Fussball: Duisburger SV 1900 steht vor einer schweren Saison

Fussball : Kessen-Zwillinge lassen DSV nicht hängen

Jörg Kessen löst seinen Bruder Ralf in dieser Saison an der Seitenlinie des Fußball-Landesligisten Duisburger SV 1900 ab. Parallel läuft aber schon jetzt die Suche nach einem neuen Trainer. Die Mannschaft wurde einmal mehr verjüngt.

Zwölf Neuzugänge verzeichnet der Duisburger SV 1900, davon zwei aus der eigenen Reserve. Und von diesem Dutzend „sind exakt drei über 20 Jahre alt“, unterstreicht Jörg Kessen, bislang Sportlicher Leiter beim Fußball-Landesligisten. Nun ist er – nach einem Tausch mit seinem Bruder Ralf – Trainer des Teams. Kessen lässt keine Zweifel aufkommen, wenn er sagt: „Das wird eine sehr, sehr schwere Saison für uns.“ Das Ziel ist ganz klar: der Klassenerhalt.

Dabei ist die Situation nicht neu. Oder anders ausgedrückt: Sie ist immer wieder neu. Denn Jahr für Jahr stellen sich die Wanheimerorter der erneuten Herausforderung, mit einer abermals verjüngten Mannschaft in der Landesliga zu bestehen. Und weil das eine klare Herausforderung ist, stehen die Kes­sen-Zwillinge auch weiterhin in der Verantwortung. Ralf Kessen wollte unbedingt aus dem Tagesgeschäft heraus – und Jörg an sich nicht wieder hinein. „Aber wir lassen unseren Verein nicht hängen“, erklären die beiden. So besteht die Aufgabe des neuen Sportlichen Leiters Ralf Kessen darin, einen Nachfolger für das Brüderpaar zu finden, der zur nächsten Saison in Personalunion Trainer und Sportchef wird – und der dem Konzept, mit jungen Spielern zu arbeiten, gewachsen ist. Jörg Kessen, der sich künftig mit Bruder Ralf der neu gegründeten eigenen Fußballschule widmen will, ist sich sicher: „Bis Weihnachten ist der neue Mann gefunden.“

Die neue Nummer eins im Tor der Schwarz-Roten ist einer derjenigen, der nicht mehr grün hinter den Ohren ist. Dominik Langenberg, der unter anderem auch schon für den FSV Duisburg in der Landesliga gespielt hat, ist mit seinen 25 Jahren der Mann zwischen den Pfosten und Nachfolger des über Jahre zuverlässigen Mo Sadiklar, der nun für Blau-Weiß Oberhausen spielt. „Da haben wir einen Eins-zu-Eins-Tausch vorgenommen“, sagt Jörg Kessen. „Hier sind wir sehr stark besetzt.“ Das Torwartgespann komplettieren Marcel Kischka und der aus der A-Jugend von Bayer Uerdingen gekommene René Bloch.

„Unser Prunkstück ist die Defensive“, sagt Kessen und schiebt hinterher: „Sie muss es auch sein.“ Denn hier haben sich die wenigsten Veränderungen im Vergleich zur Vorsaison ergeben. Spieler wie Kapitän Pierre Kanzen, Hakan Yildirim, Henning Hopf und Tobias Meier stehen für die nötige Klasse, sind eingespielt und werden durch junge Spieler ergänzt.

Das Mittelfeld bietet dagegen deutlich mehr Veränderungen. Klar ist, dass Paul Ihnacho weiter zu den Leistungsträgern zählt und wohl recht sicher eine der beiden Doppel-Sechs-Positionen bekleiden wird. Die andere könnte Dong-jin Lee übernehmen. Der Südkoreaner kam ebenso wie sein Landsmann Hyun-soo Kim vom Bucheon Lee-Gigeun FC – und beide sind gerade einmal 19 Jahre alt.

Technisch bringen beide schon eine ganze Menge mit, manchmal verpassen sie aber noch den richtigen Zeitpunkt, den Ball zu spielen. Für beide gilt, was jahrelang für die zahlreichen Japaner beim DSV 1900 gegolten hat: „Sie sind unfassbar lernwillig und versuchen, Anweisungen sofort umzusetzen“, sagt Kessen. Die Verständigung? „Die läuft auf Englisch, auf Deutsch und mit Händen und Füßen“, berichtet der Coach mit einem Lächeln. Aber auch darin sind sie beim DSV ja schon geübt.

Kevin Kirchner ist einer der weiteren erfahrenen Spieler, die neu dazu gekommen sind. „Kevin passt menschlich hervorragend zu uns“, sagt der Coach über den Ex-Hamborner. Johannes Brors und Yannik Schmitz sind geblieben – zahlreiche junge Spieler wie Moritz Bergmann, ebenfalls aus Uerdingens A-Jugend, sind neu. Vorne wirbeln Berkay Basri Ersöz und Vierlindens 22-Tore-Mann Okan Yilmaz. Verstärkungen sind in dieser Woche noch denkbar. Ebenso wie die Prognose, dass die Kessens erneut für eine gelungene Saison sorgen werden.

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