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Wer rasiert, verliert: EV Duisburg startet in das Playoff-Viertelfinale

Wer rasiert, verliert : EV Duisburg startet in das Playoff-Viertelfinale

Franz Fritzmeier hat sich seit Tagen nicht rasiert. Vorsorglich und aus Aberglauben. "Das Spiel gegen Leipzig hatte schon etwas von den Playoffs, deshalb habe ich meinen Bart stehen lassen", sagte der Coach des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg nach dem 6:4-Sieg in einem Herzschlagspiel gegen die Icefighters Leipzig.

Im Eishockey ist es nicht üblich zum Messer oder Schaber zu greifen, bevor die Playoffs gespielt sind. Das ungeschriebene Gesetz lautet: Wer rasiert, verliert. Der Coach muss da Stoppeln zeigen, denn nicht wenige seiner Spieler sind so jung, dass sie ohnehin bestenfalls Milchbärte tragen. Nun aber beginnen offiziell die Alles-oder-nichts-Spiele. Der Fuchs als schlechtestes Team aus dem Norden trifft im Viertelfinale auf den Ranglistenersten aus dem Süden. Der VER Selb, auch die Wölfe genannt, steht ab Freitag auf dem Spielplan. In maximal fünf Partien gilt es, drei Siege zu holen.

Terminiert sind bisher außerdem das Rückspiel am Sonntag und die nächste Reise an die tschechische Grenze am Dienstag. Sind weitere Partien notwendig, geht es am Freitag danach in Duisburg weiter. Spätestens am Sonntag, 24. März, in Selb steht der Halbfinalist fest.

Als Tabellenzweiter der Südrunde gehen Selber Wölfe in die Runde. Peiting, der Spitzenreiter der sehr bayerischen Oberliga, schied in den Pre-Playoffs der acht besten Mannschaften jenseits des Mains überraschend gegen Weiden aus. Selb setzte sich dagegen bereits am Freitag mit einem satten 11:4 gegen den EV Füssen glatt mit 4:1-Siegen im Vorlauf für die Playoffs durch. Als völlige Unbekannte stellt sich der Gegner nicht vor. Gegen Selb spielten den Füchse bereits in der Vorbereitung auf die Saison und unterlagen damals mit 1:2. Franz Fritzmeier nutzt dies als Gelegenheit, die Rollen zu verteilen. "Wir sind Außenseiter", sagt er über das Duell.

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EVD nicht chancenlos

Selb, geführt von Trainer Cory Holden, habe eine gute Mannschaft und genieße das erste Heimrecht. Das bedeutet auch, dass der EVD bei einem möglichen fünften und entscheidenden Spiel auswärts antreten muss. Allgemein gelten die Südmannschaften in diesem Jahr als nicht so stark wie die besten Teams aus dem Norden. Frankfurt, Kassel und Bad Nauheim haben den Aufstieg in die Zweite Liga als Ziel. Chancenlos ist der EVD gegen Selb deshalb keineswegs: Fritzmeier kann nun endlich von der Kooperation mit Düsseldorf und Köln profitieren. Die Haie haben spielfrei, denn ihre Playoffs beginnen erst später. Marcel Ohmann, Brett Breitkreuz, der gegen Leipzig das entscheidende Tor schoss, und Philipp Riefers stehen damit zur Verfügung. Aus Düsseldorf, das abgeschlagen am Tabellenende die DEL-Saison beendete, kommen Daniel Fischbuch, Alexander Preibisch, Torwart Felix Bick sowie die Verteidiger Maik Klingsporn und Jannik Woidtke. Diego Hofland muss nach seiner Spieldauerstrafe vom Sonntag pausieren, kann aber ab Spiel zwei wieder für den EVD stürmen.

Die Füchse bieten zur entscheidenden Saisonphase die bestmögliche Mannschaft auf. Fritzmeier muss aus diesem zusammengewürfelten Team schnellstmöglich ein Team formen und dieses auf den Gegner vorbereiten. Seit gestern guckt der Coach also wieder sehr viel Fernsehen und betreibt Videoanalyse. Fritzmeier: "Wir werden uns sehr gut auf Selb einstellen." Denn es wäre doch nett, es wenigstens bis ins Halbfinale zu schaffen. Wer hat schon Lust, sich zu rasieren.