braun hergestellt. Pierre De Wit wurde dort vorstellig - und scheint endlich auf dem richtigen Genesungsweg. "Die Zusammenarbeit klappt gut. Ich habe in der letzten Woche eine Spritze bekommen, die den Heilungsverlauf unterstützen soll. Die Probleme kommen nicht aus dem Leisten-, sondern aus dem Schambeinbereich."

Nach der langen Ausfallzeit hockt Pierre De Wit verständlicherweise in den Startblöcken. "Ich bin ehrlich gesagt weit über den Punkt drüber hinweg, geduldig zu sein", sagt er, "aber jetzt etwas zu überstürzen, davon hat keiner etwas. Das grobe Zeitfenster sieht so aus, dass ich etwa in zwei Wochen wieder voll ins Training einsteigen will."

Ganz bei Null wird "Piero" dann nicht beginnen. "Das Gute ist ja, dass ich im läuferischen Bereich einiges machen konnte." In der Sommervorbereitung knüppelte der Irrwisch das komplette Programm mit durch. De Wit: "Dass die Anforderungen unter unserem Coach Gino Lettieri anders sind, ist kein Geheimnis. Das kam uns schon im einen oder anderen Spiel entgegen." Grundsätzlich sieht De Wit den MSV auf einem guten Weg: "Ich denke, wir können mit dem Team etwas erreichen." Bald will er selbst dazu seinen Beitrag leisten.

(RP)
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