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Lokalsport: FSD: Gut Ding will Weile haben

Lokalsport : FSD: Gut Ding will Weile haben

Die Wasserballerinnen der Freien Schwimmer Duisburg überwintern in der Bundesliga auf dem fünften Platz und liegen damit im Soll. Langfristig hat die Mannschaft von Trainer Kai Obschernikat aber höhere Ziele.

Die Reisen nach Chemnitz und Berlin waren für die Wasserballerinnen der Freien Schwimmer Duisburg ein Erlebnis. Im schmucken Nightliner mit Küche, Badezimmer und Betten ließen sich die Strapazen gut aushalten. Was auf der längsten Auswärtsfahrt der Saison störte, war allein die Ausbeute. Im Duell mit dem SC Chemnitz erkämpfte sich die junge Mannschaft von Kai Obschernikat nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand ein 7:7, gegen die zuvor sieglose SG Neukölln setzte es tags darauf nach einer 5:2-Führung noch eine 7:9-Niederlage.

"Dass wir nur einen Punkt mitnehmen konnten, war ein wenig enttäuschend", sagt Obschernikat, der mit der ersten Saisonphase ansonsten aber zufrieden sein darf. Am Ende soll für den Vorjahresdritten, der die Abgänge von Spielertrainerin Viktoria Bujka, Alexandra Sandor und Daniela Pagel verkraften musste, der vierte oder fünfte Platz zu Buche stehen. Letzteren haben die Wedauerinnen derzeit inne. "Oberste Priorität genießt die Weiterentwicklung unserer jungen Mannschaft", erklärt Obschernikat, dessen Schützlinge gut aus den Startlöchern kamen.

Im Auftaktspiel gegen den SV Nikar Heidelberg stotterte der Angriffsmotor zwar noch ein wenig, dank einer starken Abwehr, die 18 Minuten keinen Gegentreffer zuließ, langte es aber zum 7:5-Sieg. Eine Woche später folgte gegen den Hohenlimburger SV vor heimischem Publikum ein 10:5-Erfolg, bei dem die FSD-Damen schon im ersten Viertel für klare Verhältnisse sorgten. Dass die anschließenden Duelle mit dem Rekordmeister Blau-Weiss Bochum (4:16) und dem amtierenden Double-Gewinner SV Bayer Uerdingen (5:32) auch in dieser Deutlichkeit verloren gehen würden, war nicht anders zu erwarten. Schließlich ist das Spitzenduo dem Wedauer Traditionsverein, der erst im dritten Jahr in der Bundesliga spielt, etliche Jahre voraus.

"Langfristig wollen wir die zweite oder dritte Kraft im deutschen Frauenwasserball werden", sagt Obschernikat, der sich bewusst ist, dass gut Ding Weile haben will: "Wir haben sehr talentierte Mädels in unseren Reihen, die ihren Weg gehen werden. Aber wir müssen ihnen Zeit geben." Ohne die 38-jährige Rückkehrerin Nadja Pozzi, die beruflich bedingt nur in den Heimspielen die Kappe schnürt, hat die Mannschaft gerade einmal ein Durchschnittsalter von 19 Jahren. Beim Doppelspieltag im Osten machte sich die fehlende Routine jüngst ebenso bemerkbar wie der dünne Kader. Da neben Pozzi auch Verena Sturm (beruflich bedingt) und Vanessa Korneli (Fingerbruch) ausfielen, standen Obschernikat nur zwei Torhüterinnen und acht Feldspielerinnen zur Verfügung.

Von der kämpferischen Leistung her konnte der Trainer seinem Team keinen Vorwurf machen. "Nur leider haben wir zu viele Chancen vergeben. Und in den kniffligen Phasen hat uns eine erfahrene Spielerin gefehlt. Da haben wir phasenweise kopflos agiert", so Obschernikat, dessen Mannschaft im neuen Jahr freilich alle Chancen hat, sich die liegengelassenen Zähler zurück zu holen. Sechs Mal genießen die Wedauerinnen in der Punkterunde noch Heimrecht. Die Verteidigung des fünften Platzes sollte also in jedem Fall gelingen, und auch der Einzug in die Play-offs der vier besten Teams ist keineswegs ausgeschlossen.

Freie Schwimmer Duisburg: Jana Lueg, Ronja Kerßenboom -Annika Bonnen, Lara Deißmann, Karola Gerresheim, Ricarda Hannen, Kim Illinger, Katrin Juntermanns, Alina Korneli, Vanessa Korneli, Natascha Sanfilippo, Verena Sturm, Nadja Pozzi, Mariann Ziegler.

(kök)