Fußball: Frischer Wind beim Bezirksligisten Viktoria Buchholz

Fußball : Frischer Wind bei Viktoria Buchholz

Nach acht Jahren als Trainer ist Michael Roß nun als Sportlicher Leiter beim Absteiger aus der Landesliga tätig. Sein Nachfolger Maik Sauer überlässt dem Team die Zielsetzung für die Saison. Für ihn ist Hamborn 07 der Top-Favorit.

Michael Roß verteilt Tombola-Lose und Gummibärchen auf dem Karl-Dölzig-Platz. Bei einer Saisoneröffnung gehört dies nun auch zu seinen Aufgaben, seit er vom Trainer zum Sportlichen Leiter bei Viktoria Buchholz gewechselt ist. „Ich habe jetzt viel mehr zu tun“, sagt Roß, der acht Jahre lang die erste Mannschaft trainierte, und grinst. Mit dem Abstieg aus der Fußball-Landesliga beendete er diese kleine Ära zum Ende der letzten Saison. „Nach 20 Jahren als Trainer bin ich ausgebrannt“, sagt Roß, „es ist wichtig, dass frischer Wind reinkommt – neue Leute mit neuen Ideen und neuen Ansagen“. Und der Sportliche Leiter freut sich, dass diese Ansagen nun Maik Sauer beim Bezirksligisten übernimmt.

Zwei Jahre arbeitete Sauer als Co-Trainer mit Roß zusammen, nun übernimmt der 35-Jährige sein erstes Team als Chefcoach. „Ich habe richtig Bock auf die Saison mit diesem Team“, sagt Sauer voller Tatendrang, ohne irgendwelchen Druck zu verspüren, in große Fußstapfen zu treten. „Zwischen Michael und mich passt kein Blatt, da gibt es keinen Druck. Eher im Gegenteil.“ So will der neue Trainer das Team auch nicht komplett umkrempeln. „Michael hat hier acht Jahre lang fantastische Arbeit geleistet. Das kann man ja nicht alles über den Haufen werfen. Aber natürlich habe ich einige Ideen im Kopf“, sagt der Coach, der mit einer kontrollierten Offensive hinten gern die Null stehen hat. „Mir ist wichtig, dass die Mannschaft mutig und selbstbewusst auftritt.“

So will der Trainer in die Saison gehen: „Es kommen einige Aufgaben in dieser schweren Gruppe auf uns zu. In der Landesliga waren wir oft der Underdog, konnten uns etwas zurückziehen. Jetzt werden wir häufig in der Favoritenrolle sein und müssen Lösungen finden. Das wird interessant.“

Wie groß die Favoritenrolle ist, werde sich zeigen, so Sauer. Sich als Anwärter auf die sofortige Rückkehr in die Landesliga zu sehen, fände er „in einer Liga mit dem absoluten Top-Favoriten Hamborn 07 vermessen“. Aber ewig will Sauer nicht in der Bezirksliga verweilen. „Wenn du zwei Jahre am Stück in der Landesliga gespielt hast, dann willst du früher oder später auch wieder dahin zurück. Ich überlasse dem Team die Zielsetzung. Wenn die Jungs Achter bis Zehnter werden wollen, reicht ein Training pro Woche mit einer Kiste Bier. Dann bin ich aber nicht lange Trainer hier.“

Aus dem Landesliga-Kader konnten Sauer und Roß alle Spieler halten, die sie halten wollten. Nach dem nun endgültigen Rückzug von Maik Hoppe in die Reserve streiten sich im Tor der in vergangenen Saison lange verletzte Timo Mohr sowie die jungen neuen Keeper Yannick Retzlaff und Lennard Dorloff um die Nummer eins. „Ich habe von allen eine hohe Meinung“, sagt Sauer.

Insgesamt wurde der Kader breiter. Tim Bonetzki und Patrick Füllhas wechselten aus der Kreisliga, haben für den Coach aber das Zeug, zu überraschen. Füllhas darf übrigens durchatmen: Der Neuzugang aus Dümpten war im Testspiel beim MSV Moers mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgeschieden. Dieser bestätigte sich aber nicht: Da das Kreuzband lediglich gezerrt ist, muss der Angreifer sechs Wochen aussetzen. Mit den Verteidigern Louis Feldkamp (DJK Vierlinden) und Thorsten Neulinger (Fichte Lintfort) sind „zwei gestandene Akteure gekommen, die Führungspotenzial haben“, so Sauer. Das gilt auch für die bisherigen Stammspieler wie den letztjährigen Kapitän Max Clever, die Defensivkräfte Phil Szalek und Sebastian Schröder, Marcel Bockting und Thomas Kirsch im Mittelfeld oder die Offensiv-Abteilung um Steven Tonski und Tim Ramroth, zu der sich auch Gianluca Altomonte zunehmend gesellt. Mit elf Treffern war der Außenspieler zuletzt bester Schütze bei der Viktoria: „Zweistellig soll es wieder werden“, hat sich Altomonte vorgenommen.

Bleibt nur eine Frage: Wird es Michael Roß schaffen, ruhig an der Seitenlinie zu bleiben: „Darauf bin ich selbst gespannt.“, sagt der neue Sportliche Leiter.

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