Lokalsport: Füchse setzen den Auftakt in den Sand

Lokalsport : Füchse setzen den Auftakt in den Sand

Eishockey: Der EVD verliert im ersten Play-off-Achtelfinal-Spiel mit 0:1 gegen die Icefighters Leipzig.

Alle hatten sie gewarnt. Der Trainer. Der Teamchef. Und sogar die Spieler sich selbst. Freilose, Selbstläufer - all das wird es in den Play-offs der Eishockey-Oberliga in diesem Jahr nicht geben. Auch nicht im Achtelfinale. Auch nicht gegen einen Gegner, den der EV Duisburg im Saisonverlauf zweimal besiegt hatte. Und tatsächlich unterlag der EVD den Icefighters Leipzig mit 0:1 (0:0, 0:1, 0:0).

Die Stimmung hatte von Beginn etwas von Play-offs, vom Start der "eigentlichen Saison", in der alles etwas härter, schneller, intensiver wird als zuvor. So wurde bereits die Rückkehr von Raphael Joly - der allerdings nicht wie sonst gewohnt an der Seite von André Huebscher spielte - nach einigen Wochen verletzungsbedingter Pause von den EVD-Fans lautstark gefeiert. Und als Mike Mieszkowski in der vierten Minute in Esbjörn Hofverberg einschlug - zwei Spieler, die etwa eine Generation und zwei Kopflängen trennen - da schien der EVD angekommen zu sein. Je länger das Spiel dauerte, desto spielbestimmender wurden die Füchse. Die wirklich ganz großen Chancen wussten die defensiv starken Leipziger allerdings zu verhindern. Da musste schon ein Lauf von Manuel Neumann aus dem eigenen ins gegnerische Drittel herhalten, um für Gefahr zu sorgen. Leipzig war schnell auf den Schlittschuhen unterwegs und nahm den Duisburgern so den Raum. Und dennoch hätte der EVD führen müssen: In der elften Minute verzog Mike Schmitz einen Ableger von Marvin Tepper knapp; kurz darauf sorgte Joly für Szenenapplaus, als er unter Bedrängnis zwei Leipziger austanzte, dann allerdings am starken Sebastian Staudt im Tor der Icefighters scheiterte. Und wieder nur Sekunden später verpasste Noureddine Bettahar um Haaresbreite einen Pass von Daniel Kunce. Endgültig fällig wäre die Führung in der 17. Minute gewesen, als Christoph Ziolkowski frei vor dem Icefighters-Gehäuse stand, aber zu lange zögerte.

In Überzahl war es dann so weit - allerdings auf Gästeseite: In der 22. Minute nahm Damian Martin ein Zuspiel von Hannes Albrecht direkt und ließ Sebastian Stefaniszin im EVD-Tor keine Chance. Die Füchse machten weiter - und ließen die nächste Großchance liegen. In der 26. Minute blockierte der Leipziger Marvin Miethke den Puck im eigenen Torraum mit der Hand. Beim fälligen Penalty hatte Tepper Goalie Staudt schon ausgespielt, verzog aus dann aber zu spitzem Winkel. Die Scheibe fand nicht den Weg über die Linie - auch nicht in der 37. Minute. In Überzahl schoss Dominik Meisinger, den Rebound nahm André Huebscher auf und traf den Pfosten. Beide Teams ließen es zunehmend krachen. Beim EVD musste Marvin Tepper einen harten Check von Hannes Albrecht einstecken. Eine Strafe gab es nicht; Schiri Lasse Kopitz, selbst jahrelang DEL-Verteidiger, deutete an: Das war die Hüfte. Alles regelkonform also.

Bitter wurde es in der 46. Minute: Raphael Joly handelte sich nach einem Check gegen den Kopf von Patrick Fischer eine "Fünfer" samt Spieldauer ein - und ist damit am Sonntag in Taucha gesperrt.

Drittel: 0:0, 0:1, 0:0 Tor: 0:1 (21:08) Martin (Albrecht, Hofverberg/5-4). Strafen: Duisburg 10 + 5 + Spieldauer (Joly), Leipzig 16. Zuschauer: 1952.

(RP)
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