Fußball-Oberliga Spitzenreiter VfB Homberg erwartet Schlusslicht FSV Duisburg

Fußball : Ein Derby mit zwei Gefühlswelten

Fußball-Oberliga: Der Spitzenreiter VfB Homberg erwartet morgen das Schlusslicht FSV Duisburg. Die Vorzeichen könnten eindeutiger kaum sein. VfB-Trainer Stefan Janßen will dem FSV aber wie einem Tabellenführer begegnen.

Das Warten hat ein Ende. Nach dreieinhalb Jahren kommt es am Sonntag mal wieder zu einem Duisburger Lokalduell in der Fußball-Oberliga. Und unterschiedlicher können die Vorzeichen nicht sein, wenn der verlustpunktfreie Tabellenführer VfB Homberg um 18 Uhr das punktlose Schlusslicht FSV Duisburg am Rheindeich empfängt.

Beim letzten Aufeinandertreffen waren die Abstände noch deutlich geringer. Im entscheidenden Duell am letzten Spieltag der Landesliga-Saison 2015/16 schnappte der VfB dem FSV beim dramatischen 4:3 am Rheindeich den Aufstieg vor der Nase weg. Nun hat der Klub von der rechten Rheinseite nachgezogen – während der Klub von der linken Rheinseite dabei ist, die Liga im dritten Jahr nach dem Aufstieg anzuführen.

Die Tabelle interessiert Stefan Janßen aber „überhaupt nicht“, wie er sagt. „Erreicht haben wir noch gar nichts. Wir wären schlecht beraten, uns jetzt auszuruhen. Im Gegenteil, wir müssen noch gieriger sein und unserer Chancen besser nutzen, um die Spiele klarer zu entscheiden. Daran hapert es bei uns“, wünscht sich der Trainer noch mehr Effektivität vor dem Tor.

Die stimmte zuletzt beim 4:2-Pokalsieg über den SV Straelen. Die Euphorie aus dem Coup gegen den Regionalligisten möchte der Coach gerne mitnehmen. „Aber nur im positiven Sinne“, hofft Janßen auch auf die gleiche lautstarke Unterstützung des Publikums, das am Mittwochabend die Mannschaft feierte. „Aber Pokal und Liga sind zwei paar Schuhe. Ich bin mir sicher, dass die Jungs hochkonzentriert auf den FSV sind und wissen, dass der alles unternehmen wird, um sich die ersten Punkte zu holen.“

Das sieht auch Julien Rybacki so. „Wir haben da eine gute Einstellung und denken von Spiel zu Spiel“, antwortet der Doppeltorschütze des Pokalspiels auf die Frage, wer die Homberger noch stoppen soll, wenn es nicht mal ein Regionalligist schafft. Dass dies nun ausgerechnet der punktlose Tabellenletzte sein wird, denkt da wohl kaum jemand. Stefan Janßen aber hat „den FSV schon die ganze Woche über im Kopf“, sagt der Trainer. „Es wäre fatal, sie an ihrem Tabellenstand und der Punktausbeute zu messen. Wir werden so gegen sie spielen, als wären sie Tabellenführer.“

Ob Muhammet Isiktas im Umkehrschluss seinen Kickern einredet, der VfB wäre Tabellenletzter? „Ich glaube, das wäre fatal“, sagt der FSV-Coach, für den als gebürtigen Ostwestfalen, der zuvor nur in Essen tätig war, ein Duisburger Derby seine Brisanz naturgemäß nur vom Hörensagen hat. Er hält viel vom Lokalrivalen und seinem Gegenüber: „Stefan Janßen ist ein sehr guter Trainer, den ich schon aus meiner Zeit in Kray kenne. Er steht mit seiner Mannschaft zurecht an der Spitze.“ Was logischerweise nicht heißt, dass er den Rheindeich nur als begeisterter Zuschauer besuchen will: „Es ist klar, dass der VfB auf dem Papier der Favorit ist. Wir müssen einfach die richtige Körpersprache an den Tag legen und in jeglicher Hinsicht dagegenhalten.“

Nr.8 Eren Canpolat. Fußball - Oberliga - FSV Duisburg (grün) gegen Union Nettetal (blau) am Sonntag den 02.09.2018. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Das muss freilich anders aussehen als vor Wochenfrist beim 2:4 gegen Union Nettetal, als sich Neuzugang Eren Canpolat beim Debüt die gelb-rote Karte einhandelte. „Man kann heißblütig sein, muss dabei aber einen kühlen Kopf bewahren. Ich habe ihm erklärt, welche Kettenreaktion seine falsche Entscheidung nach sich gezogen hat“, so Isiktas. Aus dem Pokalaus im Elfmeterschießen bei Landesligist Cronenberger SC will er das Positive ziehen: „Wir haben diesmal gut gespielt, ich war zufriedener als zuletzt.“ Das lag auch am gelungenen Debüt von Angreifer Güngör Kaya, auf dem die Hoffnungen in den kommenden Wochen ruhen. Weniger positiv: Ismail Öztürk (Muskelfaserriss) und Atsushi Kanahashi (Schulterverletzung) mussten vom Feld und werden in Homberg fehlen.

(sven/T.K.)