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Lokalsport: FCR-Trainer gibt Favoritenrolle gegen Gütersloh aus

Lokalsport : FCR-Trainer gibt Favoritenrolle gegen Gütersloh aus

Dass man aus der Not eine Tugend machen und dabei ein glückliches Händchen beweisen kann, gelang Marco Ketelaer, dem Trainer des Frauenfußball-Bundesligisten FCR 2001 Duisburg.

Nach dem Verlust der drei starken Defensivspielerinnen Annike Krahn, Luisa Wensing und Linda Bresonik war es vor allem die Stabilität der Abwehrkette, die dem Coach Sorgen machte.

Laura Neboli, die italienische Nationalspielerin, war schon in der letzten Saison eine Bank in der Innenabwehr. Für Krahn rückte nun Marina Himmighofen nach innen. Die linke Außenbahn ist mit der US-Amerikanerin Elli Reed wohl gut besetzt. Auf der anderen Seite versuchte es Ketelaer mit der Portugiesin Dolores Silva, was aber gerade im ersten Saisonspiel gegen Turbine Potsdam nicht so recht passte.

Standortbestimmung für beide

Beim 2:0-Sieg gegen die SGS Essen tauchte Stefanie Weichelt in der Kette auf. Die 2010 vom Ruhrgebietskonkurrenten gekommene gelernte Offensivspielerin scheint die gelungene Alternative zur Festigung der Abwehrkette zu sein. Gegen ihre früheren Kameradinnen bot sie eine starke Leistung und bewies als ehemalige Stürmerin zudem beherzten Offensivdrang, ebenso wie auf der anderen Seite Elli Reed. Doch das war noch nicht alles. Wohin mit Dolores Silva?

Ketelaer positionierte sie anstelle der gegen Potsdam nicht überzeugenden Gülhiye Cengiz vor der Abwehr auf der "Sechs" und landete erneut einen Volltreffer.

Die richtige Frau am richtigen Platz, diese alte Erkenntnis scheint der FCR-Coach bestens umgesetzt zu haben. Ebenfalls eine Bereicherung des FCR-Spiels kann die Holländerin Lieke Martens werden. Gegen Essen präsentierte sich die 19-Jährige in der Spitze ungemein einsatzfreudig, laufstark und technisch versiert, baute aber später kräfte- und leistungsmäßig stark ab. Die Trainer haben mit Lieke in dieser Woche viel gesprochen: "Sie setzt sich selbst ein wenig zu sehr unter Druck, aber ihr mannschaftsdienliches Spiel ist vorbildlich, sie geht weite Wege, macht Räume frei für die Mitspielerinnen", sagt Ketelaer. "Auf ihrem Niveau ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie zum ersten Mal trifft."

Überhaupt präsentierte sich das FCR-Ensemble gegen Essen in einer so guten Verfassung, dass der schwache Eindruck gegen Potsdam schnell in Vergessenheit geriet. Da aber eine Schwalbe bekanntlich noch keinen Sommer macht, muss diese Stärke morgen im Gastspiel beim FSV Gütersloh (14 Uhr) erneut unter Beweis gestellt werden. Im Duell der Aufsteiger setzten sich die Ostwestfalen zwar gegen den VfL Sindelfingen mit 4:0 durch, unterlagen aber danach in Freiburg ähnlich deutlich mit 1:4.

Sowohl für Gütersloh als auch für den FCR ist die morgige Partie folglich eine echte Standortbestimmung, die nicht in Gütersloh, sondern auf dem Kunstrasen der neuen Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück ausgetragen wird. Marco Ketelaer, der seinen Kader vom Essen-Spiel komplett zur Verfügung hat, lässt keinen Zweifel an seiner Erwartung aufkommen. "Wir sind Favorit. Gütersloh ist ein Team, das wir aufgrund unserer individuellen Qualität schlagen müssen."

(RP)