Eishockey: Füchse werfen Marvin Deske raus

Eishockey : Füchse werfen Marvin Deske raus

Der EV Duisburg hält sich zu den Gründen allerdings bedeckt. Der Spieler dementiert Differenzen mit Sportchef Lance Nethery. Dafür gibt es aber ein Bekenntnis zu St. Jacques.

Oberligist EV Duisburg trennt sich von Stürmer Marvin Deske. Eine Pressemitteilung war den Füchsen der "Stuhl vor die Tür" für den Stürmer mit der Nummer 25 nicht wert. Auf Facebook teilte der Tabellenzweite mit: "Deske spielt in den Planungen der Füchse keine Rolle mehr." Ersatz wird gesucht, ist aber noch nicht gefunden.

Sportchef Lance Nethery hatte Deske verpflichtet. Foto: Eickershoff

Sportchef Lance Nethery hatte den 24-jährigen Angreifer erst Mitte Oktober verpflichtet. Jetzt sagte er zur Begründung für die Kündigung: "Er passte nicht ins Konzept." Genauer wollte Nethery das nicht erläutern. Freilich, das hätte man vorher ahnen können. Deske hatte an der Vorbereitung der Füchse ab August teilgenommen. Nach dem kurzfristigen Abschied von Anthony Ast holte Nethery im Oktober den Stürmer. Klubchef Sebastian Uckermann beschränkte sich auf die Frage nach den Gründen für die Freisetzung auf ein sehr schlichtes "Kein Kommentar". Marvin Deske selbst wollte gestern zu seinem Rauswurf nicht Stellung nehmen.

Was der Verein noch deutlich machte: "Wir werden ihm bei der Suche eines neuen Klubs keine Steine in den Weg legen und ihn sofort freigeben." Ohne die Kunst zu beherrschen, zwischen den Zeilen lesen zu können, wird deutlich: Da will man jemanden aber mal wirklich loswerden. Dem Vernehmen nach gab es Differenzen zwischen Lance Nethery und Marvin Deske. Der Spieler widerspricht: "Lance und ich haben uns super verstanden."

Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Angreifer, der zuletzt für die Heilbronner Falken spielte, gefehlt. Deske habe sich krank gemeldet, sagte Uckermann am Sonntag auf Nachfrage. Nichts Gravierendes, nur eine Grippe, so Deske. Er sei inzwischen wieder fit. Gerüchte, dass ein Rauswurf bevorstünde, dementierte Uckermann am Sonntag ebenso wie Sportchef Lance Nethery. Das Dementi hatte eine kürzere Haltbarkeitsdauer als Milch im Kühlschrank.

Gestern widersprach der Sportchef und Trainer in Personalunion den Gerüchten, dass sich auch der Kanadier Chris St. Jacques Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen muss. Der Angreifer erfüllt nicht die Erwartungen, auch wenn er beim 6:2 bei den Hannover Indians und dem 5:2 über die Tilburg Trappers fünf Punkte sammelte.

Die Füchse machen sich nun auf die Suche nach Ersatz. Ob in "zwei Tagen oder in zwei Wochen" eine Verpflichtung gelingt, konnte Lance Nethery gestern nicht sagen. Man arbeite "mit Hochdruck" daran, die Lücke zu füllen, so Sebastian Uckermann. Nethery erklärte, dass man sich beim Südoberligisten Schönheide umgeschaut habe. Der Verein hatte sich zwischenzeitlich wegen finanzieller Schwierigkeiten aus dem Spielbetrieb ausgeklinkt. Inzwischen hat sich Schönheide zurückgemeldet. Damit ist diese Tür für die Duisburger zu.

Bereits seit Wochen ist die sportliche Leitung wenig erfolgreich mit Nachkäufen befasst. Noch vor der Trennung von Marvin Deske hatte man Verstärkungen für die Mannschaft angekündigt. Zuletzt hatte Klubchef Sebastian Uckermann davon gesprochen, dass man nach Möglichkeit noch vor Weihnachten Vollzug melden will. Jetzt erklärte er, dass fürs kommende Wochenende mit den Spielen in Leipzig und daheim gegen Tabellenführer Herne am Zweiten Weihnachtstag nicht mit zusätzlichem Personal zu rechnen sei.

(kew)