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Eishockey: EVD - ein stolzer Vizemeister

Eishockey : EVD - ein stolzer Vizemeister

Nach der bitteren Niederlage im vierten Finalspiel gegen Bad Tölz überwiegt beim EV Duisburg nun die Freude über eine grandiose Saison. Mehr als 4000 Zuschauer sorgten in der Scania-Arena für eine Party mit Gänsehaut-Stimmung.

An der Tür der Scania-Arena hängt ein Papierzettel, der poesielos verkündet, irgendwann im September werde es wieder richtiges Eis geben. Mit einem wehmütigen Blick schaut man auf die Abtau-Nachricht. Ziemlich lange Pause, und wie schnell sie einsetzte. Florian Strobl aus Tölz scheiterte in der 64. Minute des vierten Finalspiels der Duisburger Füchse gegen die Löwen aus Bayern mit einem ersten Schuss an Torhüter Linda. Im zweiten Nachfassen log er den Puck über die Linie. Tölz hatte die drei Siege für den Aufstieg mit dem 4:3 in Duisburg eingefahren, die Füchse hockten als weinende Verlierer an der Bande vor der eigenen Bank.

"Ein paar Tage wird es noch brauchen, bis ich das verarbeitet habe", sagte Michael Hrstka nachher eher tonlos. Trainer Franz Fritzmeier, der am Mittwoch 32 Jahre alt wird, gratulierte dem Gegner artig zum Aufstieg und sagte, dass er sehr stolz auf sein Team sei. Ganz verdaut hatte er den Sudden Death aber so schnell nicht: Der Coach ärgerte sich über die Detailmängel seiner Mannschaft im Spiel vor über 4000 Zuschauern. Zweimal hatte sich der EVD einen Wechselfehler erlaubt. Gegen eine Mannschaft, die so stark Überzahl spielt wie Tölz, war das eine böse Schlafmützigkeiten.

Die Fans auf den Rängen karteten sie keine Sekunde nach. Erst kam der plötzliche Tod, dann vier Wimpernschläge entsetztes Schweigen und danach ein Fest der Dankbarkeit. Minutenlang feierten die Freunde des Fuchses ihr Team für eine grandiose Saison. Die Party sorgte für eine Gänsehaut selbst bei hartgesottenen Obernörglern. Michael Hrstka erinnert daran, was die Fans die Niederlage so schnell verdauen ließ: "Vor der Saison hätte niemand zehn Euro gewettet, dass wir ins Finale kommen."

Mit schönen Spielen, leidenschaftlichen Einsatz und jugendlicher Frische hatten sich die Füchse, geführt von Trainer Franz Fritzmeier, in die Herzen der Sportfreunde gespielt. 4000 Zuschauer in der Halle — das gab es zuletzt im DEL-Aufstiegsjahr 2005. Und ihnen bescherte der Fuchs selbst am Freitag einen außerordentlichen Moment. "Als Markus Schmidt das 3:3 in der letzten Minute schoss, da dachte ich, die Halle bricht zusammen. So laut war der Jubel", sagte Hrstka. Das Glück war nur eben nicht von Dauer. Doch es gilt auch: Der Tölzer Löwe war kein Papiertiger. Man war an einem starken Gegner gescheitert.

Deshalb versuchte auch die Mannschaft, schnell von der Enttäuschung des Tages zur Zufriedenheit über das Spieljahr zu finden. In der Kabine gab es nach der Partie das erste Bier. Später ging's dann weiter in die Innenstadt. Heute fliegt das Team nach Mallorca, das war als Siegprämie für den Aufstieg geplant. EVD-Chef Ralf Pape bescherte auch die Verlierer wie Sieger. Kann man so machen!

(kew)