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Lokalsport: Erst Hiobsbotschaft, dann Begeisterung

Lokalsport : Erst Hiobsbotschaft, dann Begeisterung

Wasserball: Der lang ersehnte Weg zurück in die A-Gruppe der DWL ist geschafft. Mit 12:8 besiegt der Duisburger SV 98 im entscheidenden fünften Spiel den SVV Plauen. DSV-Trainer Frank Lerner überrascht mit unberechenbarer Taktik.

Der Tag, der mit euphorischer Begeisterung endete, hatte mit einer Hiobsbotschaft begonnen. Niclas Becker meldete sich ab. Fieber. Jener Spieler, der vor zwei Wochen mit einer starken Abwehrleistung beim SVV Plauen großen Anteil daran gehabt hatte, dass der Duisburger SV 98 den Aufstieg in die A-Gruppe der Deutschen Wasserball-Liga nicht längst hatte abhaken müssen. Schnell musste Frank Lerner reagieren. Ex-Nationalspieler Christian Theis hatte ohnehin schon einen Einsatz für das entscheidende Spiel der Best-of-Five-Serie um den Aufstieg geplant. Ulf Ranta schnürte ebenfalls kurzfristig die Kappe. "Damit waren wir unberechenbar für Plauen. Taktisch war das sogar ein Vorteil", lachte Frank Lerner. Mit einem überraschend deutlichen 12:8-Heimsieg machten die 98er den Aufstieg klar.

Minuten vor Spielende hatte Marek Debski bereits begonnen, sich auf den traditionellen Sprung ins Wasser vorzubereiten. Schuhe, Strümpfe und Wertsachen brachte der Co-Trainer früh in Sicherheit. Mit einem über weite Strecken entfesselten Auftritt hatten die Duisburger die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. "Dass es so deutlich wird, damit war nicht zu rechnen", strahlte Kapitän Fredric Schüring.

Die Rädchen griffen perfekt ineinander. Auffällig: Neben den Leistungsträgern spielten sich auch die Akteure aus dem zweiten Glied diesmal mit vielen guten Szenen in den Vordergrund. "Nils Elsenpeter hatte in der Saison eine schwere Verletzung, hat sich aber wieder reingekämpft und ist ein ganz abgezockter, gut ausgebildeter Spieler. Fabian Gromann und Erik Wedekind haben toll gekämpft und auch Ben Brauer hat ein Superspiel gemacht. Die ganze Mannschaft hat aber die Vorgaben taktisch 1:1 umgesetzt", geriet Frank Lerner ins Schwärmen. Bis zum 4:4 durften sich die Gäste aus dem Vogtland noch Hoffnungen machen. Immer wieder zog Torhüter Tomislav Bujas den Plauenern in aussichtsreicher Situation den Zahn. So hatten die Gäste im Schlussviertel in Überzahl die Chance, auf 5:7 zu verkürzen. Doch Bujas parierte gegen den frei vor ihm aufgetauchten Alexander Fritzsch. Lerner: "Im dritten und vierten Viertel haben wir sie platt gemacht."

Wie den Gegner kurz zuvor hatten die Duisburger auch die Aufstiegsfeierlichkeiten bestens im Griff. Schnell wurden die obligatorischen Kaltgetränke gereicht, am Beckenrand lagen bereits die bedruckten T-Shirts bereit. "Ich bin erleichtert, dass die Saison nun endlich vorbei ist", atmete Philipp Kalberg auf. Gegner Plauen trifft ab Samstag im Überkreuzduell auf Bayer Uerdingen und hat so noch die Chance, aufzusteigen.

(RP)