Gäste-Fans übernehmen das Kommando.

Handball : Pleite für die Wölfe zum Saisonstart

Handball: Die HSC Wölfe Niederrhein unterliegen zum Regionalliga-Auftakt dem Aufsteiger MTV Rheinwacht Dinslaken überaus deutlich mit 28:37. Alexander Tesch hatte sich sein Trainerdebüt in Rheinhausen ganz anders vorgestellt.

Einige Offizielle des Handball-Regionalligisten HC Wölfe Nordrhein diskutierten nach dem Spiel am Getränkestand erbittert über einen gebrauchten Tag. „Die Leute sind wirlich stinksauer“, schimpfte Wölfe-Vorstandsmitglied Klaus Schuppert. Die Rheinhauser erlebten zum Saisonstart ein Fiasko. Die Rheinhauser unterlagen dem Aufsteiger MTV Rheinwacht Dinslaken mit 28:37 (15:19).

Bitter für die Gastgeber: Sie waren am Samstagabend nicht Herr im eigenen Haus. Nicht auf dem Spielfeld und auch nicht auf den Rängen. Die Anhänger der Dinslakener waren unter den rund 300 Besuchern an der Krefelder Straße eindeutig in der Überzahl. Sie gaben dem Team von Gästetrainer Harald Jakobs, einst Spieler bei den Sportfreunden Hamborn 07, den Rückenwind, den sich normalerweise eine Heimmannschaft von den eigenen Fans erhofft.

Bitter für die Rheinhauser: Die Begegnung war schon nach ungefähr 40 Minuten gelaufen. Dinslaken führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 25:18 und spielte das Ding in den verbleibenden 20 Minuten herunter. Eine Wende zugunsten der Gastgeber erschien nicht mehr möglich, sie konnten lediglich noch Schadensbegrenzung betreiben – was gemessen am Endstand auch nur bedingt glückte.

Der neue Wölfe-Trainer Alexander Tesch, der sich sein Debüt an der Seitenlinie ganz anders vorgestellt hatte, klagte hinterher über die Abwehrleistung seines Teams. „Wenn du 28 Tore erzielst, gewinnst du normalerweise ein Spiel“, sagte der frühere Kreisläufer. Tesch: „Die Angriffsleistung war in Ordnung. Aber wir hatten eine Durchbruch-Problematik.“

Das heißt: Die Rheinhauser schafften es nicht, die eigene Deckung in den Griff zu bekommen. Ex-OSC-Spieler Dennis Backhaus, Philipp Tuda und der baumlange Maximilian Reede, dem allein neun Treffer gelangen, demontierten die Abwehr der Wölfe.

Dabei war der Start noch vielversprechend gewesen. Beide Mannschaften vernachlässigten taktische Elemente, lieferten den Zuschauern einen offenen Schlagabtausch – wie es sich für ein Lokalderby auch gehört. Bei den Wölfen war Don Singh Toor in der Anfangsphase nicht zu stoppen. In den ersten 13 Minuten erzielte der Außenspieler vier seiner fünf Tore. Hallensprecher Matthias Tilgner hatte viel Spaß, die Tore von Herrn Toor durchzusagen.

In den ersten 24 Minuten bewegten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, die Wölfe führten zumeist, mussten aber immer wieder den Ausgleich hinnehmen. In der 26. Minute stand es noch 15:15, bis zur Pause gelangen den Dinslakenern jedoch vier Treffer in Folge.

Die Hoffnung auf eine Wende erfüllte sich nach dem Seitenwechsel nicht mehr. Auch Herr Toor erzielte keine Tore mehr – auch weil er keine Rolle mehr spielte. Alexander Tesch: „Ich musste umstellen und etwas Neues versuchen.“

Den Wölfen steht nun die schwere Auswärtspartie beim Aufstiegsaspiranten SG Ratingen bevor, ehe dann der TV Jahn Köln-Wahn nach Rheinhausen kommt. Da dürften die Wölfe Nordrhein zumindest auf den Rängen Herr im eigenen Haus sein.

HC Wölfe Nordrhein – MTV Rheiw. Dinslaken 28:37 (15:19)

HC Wölfe Nordrhein (orange Trikots) spielen am Samstag, den 08.09.2018, gegen MTV Rheinwacht Dinslaken (weiß-schwarze Trikots) in der Halle Krefelder Straße in Duisburg - Rheinhausen. Am Ball Nr. 4 MTV Rheinwacht Dinslaken Dennis Backhaus. Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services. Foto: FUNKE Foto Srvices

Wölfe: Otterbach (31. – 40. Brysch) – Schneider (6/6), Don Singh Toor (5), Yannick Kamp, Kryzun, Hombrink (je 3), Batz, Kirchner, Julian Kamp (je 2), Sam Singh Toor, Molsner (je 1), Kropp, Woyt.