Lokalsport: EVD: Sticheleien nach Derbysieg gegen Essen

Lokalsport : EVD: Sticheleien nach Derbysieg gegen Essen

Heute sind die Füchse bei den Hannover Scorpions zu Gast.

Es fühlte sich ein wenig an wie in der Deutschen Eishockey-Liga. Natürlich gab es dort diese großen Siege wie bei den Eisbären Berlin, als Edgars Masaskis das Spitzenteam aus der Hauptstadt nahezu im Alleingang stoppte. Oder diese bemerkenswerten zwölf Spiele, als der viel zu früh gestorbene Robert Müller im Tor der Füchse stand. Doch die meisten Partien in der DEL gingen verloren. Sieben Spiele am Stück zu verlieren - das kam in der DEL vor. Für die Oberliga ist das aus Sicht des EV Duisburg aber eher ungewöhnlich. Umso befreiender war der 6:4-Sieg am Sonntag im Derby gegen die Moskitos Essen.

"Ja, wir fühlen uns besser", sagte Trainer Frank Petrozza. "Aber", betont er, "wir haben gar nicht so viel anders gemacht als in den Spielen zuvor. Der Unterschied zur Partie gegen Leipzig? Wir haben das Tor getroffen." Und das verbindet der Coach mit einem Lob: "Unsere Topspieler waren da." So waren die ersten 30 Minuten das Beste, was Raphael Joly seit einiger Zeit gespielt hat. Die Bissigkeit, der Wille, wie er seine zwei Tore erzielt hat, waren Gold wert für die Füchse. Essens Trainer erkannte die Leistung der Füchse an. "Wir haben das erste Drittel noch ausgeglichen gestaltet, aber im zweiten Drittel war Duisburg klar besser", sagte Frank Gentges. "Ich sehe es ähnlich - außer dass ich der Meinung bin, dass wir schon im ersten Drittel die klar bessere Mannschaft waren. Wir hätten höher führen können", erklärte Petrozza. Einziger Kritikpunkt war die Phase nach dem 5:1. Der EVD leistete sich individuelle Fehler bei den Gegentoren. "Wir müssen über die vollen 60 Minuten konzentriert bleiben", so Petrozza. "Als es 5:3 stand, hatte Essen eine Überzahlsituation. Aber diese Strafe haben wir sehr gut überstanden", lobte der Trainer das Penaltykilling.

Tatsächlich blieb das Derby diesmal ohne allzu große Störgeräusche. Ärgerlich war aus Sicht der Füchse, dass die Toilette auf der Gästeseite nach dem Spiel demoliert war. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass unsere Fans das schon einmal irgendwo gemacht hätten", sagte Füchse-Chef Sebastian Uckermann. Zudem solidarisierten sich die Füchse mit den Tilburg Trappers. Beim Essener Heimsieg gegen Tilburg erklärte Gentges, von den Trappers-Fans beschimpft worden zu sein, und sagte: "Wir brauchen euch hier nicht." Zudem garnierte er sein Statement, nachdem Trappers-Trainer Bo Subr auf Englisch gesprochen hatte, mit dem Satz: "Ich mach's auf Deutsch in Deutschland." Zum Ende erklärte er sich unzufrieden mit Beschimpfungen und Bierwürfen und sagte zudem: "Ihr spielt in unserem Land. Spielt nach unseren Regeln oder geht dahin, wo ihr her kommt."

Dieses Statement löste in Tilburg Befremden aus. Schon nach der Niederlage am Freitag in Tilburg stellte EVD-Trainer Frank Petrozza vor den Medien klar: "In meinem Namen und im Namen der gesamten Duisburger Organisation möchte ich sagen, dass wir stolz darauf sind, dass Tilburg in unserer Liga spielt." Im Rahmen der Pressekonferenz am Sonntag bekräftigten die Füchse ihre Haltung - so ganz ohne Derbystimmung geht es dann eben doch nicht.

(RP)
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