Fußballerinnen des MSV Duisburg trainieren in Soccerhalle

Fußball : MSV-Frauen trotzen den Widrigkeiten

Aufgrund der äußeren Bedingungen hat der Bundesligist am gestrigen Donnerstag in einer Soccerhalle trainiert. Am Samstag soll das Testspiel gegen den 1. FC Köln stattfinden. Claire O’Riordan verletzt sich im Gesicht.

Der Wintereinbruch in dieser Woche trifft Thomas Gerstner, Trainer des Frauenfußball-Bundesligisten MSV Duisburg, nicht unvorbereitet. Für die Vorbereitung auf die restliche Rückrunde hat er immer einen Plan B in der Tasche. Weil der einsetzende Schneefall die Trainingseinheiten auf dem Platz an der Mündelheimer Straße verhinderte, ging es am Donnerstagabend in die Soccerhalle. „Und am Freitag gibt es dann zwei Stunden Spinning“, sagt der 52-Jährige. Am Samstag soll dann wieder alles nach Plan laufen. Dann wollen die Zebras zum zweiten Testspiel des Jahres beim Zweitligisten 1. FC Köln antreten. Der Anpfiff ist für 13 Uhr auf dem Kunstrasenplatz am Geißbockheim vorgesehen.

„Nach meiner letzten Information findet das Spiel statt. Aber bei den aktuellen Bedingungen muss man natürlich immer flexibel sein“, so Gerstner. Ein Problem mag er darin nicht ausmachen: „Die anderen Mannschaften kämpfen ja auch damit.“ Wenn alles nach Plan läuft, feiert Lucia Harsanyova am Samstag in der Domstadt ihr Comeback im MSV-Trikot.

Die Vorjahresstammkraft in der Innenverteidigung war im Sommer nach Verona gewechselt, fühlte sich dort aber nicht recht wohl und trägt nun wieder Zebrastreifen. Beim ersten Test in Genk am vergangenen Wochenende, der mit einem 2:0-Erfolg endete, fehlte die Slowakin noch, weil sie bei ihrer Nationalmannschaft weilte. Mit dieser gab es im Testspiel in der Türkei ein 1:1-Unentschieden.

MSV-Trainer Thomas Gerstner hat wie immer einen Plan B in der Tasche. Foto: FUNKE Foto Services/Oleksandr Voskresenskyi

In Sachen Nationalteam unterwegs war auch Meike Kämper. Die MSV-Kapitänin absolvierte den WM-Vorbereitungslehrgang im spanischen Marbella unter der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und kehrte fit zurück – eine wichtige Nachricht, nachdem die Keeperin ihre letzte Reise mit dem DFB-Tross mit einem Kreuzbandriss beendet hatte. Alles andere als gesund kehrte hingegen Claire O’Riordan aus Spanien zurück. Die irische Innenverteidigerin traf dort mit ihrer Nationalelf in einem Testspiel auf Belgien (0:1), wobei die 24-Jährige zur Pause eingewechselt wurde und nach 86 Minuten wieder vom Platz musste. Bei einem schweren Zusammenprall mit einer Gegenspielerin erlitt O’Riordan schwere Gesichtsverletzungen und wurde mit acht Stichen genäht. „Die Belgierin hat einige Zähne verloren“, sagt Thomas Gerstner, der die unglückliche Szene auf Video gesehen hat.

Während die Irin damit vorerst zuschauen muss, ist eine andere Akteurin voll dabei, mit der niemand gerechnet hatte: die Japanerin Yu Ishikawa, eigentlich erst ab dem Sommer für einen Vertrag vorgesehen und bis dahin für die zweite Mannschaft eingeplant. „Sie ist eine Offensivspielerin mit sieben Jahren Profi-Erfahrung in Japan. Bislang macht sie einen sehr guten Eindruck, auch körperlich ist sie voll da“, sagt Gerstner.

Gute Nachrichten gibt es auch aus dem Lazarett. Die zu Saisonbeginn so starke Lisa Makas ist nach ihrer Ende Oktober erlittenen schweren Knieverletzung auf dem Weg der Besserung. Die Österreicherin steigt zeitnah wieder ins Lauftraining ein und könnte Ende März wieder zu ihren Teamkolleginnen stoßen. Damit ist sie ihrem Zeitplan ein gutes Stück voraus.

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