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Fußball: FCR blamiert sich in Sand bis auf die Knochen

Fußball : FCR blamiert sich in Sand bis auf die Knochen

Der Frauenfußball-Bundesligist scheidet im Achtelfinale des DFB-Pokals beim Zweitligisten SC Sand mit einem peinlichen 0:6 aus.

Nach den zuletzt schwachen Auftritten in der Bundesliga hatten sich die Verantwortlichen des FCR 2001 Duisburg an den "Strohhalm DFB-Pokal" geklammert, um dort kräftig Selbstvertrauen zu tanken. Doch die Achtelfinalpartie beim SC Sand ging gestern mächtig in die Hose. Mit sage und schreibe 0:6 (0:3) unterlagen die Duisburgerinnen dem Zweitligisten und blamierten sich dabei bis auf die Knochen.

Trainer Sven Kahlert, der der Mannschaft aufgrund seiner Sperre erneut nur von der Tribüne aus zuschauen konnte, wirkte nach dem Spiel geknickt: "Ich weiß gar nicht, was man dazu sagen sollen. Das hatte nicht viel mit Fußball zu tun. Sand macht das Spiel seines Lebens und wir haben aber auch wirklich nichts auf die Kette bekommen", so der Coach, der an der Seitenlinie von Co-Trainerin Annemieke Kiesel vertreten wurde.

Die Holländerin hatte mit Ausnahme von Torhüterin Meike Kämper, die für die Norwegerin Stina Lykke Petersen spielte, die gleiche Elf wie in den vergangenen Wochen ins Spiel geschickt. Bereits nach 240 Sekunden waren allerdings alle gute Vorsätze über den Haufen geschmissen. Sands Stürmerin Isabelle Meyer nutzte eine Unaufmerksam in der Duisburger Defensive für die Führung des Tabellenzweiten der zweiten Bundesliga. Daraufhin ließ der FCR jegliche Ordnung vermissen und agierte kopflos. Die Quittung dafür gab es nach genau 20 Spielminuten. Verteidigerin Marina Himmighofen wusste sich im Strafraum nur noch mit einem Foul zu helfen und kassierte dafür eine Rote Karte. Den fälligen Elfmeter nutzte die ehemalige Duisburger Anne van Bonn zum zweiten SC-Tor.

Spätestens da war der FCR endgültig auf der Verliererstraße: "Da liegst du nach 20 Minuten mit 0:2 zurück, hast eine Spielerin weniger auf dem Platz und Sand hat sich in einen wahren Rausch gespielt", so Kahlert, der kurz vor der Pausenpfiff noch den dritten Gegentreffer (Illaria Mauro) für sein Team mitansehen musste: "Wir sind einfach zu keiner Zeit ins Spiel gekommen. In der Halbzeit hat meine Co-Trainerin dann taktisch einiges umgestellt, was ich wahrscheinlich auch getan hätte. Da wirkten die Mädels sehr motiviert, aber wenn du gleich nach der Pause den vierten Treffer kassierst, ist die Moral natürlich gleich wieder unten", erklärt Kahlert, der nach dem 0:4 (47. Minute) durch Rebekah Stott noch zwei weitere Treffer durch Isabelle Meyer (62./66.) zu Gesicht bekam.

Nach der dicken Packung wird es unter der Woche an der Mündelheimer Straße kaum gute Stimmung geben, wie Kahlert gleich nach der Partie ankündigte: "Es bringt nichts auf die Mädel draufzuhauen. Aber darüber werden wir ausgiebig sprechen müssen. Es gibt nichts schönzureden", so Kahlert, der die widrigen Umstände nicht als Ausrede gelten lassen wollte: "Natürlich kommst du schlecht ins Spiel rein und bekommst dann auch noch einen Platzverweis. Aber man muss hier nicht sechs Tore kassieren und selbst nur zwei, drei Mal aufs Tor schießen."

Auch die gestern verantwortliche Kiesel war bitter enttäuscht über die Leistung ihres Teams: "Ganz klar, wir haben uns hier absolut blamiert und sind sehr, sehr enttäuscht. Es wird nun extrem schwer, aus diesem tiefen Tal wieder heraus zu kommen."

Der Trainer des SC Sand, Dieter Wendling, war überrascht von seinem Team: " Damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Der erste Angriff war gleich erfolgreich, mit dem zweiten erfolgversprechenden Angriff schafften wir das 2:0 und der Gegner erhielt eine Rote Karte – das hat uns in die Karte gespielt."

(knue)