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EVD: Papes Daumen geht nach unten

EVD: Papes Daumen geht nach unten

Am Sonntagabend zog Ralf Pape die Reißleine. Nach vier Jahren in der DEL zieht sich der Duisburger Eishockey-Fuchs aus der höchsten Liga zurück. "Wir werden am Montag Insolvenz anmelden", sagte der Boss der Füchse GmbH gestern Abend. Das Ziel ist es, die neue Saison in der Oberliga zu bestreiten. Pape: "Die dritte Liga können in jedem Fall stemmen."

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sie sei aber die einzig vernünftige, so der Alleingesellschaft. In der vergangenen Woche habe man noch einmal Gespräche mit Sponsoren geführt, jedoch kein positives Signal erhalten. Zudem erweise es sich als schwierig, die Verträge mit teuren Spielern wie Jan Alinc oder Michail Sup aufzulösen. Damit waren die Weichen gestellt. Es mache einfach keinen Sinn, weiter Geld zu verbrennen, erklärte der Chef.

Mini-Etat keine Alternative

Mit einem Mini-Etat in der DEL zu spielen, sei keine Alternative gewesen. "Wir hätten dann schon wieder vom ersten Spieltag an das Messer im Rücken gehabt", so der Chef. Seit dem Aufstieg im Jahr 2005 hatten Füchse jedes Spieljahr als Tabellenletzter beendet. Besonders verheerend war die abgelaufene Saison. Da hatte Pape Millionen investiert, und wieder sammelte die Mannschaft nur Niederlagen.

Erhaltenes Eishockey

Noch vor dem Saisonfinale hatte der Chef angekündigt, dass man es sich gut überlegen müsse, ob er weiter in der höchsten Klasse dabei sein wolle. Gestern ging dann der Daumen nach unten. "Ich will in jedem Fall das Eishockey für Duisburg erhalten", sagte der Unternehmer gestern. Er werde auch weiter seine Pläne verfolgen, die Scania-Arena in eine Mehrzweckhalle unter seiner Regie umzubauen. Darüber hinaus wolle man sich verstärkt um die Jugendarbeit kümmern.

Mit der Insolvenz wird zwar die Füchse GmbH, Lizenznehmer des DEL-Spielbetriebs, in nahmer Zukunft liquidiert. Unabhängig davon ist jedoch die Existenz des Stammvereins EV Duisburg. Beide sind komplett getrennt voneinander. Eine GmbH braucht es nur für höchste Klasse. Diese Gesellschaft war im Übrigen wirtschaftlich grundgesund.

Pape sicherte alle Kosten ab. Die Insolvenz ist Folge davon, dass das Unternehmen Füchse nicht mehr gebraucht wird. Zudem müssen nun die acht Spieler, die noch Vertrag haben, sich mit den Mitteln bescheiden, die der Insolvenzverwalter erwirtschaftet. Der Verkauf der DEL-Lizenz könnte da auf der Habenseite stehen.

Pape geht davon aus, dass es in der Oberliga weiter gehen kann. In der dritten Liga werden noch dringend Teams gebraucht. Der EV Duisburg muss sich als Seiteneinsteiger bewerben. Pape unterhält dort bereits den Herner EV.

(RP)