EV Duisburg: Dirk Schmitz tritt als Sportlicher Leiter zurück

Eishockey : Dirk Schmitz tritt als Sportlicher Leiter der Jungfüchse zurück

Der Mann, der für den Aufschwung bei der Nachwuchsarbeit zuständig ist, will sich jetzt auf seine Arbeit als Trainer konzentrieren. Als Gründe nennt Schmitz die späte Eisaufbereitung und Probleme mit dem NRW-Verband.

Der Eishockey-Nachwuchs des EV Duisburg hat sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt wie lange nicht. Die letzte derart starke Phase dürfte wohl Jahrzehnte zurückliegen. Der Mann, der für diesen Aufschwung verantwortlich ist, hat nun hingeworfen – bleibt den Jungfüchsen allerdings erhalten. „Ich bin als Sportlicher Leiter zurückgetreten, mache aber als Trainer weiter“, sagt Dirk Schmitz.

Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig. Da wäre das Vorzeigeteam im Duisburger Nachwuchs: die U-17-Mannschaft, die in der Bundesliga spielt und in ihrem ersten Jahr im DEB-Bereich bereits den zweiten Platz der Gruppe D erreicht hat. „Aktuell verlieren wir einige Spieler, weshalb wir auch auf der Suche nach neuen Jungs sind“, sagt Schmitz, der diese Mannschaft coacht. Warum das so ist? „Dadurch, dass wir erst Ende August Eis bekommen, suchen sich gerade die besseren Akteure Alternativen. Darüber hinaus können wir noch nicht sagen, wie sich die Trainingszeiten danach darstellen“, sagt Dirk Schmitz und ärgert sich über diese Hängepartie. „Die Bundesliga-Saison beginnt schon Mitte September. Da ist der späte Trainingsbeginn schlicht und einfach ein großes Problem.“

Die späte Eisaufbereitung birgt ein weiteres Problem: „Um auch künftig im Zertifizierungsprogramm des Deutschen Eishockey-Bundes drei Sterne bekommen zu können, müssen wir in einer vorgeschriebenen Zeitspanne Eis anbieten. Das wird nun zumindest hinten heraus knapp.“ Auch das ist ein Grund, der ihn offenbar zum Rücktritt als Sportlicher Leiter bewogen hat.

Sein Ärger richtet sich allerdings auch gegen den noch jungen Eishockey-Verband Nordrhein-Westfalen, der erst vor kurzem die Geschicke vom Landeseissportverband NRW übernommen hatte. „Manchmal“, sagt Schmitz, „habe ich das Gefühl, dass es nicht gewünscht ist, dass es neben den Stammvereinen der vier DEL-Teams aus Köln, Krefeld, Düsseldorf und Iserlohn einen weiteren Club gibt, der ambitioniert arbeitet.“

So konnte das jetzige U-20-Team nicht in den neuen DNL-Unterbau nachrücken, muss stattdessen wieder in der Regionalliga ran. „Dort spielen Mannschaften mit Spielern aus dem 98er-Jahrgang und Teams ohne diese älteren Akteure. Und das beste Team ohne 98er steigt auf. Nun gibt es Nachrücker, vergangene Saison nicht. Da frage ich mich, warum das so ist.“ Zudem dürfen nur noch vier jüngere Akteure im nächst­älteren Jahrgang mitspielen. Auch das ist ein Problem für den EV Duisburg, der gerade im Jahrgang unter der U 20 Talente hat, ohne sie aber mit der U 20 nur bedingte Chancen besitzt, in den DEB-Bereich aufzusteigen.

„Meine Vorgabe vor vier Jahren war es, innerhalb von fünf Jahren in den höchstmöglichen Ligen zu spielen. Ich weiß nicht, wie das unter diesen Umständen zu erfüllen ist“, sagt Schmitz. „Es liegen immer mehr Brocken im Weg. Das frustriert.“ So musste lange gekämpft werden, ehe die U 11 des EVD in der höchsten Liga spielen durfte. „Bei der U 15 wird plötzlich die Liga in zwei Leistungsgruppen geteilt, ohne dass dies im Vorjahr angekündigt wurde.“

Dirk Schmitz betont: „Ich lasse den Verein nicht im Stich. Ich widme mich jetzt verstärkt der Trainerarbeit und damit der Ausbildung der Spieler, übernehme auch weiterhin die Koordinierung der Spielpläne. Aber die sportliche Leitung hat nun unser Vorsitzender Stavros Avgerinos.“

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