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Lokalsport: FCR: Insolvenzantrag wird morgen eingereicht

Lokalsport : FCR: Insolvenzantrag wird morgen eingereicht

Die ursprünglich für Montag geplante Abgabe des Insolvenzantrags des FCR Duisburg verzögert sich. Ab Mittwoch prüft ein Insolvenzverwalter die aktuelle Situation.

Dem deutschen Frauenfußball drohen schlechte Zeiten. Die angekündigte Insolvenz des FCR 2001 Duisburg hat die Bundesliga geschockt: "Für uns ist das eine sehr traurige Stunde und für die Bundesliga ein sehr schlechtes Zeichen", sagte Bernd Schröder, Trainer des Deutschen Meisters Turbine Potsdam im Bezug auf die Nachricht der FCR-Insolvenz, die nicht das erste Alarmsignal in der höchsten Spielklasse in Deutschland ist.

Der Hamburger SV hatte sich bereits vor der laufenden Saison zurückgezogen, und in Sindelfingen mussten in der Winterpause der Co-Trainer und fünf Spielerinnen den VfL aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Die drei Beispiele sprechen eine deutliche Sprache. Der Imageverlust für den Frauenfußball ist und wird bei weiteren finanziellen Offenbarungseiden riesengroß sein, wie Bernd Schröder findet: "Wir haben nur eine Chance, die Liga auf einem richtigen Level zu halten, wenn wir eine eigene Philosophie haben", so Schröder: "Ich kann kein Produkt verkaufen, was in der Glaubwürdigkeit immer geringer wird."

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Dem FCR 2001 Duisburg helfen solche Aussagen allerdings nicht weiter. Nachdem der Verein nicht in der Lage ist, die Monatsgehälter seiner Angestellten zu begleichen, ist der Verein dazu gezwungen einen Insolvenzantrag zu stellen. Entgegen der eigentlichen Erwartung diesen Anfang der Woche einzureichen, wird der dreifache Pokalsieger die Unterlagen erst am morgigen Mittwoch beim Amtsgericht einreichen können. Zwar sei die Abgabe ursprünglich früher geplant gewesen, doch nach einer ersten Durchsicht der Bilanzen durch den vom FCR beauftragten Fachanwalt seien bis morgen noch einige Vorarbeiten zu leisten. Dies teilte der FCR-Medienbeauftragte Rainer Zimmermann auf Nachfrage der Rheinischen Post gestern Abend mit.

Ungewisse Zeit

Mit der Abgabe beginnt für den Frauenfußball-Bundesligsten eine ungewisse Zeit. Drei Monate lang wird dann durch einen vom Gericht beauftragten Insolvenzverwalter geprüft, wie es um die Finanzen des Klubs bestellt ist und unter welchen Umständen eine Sanierung praktizierbar ist. In dieser Zeit werden sämtliche Bezüge aller Angestellten des Vereins von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Das gilt sowohl für die Spielerinnen, als auch für alle anderen Arbeitnehmer des Vereins. Stellt der Insolvenzverwalter in den drei Monaten fest, dass die nötige Substanz zu einer Sanierung nicht gegeben ist, wäre ein sofortiger Rückzug aus dem laufenden Spielbetrieb in der Frauenfußball-Bundesliga die Folge: "In diesen drei Monaten haben wir es nicht mehr in unserer Hand. Da muss der Verwalter prüfen, was möglich ist", sagte Rainer Zimmermann.

Beim FCR geht man derweil davon aus, dass man die Saison wird zu Ende spielen können. Nicht zuletzt, da auch der DFB seine Hilfe zugesichert hat. Wie diese aussehen wird, ist bisher nicht bekannt. Im Raum steht eine nicht näher bezeichnete sechsstellige Summe, die dem Verein fehlt. Wie hoch diese wirklich ausfällt, wird der beauftragte Fachanwalt bis morgen früh erarbeiten. Dass sich der FCR trotz der auch sportlichen Schieflage von Leistungsträgerinnen trennen wird, ist nicht ausgeschlossen: "Natürlich müssen wir darüber nachdenken, ob wir wollen oder nicht", erklärt Zimmermann. Unterdessen trainiert das Bundesligateam des FCR 2001 Duisburg mit Trainerin "Pepe" Hauser weiter. Am 3. Februar steht das erste Spiel bei der SGS Essen an.

(kew)