Eishockey: EV Duisburg gelingt gegen Herne der sechste Sieg in Folge

Eishockey : Der EV Duisburg kann weiter jubeln

Der Oberligist bezwingt den Herner EV mit 4:3 nach Verlängerung und kann nach dem sechsten Erfolg in Serie von der direkten Viertelfinal-Qualifikation träumen. Das Siegtor schießt Publikumsliebling André Huebscher.

André Huebscher hat die entscheidende Szene noch gut im Gedächtnis. „Beim Herner EV ist ein Pass nicht angekommen und der Puck ging in die Ecke. Da habe ich ihn mir geholt“, beschreibt der Stürmer des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg die Sekunden der Entscheidung. „Ich habe gesehen, dass Pavel mitgelaufen ist, aber der Verteidiger hat das gut gemacht, weil er sich lang aufs Eis gelegt hat. Da musste ich erst einmal um ihn herum. Und als der Torhüter auf dem Eis lag, musste ich den Puck nur noch irgendwie hochbringen.“ Sekunden später war Huebscher unter einem Berg von Duisburger Spielern begraben. Der EVD hatte das Ruhrderby gegen den Herner EV mit 4:3 (1:2, 2:0, 0:1, 1:0) nach Verlängerung gewonnen und feierte bereits den sechsten Sieg in Serie.“ Die direkte Viertelfinal-Qualifikation ohne den Umweg über die Pre-Play-offs ist plötzlich wieder möglich.

Woran es liegt, dass es jetzt plötzlich läuft? „Das ist schwer zu sagen. Ein Vorteil ist sicher, dass wir endlich komplett sind“, sagt Huebscher. Dennoch kann der Publikumsliebling einen Wendepunkt ausmachen. „Gegen Leipzig haben wir am 30. Dezember noch recht knapp gewonnen. Aber in Tilburg haben wir am 2. Januar trotz der 0:4-Niederlage deutlich besser gespielt. Das war schon ziemlich gut.“ Und plötzlich kehrte der Spaß zurück, das Team wuchs immer mehr zusammen – und seit der Niederlage in den Niederlanden haben die Füchse kein einziges Spiel mehr verloren.

Jetzt beträgt der Rückstand auf die direkten Viertelfinal-Plätze nur fünf Punkte – und 13 Partien sind noch auszutragen. „Natürlich werden wir nicht jedes Spiel gewinnen, aber die Chance ist definitiv da. Da gebe ich Steven Deeg völlig recht.“ Der Deutsch-Kanadier hatte bereits vor einigen Tagen gesagt, dass er die Aufholjagd für machbar hält.

Zum aktuellen Teamerfolg gesellt sich auch das Ende der persönlichen Durststrecke von André Hueb­scher. Am Freitag in Erfurt hatte er erstmals seit dem 25. November wieder getroffen. „Das macht mir persönlich nicht so viel aus. Ich versuche in solchen Phasen positiv zu bleiben und der Mannschaft zu helfen. Das ist mir wichtiger, als selbst Tore zu schießen.“ Und gerade weil das so ist und weil der Mann, der schon seit 2013 für die Füchse stürmt, immer kämpft und für das Team arbeitet, freuten sich die EVD-Fans in den sozialen Netzwerken nicht nur über den Derby-Sieg, sondern auch darüber, dass ausgerechnet André Huebscher ihn herausgeschossen hatte. „Das freut mich natürlich sehr“, sagt der 30-jährige EVD-Stürmer.

Eine riesige Jubeltraube – und irgendwo mittendrin steckt André Huebscher. Torhüter Sebastian Staudt hatte ihn als Erster umarmt. Foto: Roland Christ

So ganz nebenbei war das auch noch eine mitreißende Partie. „Ich denke, dass das Spiel ganz anders gelaufen wäre, wenn wir zu Beginn unsere Chancen besser genutzt hätten“, sagt Füchse-Trainer Reemt Pyka. „Der Herner Ausgleich hat uns den Schwung genommen. Das zweite Drittel war wieder besser. Es war schon klasse, wie sich Pavel beim 2:2 durchgetankt hat.“ Und weil Pavel Pisarik auch das 3:2 erzielte, kommt der tschechische Torjäger nun schon auf bemerkenswerte 40 Saisontreffer – absoluter Bestwert in der Oberliga Nord. Hamburgs Brad McGowan ist Zweiter – mit 29 Toren.

„All das gibt uns weiteren Schwung“, sagt Huebscher. Platz sechs ist möglich und vielleicht sogar ein guter Play-off-Run? „Natürlich. Da ist dann alles denkbar.“ Ob er selbst nun weiter trifft oder „nur“ vorbereitet oder ein Beispiel gibt an Kampfbereitschaft, das auch die jüngeren Akteure mitreißt – das scheint Huebscher egal zu sein. „Meine eigenen Bedürfnisse sind nicht wichtig. Wichtig ist das Team. Und da sind wir auf einem guten Weg, weil auch unsere jüngeren Spieler immer besser werden.“ So spricht ein Teamleader.

Tore: 1:0 (4:13) Spister (Cespiva, Sanwald), 1:1 (10:26) Asselin (Thielsch, Kuhnekath), 1:2 (15:31) Thielsch (Krämer, Schug), 2:2 (24:03) Pisarik (Uusivirta, Spelleken/5-4), 3:2 (25:53) Pisarik (Uusivirta, Hofland/5-4), 3:3 (54:01) Marsall (Liesegang, Ackers/5-4), 4:3 (62:42) Huebscher (Pisarik/3-3). Strafen: Duisburg 6, Herne 10. Zuschauer: 1597.