Fußball : FCR muss morgen ran

Der Frauenfußball-Bundesligist tritt am Tag der Deutschen Einheit bei Turbine Potsdam an. Die Duisburgerinnen müssen konzentriert sein.

Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat die zweite Runde im DFB-Pokal locker überstanden und steht in der Runde der letzten 16 Mannschaften. Der 6:0-Sieg über den Zweitligisten BW Hohen Neuendorf war mehr als deutlich. Die Achtelfinal-Auslosung geht erst am kommenden Samstag im Rahmen des Bundesligaspiels zwischen dem FFC Frankfurt und Bayer Leverkusen über die Bühne. Die Duisburgerinnen wünschen sich dabei erneut ein Heimspiel.

Nicht mit im Topf wird dann der sechsfache Deutsche Meister Turbine Potsdam sein. Die Brandenburgerinnen unterlagen der SG Essen-Schönebeck mit 2:3 und sorgten so unfreiwillig für die erste große Überraschung der Saison. Potsdams Trainer Bernd Schröder schimpfte wie ein Rohrspatz: "Es war scheiße, es war Mist, wir haben das Ding aus der Hand gegeben. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Wir müssen das schnellstmöglich wiedergutmachen."

Die erste Chance dazu ergibt sich für den Vizemeister ausgerechnet morgen (13 Uhr) im Heimspiel gegen die Duisburgerinnen. FCR-Trainer Sven Kahlert weiß um die Probleme der Turbine-Frauen, will das aber nicht überbewerten: "Nach dem 1:1 gegen Jena in der Liga und dem Pokal-Aus strotzt das Team mit Sicherheit nicht vor Selbstvertrauen. Aber das sagt nicht viel aus. In der Mannschaft steckt eine riesige Qualität, die einfach noch nicht abgerufen wurde. Ich hoffe nicht, dass der Knoten gegen uns platzt."

Im Gegensatz zu den Potsdamerinnen, die trotz ihrer Probleme Tabellenführer sind, durfte der FCR zuletzt Selbstvertrauen tanken. Sowohl der klare Liga-Sieg gegen die TSG Hoffenheim (4:1) als auch der Erfolg im Pokal sorgten für Rückenwind: "Die Mädels haben zwei gute Spiele gemacht. Daran müssen wir anknüpfen und noch zielstrebiger arbeiten. Wir sind auf einem guten Weg", erklärt Kahlert, der mit einem guten Gefühl in die Partie am Tag der Deutschen Einheit geht: "Das wird mit Sicherheit ein sehr schweres Spiel. Potsdam gehört zu den Top-Teams der Liga. Wir werden uns dort aber mit Sicherheit nicht so abschlachten lassen wie im April der letzten Saison, als wir sechs Tore kassiert haben", sagt Kahlert. Er hofft, möglichst lange die Null halten zu können: "Wenn wir konzentriert zu Werke gehen und in der Defensive stabil stehen, können wir vielleicht einen Punkt mitnehmen. Aber dafür müssen wir wirklich 90 Minuten hochkonzentriert sein."

Personell gibt es beim FCR keine großen Probleme. Einzig der Einsatz von Spielführerin Jennifer Oster steht noch in den Sternen. Sollte die Mittelfeldspielerin morgen nicht auflaufen können, so wird wieder die Holländerin Lieke Martens die Kapitänsbinde tragen. Die Stürmerin wirkte damit im Pokal förmlich beflügelt und war an vier Toren beteiligt: "Wenn Lieke diese Verantwortung beflügelt hat, ist das natürlich ein toller Nebeneffekt. Sie hat noch viel mehr Potenzial" sagt Kahlert.

Eine endgültige Entscheidung in der Torhüterfrage ist indes noch nicht gefallen. Sowohl Meike Kämper (in den ersten beiden Bundesligaspielen), als auch Stina Lykke Petersen (im Pokal) hinterließen einen guten Eindruck: "Das lasse ich noch offen", so Kahlert.

(RP)