Fußball: FSV Duisburg bastelt noch am Personal

Fußball : FSV Duisburg bastelt noch am Personal

Der vergleichsweise junge Club hat die erfolgreichste Saison seiner Geschichte hinter sich. Doch die Mannschaft, die im ersten Jahr in der Oberliga den Klassenerhalt schaffen soll, steht auch nach der Auftakt-Partie noch nicht.

Nach dem Fototermin am Freitagabend gab‘s erst einmal einen Mannschaftsabend beim FSV Duisburg. Das ergab Sinn, denn so richtig gut kannten sich die Fußballer, die kurz zuvor eine gemeinsame Formation für den traditionellen Schnappschuss vor Saisonbeginn gebildet hatten, ja nun noch nicht. Die Vorbereitung auf die erste Oberliga-Spielzeit der Vereinsgeschichte war geprägt von Personalwechseln – nicht zuletzt auf dem Trainerposten. Erst übernahm Hrvoje Vlaovic den vakanten Job, dann musste er sich schon nach wenigen Wochen verabschieden und wurde von Muhammet Isiktas abgelöst. Der 44-Jährige gibt sich seitdem alle Mühe, den FSV-Kader auf Oberliganiveau zu bringen, was ihm bei der Premiere am Sonntag trotz der 1:2-Niederlage gegen TuRU Düsseldorf schon einmal geglückt ist.

Keine Frage, die Trainerbank beim Klub von der Warbruckstraße ist so etwas wie Duisburgs heißester Stuhl in diesem Geschäft. Zehn Wechsel seit 2013 sprechen eine deutliche Sprache. Der gebürtige Paderborner Isiktas, zuvor nur in Essen tätig, zeigt sich davon unbelastet: „Ich kann nur sagen, dass ich mich hier vom ersten Tag an sehr wohl gefühlt habe. Jeder versucht, mich zu unterstützen, jeder will mir unter die Arme greifen.“ Andererseits weiß er auch um die Realität des Geschäfts: „Natürlich ist vieles davon abhängig, ob man erfolgreich ist oder nicht.“

Dass Erfolg nach dem erstmaligen Aufstieg in die Fünftklassigkeit anders definiert ist als noch in der Landesliga, wo der FSV in der Regel zu den Spitzenteams zählte, liegt ebenfalls auf der Hand. In einer sehr ausgeglichen anmutenden Oberliga sollte der Klassenerhalt machbar sein, ist aber auch kein Selbstläufer. Um dafür die Weichen zu stellen, galt es in Isiktas‘ bisheriger kurzer Amtszeit bereits harte Entscheidungen zu treffen. Der zuletzt enorm aufgeblähte Kader musste dringend reduziert werden. „Zeitweise hatte ich 35 Mann und noch zehn Testspieler beim Training“, sagt der Coach.

So tauchten einige Spieler, die in den vergangenen Wochen die Vorbereitungsphase bestritten hatten, beim Fototermin gar nicht mehr auf. Die Neuzugänge Eric Yahkem (Schwarz-Weiß Essen) und Cheick Doumbouya (Wattenscheid 09 A-Jugend) mussten ebenso wieder gehen wie die Eigengewächse Maximilian Paleka und Umut Can Yilmaz. Auch für Hüseyin Rasitoglou und Nasrullah Dedemen war kein Platz mehr. „Ich sage über keinen dieser Spieler, dass er schlecht wäre, weil es nicht stimmt. Aber wir waren auf einigen Positionen überbesetzt, weshalb wir uns von einigen trennen mussten. Das hat mir extrem leid getan“, so Isiktas. Hinzu kommt, dass die Personalplanung noch nicht abgeschlossen ist. Für die Außenverteidigung braucht es auf beiden Seiten noch Verstärkung, ebenso auf der Sechser-Position.

Auch eine weitere Personalie steht noch auf der Agenda. Bislang arbeitet Muhammet Isiktas allein auf dem Trainingsplatz, ein Assistent fehlt. „Aber da lassen wir uns Zeit, um den richtigen zu finden. Er muss zu mir passen, zu den Jungs passen, zum Verein passen“, sagt der Coach. Auf den Sportlichen Leiter Denis Tahirovic, der in der Vorsaison beim Aufstieg an der Linie stand, kann Isiktas als mögliche Option nicht bauen: Nach Vereinsauskunft befindet sich dieser momentan im Urlaub.