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Fußball: FCR plant ein Leistungszentrum

Fußball : FCR plant ein Leistungszentrum

Ein Trainingszentrum für den Nachwuchs soll den FCR 2001 Duisburg wieder attraktiver für Talente machen. Vor dem heutigen Bundesligaspiel bei Turbine Potsdam hat der Verein die Verträge aller Trainer verlängert.

Für den Frauenfußball-Bundesligisten FCR 2001 Duisburg ist es beruhigend, dass er die Punkte für den Klassenerhalt so gut wie zusammen hat. Zwölf Zähler Differenz zum ersten Abstiegsplatz sollten in den verbleibenden sechs Saisonspielen reichen. In den nächsten acht Tagen aber wartet ein regelrechtes Horrorprogramm auf das Team von Trainer Sven Kahlert. Innerhalb dieser englischen Woche geht es gegen die drei Spitzenteams der Liga.

Heute (17.30 Uhr) tritt der FCR im Nachholspiel beim Tabellenzweiten Turbine Potsdam an. Am Sonntag wartet beim 1. FFC Frankfurt eine nicht minder schwere Aufgabe, und am 24. April kommt Spitzenreiter VfL Wolfsburg ins PCC-Stadion. Da trifft die Aussage von Sven Kahlert zu, dass es eine sportliche "Weltsensation" sei, wenn es aus diesen drei Partien einen Punktgewinn geben sollte. Doch da im Anschluss noch die Heimspiele gegen die schlechter platzierten SC Bad Neuenahr und USV Jena anstehen, ist das Duisburger Team nicht unter Zugzwang.

Dass die Mannschaft erst heute morgen den langen Weg nach Potsdam per Bus antritt und in der Nacht wieder zurückfährt, ist der aktuellen Finanzmisere geschuldet und unterstreicht diese Prognose. Außerdem steht nur ein ausgedünnter Kader zur Verfügung. Torhüterin Meike Kämper und Alice Hellfeier sind wegen Abiturprüfungen unabkömmlich, und Marina Himmighofen bekommt von ihrem Arbeitgeber keine Freistellung. Im Abwehrverbund fehlt außerdem die verletzte Italienerin Laura Neboli. Dafür scheint der Einsatz von Jackie Groenen möglich. Christina Bellinghoven gibt nach mehr als einem Jahr Pause ihr Comeback im Tor.

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Noch bevor die sportliche und wirtschaftliche Zukunft des FCR gesichert ist, wurden mit der Verlängerung sämtlicher Trainer-Verträge bereits entscheidende Weichen für die Zukunft des Duisburger Aushängeschilds im Frauenfußball gestellt. Sportvorstand Hanns Dieter Weber spricht von einem Dreijahresplan – wohlgemerkt für den Fall, dass die Insolvenz nicht greift. "Dann müssten wir uns neu gründen und von vorne an beginnen. Aber noch haben wir Zeit und vor allem günstige Perspektiven." Darum stellt sich für Weber auch derzeit nicht die Frage, ob es auch im Fall eines Neubeginns eine Zukunft mit Kahlert geben wird. "Kahlert plant nicht für eine Zukunft beim FCR, an der er nicht teilnimmt", sagt Weber.

Der Chefcoach, erst seit wenigen Wochen im Amt, hat von Beginn an bekundet, dass er seine Tätigkeit beim FCR nicht als Übergangscoach sieht. Er will mithelfen, sowohl den Bundesliga-Klassenerhalt wie auch die sportliche Tradition zu sichern. Doch nicht nur der Frauenfußball auf höchster Ebene ist das Anliegen der Verantwortlichen. Neben Kahlert wurde allen anderen Trainern das Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit garantiert.

Im Einzelnen: Die Regionalliga-Mannschaft wird weiter von Wilfried Tönneßen und Oliver Lörsch betreut. Hinzu kommt eine weibliche Co-Trainerin. Zusätzlich zu seinen sportlichen Aufgaben wird sich Tönneßen um den Aufbau eines Nachwuchs-Leistungszentrums sowie eines Internats kümmern, um wieder interessanter zu werden für talentierte Spielerinnen. Lörsch wird in Eigenverantwortung ein Scouting-System aufbauen, um den FCR in den kommenden Jahren wieder in bessere Zeiten zu führen. Für die beiden U17-Jugendteams bleiben Rainer Vervölgyi und Torsten Arend, bei der U15 Kurt Hauer und Sascha Beck verantwortlich, und bei der U13 Sascha Gottschling und Mario Helmes. Für die dritte Mannschaft wurde noch keine Entscheidung getroffen. Das Team ist aktuell Letzter in der Niederrheinliga.

(mac)