Lokalsport: Frühes 0:1 schockt den DSV nicht

Lokalsport : Frühes 0:1 schockt den DSV nicht

Fußball-Landesliga: Murke, Tönnißen und der Japaner Kosuke Hatta treffen beim 3:1 über Essen-West.

Manchmal gibt es diesen Moment - mittendrin in 90 Fußballminuten - der ein ganzes Spiel entscheidet. Denn in der 36. Minute hätte die Landesliga-Partie beim Duisburger SV 1900 zu Gunsten des TuS Essen-West kippen können. Das tat sie aber nicht. Aus dem Gewühl prallte der Ball gegen das Bein von DSV-Innenverteidiger Ibrahim Er. Das Ball trudelte in Richtung Tor, doch Emre Camdali erwischte ihn noch. Rechtzeitig? "Ich habe genau hinter dem Tor gestanden. Der war nicht drin", sagte Jörg Kessen, Sportlicher Leiter der Wanheimerorter. Ein Indiz, dass es so war: Kein Essener Spieler jubelte. Sekunden späte landete der Ball bei Essens Julian Fischer, dessen Nachschuss aber von Kevin Kessen geblockt wurde.

Und dann? Konter, Flanke von Tobi Schiek und Tor zum 2:1 für den DSV durch Christian Tönnißen, der seinen Fuß rein hielt und den Ball so unter die Latte ins Tor jagte. Am Ende setzte sich der DSV 1900 hochverdient mit 3:1 (2:1) durch.

Dabei wurde Julian Fischer zum tragischen Helden auf Seiten der Gäste. Zwar brachte er den TuS nach nur neun Minuten in Führung, vergab aber nicht nur die Chance in jener 36. Minute, sondern auch vier Minuten später, als er ganz alleine vor dem leeren Duisburger Tor stand, den Ball aber in die Wolken schickte. Ein Kunststück übrigens, dass er in Hälfte zwei noch einmal wiederholte - wenngleich auch nicht dermaßen freistehend wie kurz vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel hätte die Partie gar zum Debakel für Essen-West werden können, die Chancen für den DSV 1900 ergaben sich beinahe im Minutentakt.

Gut war natürlich aus Sicht der Hausherren, dass sich die 1900er von dem frühen Rückstand nicht schocken ließen. Ausgerechnet Mittelfeld-Aufräumer Steffen Murke feuerte einen Abpraller in der 14. Minute zum 1:1 in die Essener Maschen. In Durchgang zwei rettete zweimal das Aluminium für die Essener, nachdem Murat Kara (52.) und Tayfun Yildirim (89.) abgezogen hatten. Der eingewechselte Yildirim hatte gar noch zweimal die Topchance - in der 72. Minute von der rechten, in der 73. Minute von der linken Seite. Letztlich war es der ebenfalls eingewechselte Kosuke Hatta, der in der 85. Minute mit dem 3:1 alle Zweifel am Erfolg der Schwarz-Roten beseitigte. Emre Camdali setzte sich mit all seiner Physis an der rechten Strafraumgrenze durch, legte zurück - und der Japaner brachte den Ball in den Essener Maschen unter. "In der ersten Halbzeit hatten wir sicherlich etwas Glück, denn das hätte auch mit einem 2:4 in die Pause gehen können", sagte DSV-Trainer Ralf Kessen. "Aber nach der Pause wäre auch mehr möglich gewesen. Fußballerisch können wir aber sicher mehr."

(RP)
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