Fußball: Rheinland Hamborn ist stolz auf Nachwuchsarbeit

Fußball : Rheinland Hamborn ist stolz auf seine Nachwuchsarbeit

Fast 200 Kinder und Jugendliche spielen inzwischen für den Klub aus Marxloh. Die jungen Kicker kommen aus vielen verschiedenen Ländern. „Wir arbeiten an der Auferstehung eines ehemals großen Vereins“, sagt Vorsitzender Fahri Ulutas.

An die letzte A-Jugend-Mannschaft bei den Fußballern von Rheinland Hamborn kann sich Fahri Ulutas noch gut erinnern. „Denn in der habe ich noch selbst gespielt.“ Die Krux an der Sache. „Das ist jetzt 15 Jahre her“, sagt der Vorsitzende des Klubs aus Marxloh. Umso größer war die Freude, als der Verein vor einem Jahr wieder ein A-Jugend-Team auf die Beine stellen konnte. Und das war erfolgreich. Als Dritter ging das von Patrick Mamono trainierte Team in die Aufstiegsrelegation und spielt nach der ersten Saison nun direkt in der Leistungsklasse. „Da sind wir mächtig stolz drauf“, sagt Ulutas.

Doch nicht nur auf das Abschneiden dieser „aus Marxloh und Umgebung zusammengetrommelten Truppe“, die nun Oguzhan Köksal übernommen hat, blickt der junge Vorstand um Fahri Ulutas und seinen Stellvertreter Hakan Aydin mit Stolz. „Jahrelang hat der Verein versucht, eine Jugend aufzubauen. Jetzt haben wir es geschafft und innerhalb eines Jahres fast 200 Kinder und Jugendliche von den Straßen aus unserem Brennpunkt-Stadtteil geholt“, sagt der Rheinland-Boss.

Eine Bambini-Mannschaft, je zwei F-, E- und D-Jugend-Teams, eine C-Jugend und die noch junge A-Junioren-Truppe zählt der Klub nun zu seinem Unterbau. Die E1 wurde unter Jugendkoordinator Mirko Strugala ebenfalls Meister. „Und nun wollen wir noch eine B-Jugend auf die Beine stellen“, sagt Ulutas.

Das Vorstandsteam um den 33-jährigen Vorsitzenden und den drei Jahre jüngeren Aydin hat sich „die Integration auf die Fahnen geschrieben, um den Kids aus unserem, oft No-go-Area genannten, Stadtteil Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben“, sagt der Rheinland-Boss. „Das geht auch in weitere Bereiche wie Hausaufgabenbetreuung und andere Aktivitäten. Dazu würden wir gern auch an unserer Platzanlage arbeiten. Bezüglich eines neuen Multifunktions-Vereinsheims zur Betreuung der Kinder sind wir mit der Stadt schon in Gesprächen. Und wenn wir schon mit unserem Aschenplatz fast 200 Kids bewegen können, wäre mit einem Kunstrasen sicher noch einmal das Doppelte möglich.“

Integration hat der Vorstand auch in der ersten Mannschaft betrieben, die Fahri Ulutas mit Nazim Yanik, Cafer Keser und Enver Gülsuyu trainiert und in deren Tor Hakan Aydin steht. „Das ist eine richtige Multikulti-Truppe“, sagt der Coach über den letztjährigen Dritten der Kreisliga A, „zu 50 Prozent sicher noch türkisch geprägt, aber auch mit einigen deutschen Jungs, Spielern aus Bosnien, Montenegro oder Afrika.“

Mit Innenverteidiger Ömer Faruk Kaya und Mittelfeldmann Attipoe Godsway haben auch zwei Akteure der aufgestiegenen A-Junioren-Mannschaft den Sprung ins erste Team geschafft. „In dieser Saison haben wir das Potenzial, wieder oben mitzuspielen“, sagt der Vorsitzende, der am Beispiel Attipoe Godsway deutlich machen möchte, was der Verein leistet. „Attipoe ist ein 19-jähriger Flüchtling aus Ghana, der in Hochfeld in einem Heim lebt. Wir kümmern uns auch abseits des Fußballplatzes um ihn, helfen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.“

Ob Attipoe Godsway, Rheinlands erste Mannschaft und die A-Junioren den nächsten Sprung nun schaffen oder nicht – in einer Sache ist sich das Vorstand-Team  sicher: „Wir werden noch einiges auf die Beine stellen. Sportlich, aber vor allem menschlich“, sagt Fahri Ulutas und schiebt nach. „Wir arbeiten an der Auferstehung eines ehemals großen Vereins.“

(sven)
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