Fußball: Drei Duisburger Klubs stecken im Abstiegskampf

Fußball-Bezirksliga : Duisburger Trio auf dem Abstellgleis

In der Fußball-Bezirksliga läuft es für die TuS Mündelheim, Meiderich 06/95 und die DJK Vierlinden schlechter als erhofft. Doch die Trainer sind zuversichtlich, mit ihren Teams den Weg raus aus dem Tabellenkeller zu finden.

Kurz vor dem Ende der Hinrunde gleicht die Gruppe 4 der Fußball-Bezirksliga einem Zug mit zwei Klassen. Genauer gesagt sitzt der ungeschlagene Spitzenreiter Blau-Weiß Dingden mit einem Spiel weniger und dennoch sieben Punkten Vorsprung auf Rang zwei sogar im Führerhaus. Doch um den vordersten Platz im ersten Waggon liefern sich gleich die nächsten acht Klubs ein hartnäckiges Rennen. Die Ränge zwei und drei belegen mit Hamborn 07 und Viktoria Buchholz aktuell zwei Duisburger Teams. Und auch für den VfB Homberg II in Reihe acht der ersten Klasse ist Relegationsplatz zwei noch in Sichtweite.

Die zweite Hälfte der Tabelle fährt in der zweiten Klasse – so auch die andere Hälfte der Duisburger Klubs. Der TuS Mündelheim und Meiderich 06/95 droht sogar schon das Abteil, das am Saisonende auf dem Gleis zur Kreisliga abgekoppelt wird. Und die DJK Vierlinden sitzt bereits drin.

Eines haben diese drei Duisburger Teams gemeinsam: Sie wollen so schnell wie möglich da raus. Und ihre Trainer sind sich sicher, dass ihre Jungs auch nichts am Rande des Abstellgleises zu suchen haben. „Aber wenn du einmal unten drin stehst, hast du die Seuche am Fuß“, sagt Almir Duric von der DJK Vierlinden. So hätte sein Team allein schon mit etwas mehr Glück im Abschluss den ersten Abstiegsplatz längst verlassen können, so Duric.

Aber das neu formierte Team des Vizemeisters von 2017, mit dem Duric in dieser Saison – wie auch seine Trainerkollegen in Mündelheim und Meiderich mit ihren Mannschaften – so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben möchte, zahlt noch kräftig Lehrgeld. „Wir haben immer wieder Phasen, in denen uns die Cleverness und der richtige Biss fehlen. So kommen wir nicht unten raus“, sagt der Coach, der in den fünf Spielen bis zur Winterpause – darunter vier Gegner aus der zweiten Klasse – noch auf mindestens acht Zähler hofft. „Die werden wir holen – wenn jeder mitzieht.“

Auch für das junge Team von Meiderich 06 könnte sich der Endspurt in die Winterpause etwas erleichterter anfühlen. Denn das Lehrgeld ist auch ihm schon massig aus den Taschen gefallen. Von den neun Niederlagen würde Coach Pierre Schmitz wohl die meisten als vermeidbar und mindestens die Hälfte als völlig unnötig bezeichnen. Oft sah der Coach sein Team als spielbestimmend an.

„Aber wir scheitern an Kleinigkeiten. Es ist ärgerlich, dass wir immer wieder durch die gleichen einfachen Fehler die Punkte verlieren. Jetzt stehen wir richtig unter Druck“, sagt der Coach, der weiß, dass die drei Punkte Vorsprung auf Vierlinden schnell dahin sein können. Angefangen mit dem Derby gegen Hamborn 07 am Freitag warten in den letzten fünf Partien bis zur Winterpause noch drei Teams aus der ersten Klasse auf die Meidericher, ehe es am letzten Spieltag in diesem Jahr nach Vierlinden geht.

Noch spiele die Konkurrenz mit, sagt Schmitz, aber dass er sich darauf nicht verlassen kann, weiß der Trainer ebenso gut wie Ralf Gemmer. „Wir müssen auf uns gucken und die Köpfe oben halten“, sagt der Mündelheimer Coach. Gemmer sucht mit seiner Truppe akribisch nach der Bremse, mit der sich die wochenlange Talfahrt stoppen lässt. „Eine andere Verteilung wäre natürlich schicker“ sagt Gemmer nach acht Pleiten in Folge, trotz derer es die TuS auf die gleiche Punktzahl wie 06 bringt. „Aber die Mannschaft hat Bock, sie kämpft, sie lebt.“

Die ersten vier Spieltage lang grüßte die TuS sogar aus dem Führerhaus. Schon auf diesem Strecken­abschnitt hatte Gemmer von einer „schönen Momentaufnahme“ gesprochen und dabei an das Saisonziel erinnert. Und dabei bleibt er auch bei der Fahrt im hinteren Teil des Zuges. „Es stehen fünf, sechs Klubs unten drin, die immer wieder ihre Probleme haben. Dazu zählen im Moment leider auch wir. Und das wollen wir ganz schnell wieder ändern“, sagt der Coach und hat die Tür zum nächsten Waggon fest im Visier.

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