FSV Duisburg: Tahirovic wehrt sich gegen Kritik

Fußball : FSV Duisburg: Tahirovic wehrt sich gegen Kritik

Der ehemalige Sportliche Leiter  des Neulings in der Oberliga meldet sich in der Krise zu Wort.

Es war längere Zeit still um ihn gewesen. Denis Tahirovic, der als Trainer in der vergangenen Spielzeit den Aufstieg des FSV Duisburg in die Fußball-Oberliga als Nachfolger von René Lewejohann vollendet hatte, aber eigentlich die Position des Sportlichen Leiters an der Warbruckstraße bekleidete, war seit Saisonbeginn nicht mehr dort aufgetaucht. Jetzt meldet er sich angesichts der Talfahrt des Vereins, die mit dem 0:4 gegen den 1. FC Kleve und nachfolgenden Aussagen von Trainer Erhan Albayrak neuen Schwung erhielt, mal wieder zu Wort.

„Da sind jetzt Sachen vorgefallen, die man so nicht stehen lassen kann“, sagt Tahirovic. Damit bezog er sich auf das, was Erhan Albayrak nach der Pleite am Sonntag gesagt hatte. Der Kader sei nicht oberligatauglich aufgestellt, im Sommer seien dabei die entsprechenden Fehler gemacht worden. „Das ist ein Nachtreten gegen meine Person“, sagt Tahirovic. Schließlich gelte er als derjenige, der die aktuelle Mannschaft zusammengestellt habe. Jedoch verweist der 33-Jährige darauf, dass er dafür keineswegs die alleinige Verantwortung trage. „Mir wurde nach unserem Aufstieg vom stellvertretenden Vorsitzenden Ayhan Coskun gesagt, er würde sich um neue Spieler bemühen, die allesamt Oberliga- oder Regionalliganiveau besitzen“, so Tahirovic. Dies sei letztlich jedoch nicht geschehen.

Hinzu kam in der Sommerpause das merkwürdige Geschehen um Kurzzeit-Trainer Hrvoje Vlaovic, der ganz offensichtlich nicht die Erwartungen des Vereins erfüllte. Als seine letzte Amtshandlung verpflichtete Denis Tahirovic den Ex-Krayer Muhammet Isiktas als dessen Nachfolger. „Acht Tage danach wurde ich vom Vorstand zu einem Gespräch gebeten, wobei der Vorsitzende Erol Ayar zu diesem Zeitpunkt in der Türkei war. Dabei kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, woraufhin ich mich beim Vorstand bedankt und verabschiedet habe“, sagt Tahirovic. Er betont: „Ich konnte mich mit meiner Philosophie, mit einer jungen, dynamischen, aber hochwertigen Mannschaft ins Rennen zu gehen, nicht durchsetzen.“ Daher empfinde er die jetzige Kritik als unangebracht.

Vom Fußballgeschehen hat Tahirovic seit seinem Abschied aus Duisburg eher Abstand gehalten. „Ich hatte beruflich zu viel tun. Ich habe auch ein Angebot aus dem Profibereich erhalten, aber das Risiko war mir einfach zu groß.“

(T.K.)
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