FSV Duisburg will am Sonntag durchstarten

Fußball : FSV Duisburg will am Sonntag durchstarten

Der Tabellenletzte der Oberliga wartet immer noch auf den ersten Saisonsieg. Der Aufsteiger will alles in die Waagschale werfen, um endlich punkten zu können. Spitzenreiter VfB Homberg muss beim 1. FC Kleve antreten.

Das Maß der Dinge in der Fußball-Oberliga sei der VfB Homberg aktuell, war im Spielbericht zum 4:0 gegen den FSV Duisburg auf der Website des Clubs zu lesen. Die Tabellenführung kann Stefan Janßen nicht leugnen, mit solchen Superlativen geht der Trainer aber gewohnt vorsichtig um. „Wenn ich an die vergangene Saison denke, stand, glaube ich, TuRU Düsseldorf zu diesem Zeitpunkt an der Tabellenspitze. Am Ende haben sie gegen den Abstieg gekämpft.“ So pessimistisch möchte er nicht sein, sagt Janßen. „Aber es ist wichtig, sich nur auf den nächsten Gegner zu konzentrieren.“ Der heißt am Sonntag um 15 Uhr 1. FC Kleve. Und Spiele in der Arena am Bresserberg „waren immer schwer“, weiß Janßen aus seiner aktiven Zeit.

Nach sechs Siegen in Folge möchte der Trainer nun das nächste Erfolgserlebnis feiern. „Und ein Punkt wäre schon ein Erfolgserlebnis“, sagt er mit Respekt vor dem Aufsteiger. „Man muss sich vom ,nur ein Aufsteiger’ trennen“, warnt der Coach. „Kleve ist kein normaler Aufsteiger. Das ist eine richtig gute Mannschaft, die schon zehn Punkte hat. Der SC Velbert hat schon 16 Punkte, auch Nettetal spielt mit. Diese Clubs zeigen, dass es für die Aufsteiger nicht mehr nur um den Klassenerhalt geht“, erinnert Janßen auch an Vorjahresmeister SV Straelen als prominentes Beispiel.

Im Duell der Aufsteiger hat Kleve sogar dafür gesorgt, dass der VfB inzwischen alleine an der Spitze steht. Mit dem 2:2 nahm der 1. FC dem SCV vor zwei Wochen die ersten Punkte ab und ließ dem ein 1:0 bei Union Nettetal folgen – den Siegtreffer erzielte der ehemalige Homberger Yusuke Unoki. Das Motto beim Tabellenführer, der bis auf den noch ein Spiel gesperrten Yekta Yildiz komplett ist, lautet „Selbstbewusstsein ja, Selbstverständlichkeit nein“, wie es Janßen ausdrückt. „Der 4:0-Sieg gegen den FSV war nach der harten Pokalwoche ein optimaler Abschluss. Aber es war nicht unser bestes Spiel.“ Der Trainer schiebt nach: „Es stimmt mich positiv zu sehen, dass es noch immer einiges zu verbessern gibt.“ Die Konkurrenz darf gewarnt sein. Umgekehrt dürfte es momentan Standard sein, dass jeder Trainer, der mit seinem Team auf den FSV Duisburg trifft, davor warnt, diesen an seinem bisherigen Abschneiden zu messen. Sechs Spiele, sechs Niederlagen, letzter Platz – der FSV ist als Aufsteiger tabellarisch nach wie vor nicht in der Liga angekommen.

Doch Coach Muhammet Isiktas sagt, dass die Saison für ihn jetzt eigentlich erst richtig los geht: „Ich habe zum Vorstand gesagt, dass ich sechs Wochen zu spät zum Verein gekommen bin und entsprechend spät die Vorbereitung begonnen hat. Jetzt sind sechs Spiele vorbei, die für uns praktisch Tests gegen stärkere Gegner waren und uns teilweise deutliche Niederlagen gebracht haben.“

Das heißt: Die Heimpartie gegen die Sportfreunde Baumberg am Sonntag um 15.30 Uhr soll gleichermaßen Startschuss wie Neuanfang sein. Zu spät dafür ist es noch längst nicht, schließlich ist Platz 14 gerade einmal fünf Punkte entfernt. Muhammet Isiktas wird auch vor diesem Duell das tun, was zuletzt eine seiner Hauptaufgaben war: seine Mannschaft trotz der schlechten Bilanz mental aufbauen und stark reden. Das habe zuletzt in der Halbzeitpause des Derbys auch schon gut geklappt: „Trotz des Rückstandes wie aus dem Nichts kurz vor der Pause sind wir dann sehr stark aus der Kabine gekommen und hatten große Chancen zum Ausgleich.“ Erst das 2:0 war dann so etwas wie der K.o. in den Köpfen.

Gegen die Gäste aus Monheim, die Isiktas „qualitativ nicht schwächer als Homberg“ einschätzt, hofft der FSV-Trainer auf eine Verbesserung der zuletzt angespannten personellen Situation. Während Ismail Öztürk (Muskelfaserriss) weiter kein Thema sein kann, sollen mit Joel Schoof und Meik Kuta zwei Stützen der Defensive rechtzeitig wieder fit sein. Hinter dem zuletzt erstmals eingesetzten Yunus Emre Kocaoglu steht ebenso ein Fragezeichen wie hinter dem Einsatz von Emir Alic, der wegen einer Achillessehnenentzündung pausieren musste.